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2. Bundesliga

23.03.2016 - 16:37 Uhr


Patrick Rakovsky: "Das Ziel: Alle sieben Spiele gewinnen"

Patrick Rakovsky steht seit der Verletzung von Raphael Schäfer wieder im Tor des FCN

Köln - Der 1. FC Nürnberg ist die beste Rückrundenmannschaft, hält viele aktuelle Bestmarken der 2. Bundesliga und jagt weiter die beiden noch vor ihm stehenden Vereine aus Freiburg und Leipzig. Die Franken rechnen sich gute Chancen auf eine Rückkehr in die Bundesliga aus. Im Interview mit bundesliga.de spricht Nürnbergs Torhüter Patrick Rakovsky über die Stärke der Mannschaft, das Restprogramm und seine eigene Entwicklung.

bundesliga.de: Patrick Rakovsky, die 2. Bundesliga pausiert über Ostern. Wie gut tut das der Mannschaft nach den anstrengenden letzten Wochen vor dem Saisonendspurt?

Patrick Rakovsky: Eine Pause tut sicherlich einmal gut, auch wenn wir zuletzt einen richtig guten Lauf hatten. Der musste jetzt nicht unbedingt unterbrochen werden. Aber wir können die zwei Wochen sehr gut nutzen, um uns zu regenerieren und dann in den letzten Wochen anzugreifen.

bundesliga.de: Erklären Sie doch einmal, was in Nürnberg passiert ist. Die Mannschaft ist seit 17 Spielen ungeschlagen, sie ist die beste Rückrundenmannschaft und hat die letzten fünf Spiele alle gewonnen.

Rakovsky: Wir halten als Mannschaft sehr gut zusammen. Wir lassen uns nicht verrückt machen, wenn es einmal nicht so gut läuft oder wir ein Gegentor bekommen. Der Rückstand gegen Leipzig etwa hätte uns in der letzten Saison vielleicht noch zurückgeworfen. So sind wir ruhig geblieben und haben an uns geglaubt. Das macht uns sehr stark.

"Ich habe meine Chance ganz gut genutzt"

bundesliga.de: Obwohl der "Club" diese fantastische Serie hingelegt hat und dabei auch die direkten Konkurrenten Freiburg und Leipzig geschlagen hat, reicht es immer noch nicht für einen direkten Aufstiegsplatz. Was fehlt noch?

Rakovsky: Wir hätten einen besseren Saisonstart erwischen müssen. Aber uns fehlt nur ein Sieg zu Platz 2. Wir haben noch sieben Spiele, in denen viel passieren kann. Unser Ziel ist es, diese sieben Spiele nach Möglichkeit alle zu gewinnen (zur Tabelle).

bundesliga.de: Sie selbst sind jetzt wieder ein fester Bestandteil der Mannschaft und kommen wieder auf Ihre Einsätze. Wie schwer ist es Ihnen gefallen, über weite Strecken der Saison nicht spielen zu dürfen?

Rakovsky: Man arbeitet darauf hin, dass man spielt. Auch als ich auf der Bank saß, war ich überall dabei und konnte die Entwicklung miterleben. Aber man spielt ja Fußball, um sich auf dem Platz zu zeigen. Ich habe auf meine Chance gewartet und denke, dass ich sie bisher ganz gut genutzt habe.

bundesliga.de: Sie waren die Nummer 1, dann draußen. Jetzt stehen Sie wieder im Tor. Wie sehen Sie Ihre Entwicklung in den letzten ein, zwei Jahren?

Rakovsky: Als ich die Nummer 1 war, bin ich natürlich ungerne wieder aus dem Tor raus. Aber irgendwie hat mich das auch weitergebracht. Ich konnte mich weiterentwickeln. Am liebsten würde ich die nächsten Jahre als Stammtorhüter in Nürnberg bleiben.

"Ich spiele mehr auf Sicherheit"

bundesliga.de: Welche Lehren haben Sie aus dieser Zeit gezogen?

Rakovsky: Ich denke, dass ich zu viel wollte. Wenn ich ein Gegentor bekommen habe, habe ich zu viel darüber nachgedacht. Ich habe viel Risiko genommen und das jetzt reduziert. Ich spiele mehr auf Sicherheit.

bundesliga.de: Sie sind das fünfte Jahr in Nürnberg. Welche Wertschätzung erleben Sie im Verein?

Rakovsky: Ich fühle mich hier sehr wohl. Mit meinen fünf Jahren gehöre ich zu den Spielern, die am längsten im Verein sind. Ich denke, dass ich ein ganz gutes Standing habe.

bundesliga.de: Erstaunt es Sie selbst manchmal, dass der Club eine so gute Rolle spielt, obwohl er in der laufenden Saison Spieler wie Niklas Stark und Alessandro Schöpf abgegeben hat oder sich andere schwer verletzt haben?

Rakovsky: Niklas Stark war sicher ein Supertyp in der Kabine und auf dem Platz, genauso der "Schöpfi", der Spiele auch alleine entscheiden konnte. Die Abgänge waren große Verluste für uns. Aber wir haben einen so breiten und guten Kader, dass wir sie ersetzen konnten. Für sie sind andere nachgerückt.

"Gegen Leipzig war es einfacher als gegen Bielefeld"

bundesliga.de: Wenn man sich das Restprogramm des 1. FC Nürnberg anschaut, geht es noch gegen einen Topverein, den FC St. Pauli, sowie gegen drei Abstiegskandidaten und drei Vereine aus dem Niemandsland der Tabelle. Auf dem Papier liest sich das nicht so schwer. Wie sehen Sie es?

Rakovsky: Jedes Spiel wird noch schwer. Auch Arminia Bielefeld zählte nicht zu den Topvereinen, hat uns aber bis zum 2:0 Probleme bereitet (zum Spielbericht). Ich als Torwart fand das Spiel gegen Leipzig sogar einfacher als das gegen die Arminia. Man kann nicht vorhersagen, welche Spiele einfacher oder schwerer sind. Sie sind alle anders. Man kann Spiele 4:0 gewinnen und als Torwart den Ball kaum berühren oder auch erst in der 89. Minute das Siegtor schießen, nachdem der Keeper vorher viele schwere Bälle halten musste. In der 2. Bundesliga kann jeder jeden schlagen.

bundesliga.de: Nürnberg hat acht Punkte Vorsprung auf Platz 4. Wenn der "Club" in die Relegation musste, hat er sich bislang immer durchgesetzt.

Rakovsky: Die Relegation ist fast ein Wettbewerb für sich. Wenn man sieht, dass der HSV in den letzten beiden Jahren aus meiner Sicht ziemlich schlecht gespielt hat und trotzdem dringeblieben ist, war das schade für die Zweitligisten. Aber wie Sie schon gesagt haben, hat der "Club" gute Erfahrungen mit der Relegation gemacht. Wenn es so sein sollte, dass wir in die Relegation müssen, dann hoffen wir, dass wir unsere Serie fortsetzen können. Mein Ziel ist es, wieder mit Nürnberg in der Bundesliga zu spielen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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