2. Bundesliga

25.02.2016 - 12:49 Uhr


Bakalorz: "Effenberg macht einen super Job"

Paderborns Mannschaftskapitän Marvin Bakalorz glaubt an den Klassenerhalt

Köln - Der SC Paderborn 07 schöpft wieder Hoffnung. Nach einer couragierten Leistung und einem 1:1-Unentschieden im Derby bei Arminia Bielefeld wollen die Ostwestfalen nun weiter punkten und dem rettenden Platz 15 näherkommen. Vor dem Heimspiel gegen den Tabellenführer RB Leipzig spricht Paderborns Mannschaftskapitän Marvin Bakalorz im Interview mit bundesliga.de über die positiven Ansätze, Trainer Stefan Effenberg und den Weg aus dem Tal.

bundesliga.de: Marvin Bakalorz, am letzten Wochenende hat der SC Paderborn 07 den ersten Punkt im neuen Jahr geholt. Wie bewerten Sie das Unentschieden in Bielefeld? Könnte das schon die Trendwende gewesen sein?

Marvin Bakalorz: Eine Trendwende wären drei Punkte gewesen. Trotzdem haben wir in Bielefeld in der ersten Halbzeit ein sehr gutes Spiel gemacht und alles umgesetzt, was der Trainer vorgegeben hat. In der zweiten Halbzeit haben wir leider die Ruhe verloren, obwohl wir noch unsere Möglichkeiten hatten. Wir haben einen Punkt geholt und uns gut präsentiert. Das stimmt mich für die nächste, sehr schwere Aufgabe positiv.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die aktuelle tabellarische Situation ein?

Bakalorz: Wir stehen auf dem Relegationsplatz, das ist natürlich nicht schön. Die nächsten Spiele werden schwer. Wir müssen jetzt weiter Punkte sammeln. Auch gegen Leipzig können wir gewinnen, wenn wir noch eine Schippe drauflegen und wieder mannschaftlich so kompakt stehen wie in der ersten Halbzeit in Bielefeld. Danach spielen wir aber auch noch gegen Duisburg, den FSV Frankfurt und andere direkte Konkurrenten. Wenn wir weiter diese Leidenschaft an den Tag legen, wird auch das Glück wieder zurückkommen. Das stimmt uns positiv.

"Uns fehlt das Gefühl, ein Spiel zu gewinnen"

bundesliga.de: Der SCP wartet nun seit zehn Spielen auf einen Sieg. In diesem Zeitraum hat Paderborn zehn Punkte auf Düsseldorf verloren. Wie sehr nagen die zehn Spiele ohne Sieg? Ist es eine Kopfsache?

Bakalorz: Ja, ich denke schon. Die Jungs können alle Fußball spielen. Wir sind im letzten Spiel fast 126 Kilometer gelaufen. Das zeigt, dass wir körperlich in sehr guter Verfassung sind. Die Ausdauerwerte sind hervorragend. Natürlich ist es in unserer Situation eine Kopfsache. Wenn man im Tal des Abstiegskampfes steckt, muss man versuchen, da irgendwie herauszufinden. Uns fehlt das Gefühl, ein Spiel zu gewinnen. Wenn wir das schaffen, kann uns das neuen Schwung geben. Wir müssen jetzt bald den Bock umstoßen.

bundesliga.de: Noch im November wurde in Paderborn mehr von der baldigen Rückkehr in die Bundesliga gesprochen als vom aktuellen Abstiegskampf. Hat man die Abstiegsgefahr ein bisschen unterschätzt?

Bakalorz: Ich weiß nicht, ob hier jemand die Abstiegsgefahr unterschätzt hat. Am Anfang der Saison, als viele meinten, dass wir um den Aufstieg spielen würden, habe ich schon darauf hingewiesen, was mit der Mannschaft passiert ist. Mir war klar, dass wir nicht sofort um den Aufstieg mitspielen. Dass es so fatal läuft, hätte ich allerdings auch nicht erwartet. Wir hatten eine tolle Zeit, der Aufstieg vor zwei Jahren war geil. Jeder würde gerne wieder oben mitspielen. Aber wir hatten einen totalen Umbruch im Kader, einen neuen Trainer. Mir war klar, dass es nicht von Anfang an klappen würde. Dann kam Stefan Effenberg, der in einer schwierigen Situation die Mannschaft übernommen hat. Seine Arbeit trägt langsam Früchte, er macht einen super Job.

bundesliga.de: Wie erleben Sie Stefan Effenberg?

Bakalorz: Wir reden viel miteinander, ich bin ja sein Kapitän. Er gibt mir viele Tipps. Es ist extrem wichtig, dass man die Stimmung oben hält und nicht den Kopf hängen lässt. Man muss die Spiele, die gespielt sind, vergessen, weil sie Vergangenheit sind. Man muss nur nach vorne schauen und die Jungs aufbauen. Natürlich darf auch mal ein härteres Wort fallen, wenn es nötig ist. Aber wir dürfen den Glauben nicht verlieren.

"Wir sind für eine Überraschung gegen Leipzig gut"

bundesliga.de: Am Freitag gastiert nun der Tabellenführer RB Leipzig in Paderborn. Wie ist Leipzig zu packen?

Bakalorz: Leipzig spielt ein krasses Pressing. Einer meiner Mitspieler hat gesagt, dass er sich bei Ballbesitz in der Leipziger Spielhälfte wie ein Stück Fleisch unter lauter Löwen vorgekommen sei. Alle haben sich auf ihn gestürzt. In so einer Situation muss man ruhig am Ball bleiben und in die Zweikämpfe kommen. Wir müssen Nadelstiche setzen und schnell umschalten und unsere schnellen Spieler einsetzen. Man kann auch Leipzig überraschen, das hat vor zwei Wochen St. Pauli beim 1:0-Sieg vorgemacht. Wir sind jetzt etwas gefestigter und auch für eine Überraschung gut. Wir wollen unseren Fans im eigenen Stadion etwas zeigen und werden uns nicht komplett verstecken.

bundesliga.de: Würden Sie Stand heute, bei sechs Punkten Rückstand auf Platz 15, die Relegation am Ende der Saison unterschreiben?

Bakalorz: Nein, wir gehen volle Pulle auf den Klassenerhalt. Wir spielen noch gegen direkte Konkurrenten. Die Vereine, die über uns stehen, können auch noch Punkte liegen lassen. Wir müssen auf uns schauen und auch einmal die Großen schlagen. Alles ist noch möglich.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

Weitere Artikel
#BLTippspiel
Zu- und Abgänge
Offizieller Spielball

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH