2. Bundesliga

20.03.2016 - 17:33 Uhr


Union Berlin: Gänsehaut-Gefühl bei Köhler-Comeback

Nach dem Spiel gegen Braunschweig wird Benjamin Köhler von seinen Kollegen gefeiert

Berlin - Der Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig geriet für den 1. FC Union Berlin fast zur Nebensache: Mittelfeldspieler Benjamin Köhler feierte nach seiner Krebserkrankung ein emotionales Comeback.

Die Fans begrüßten ihn mit Standing Ovations, seine Mitspieler warfen ihn nach dem Schlusspfiff gleich mehrfach in die Luft - und Benjamin Köhler selbst war nach seinem Pflichtspiel-Comeback tief gerührt: 13 Monate nach seiner erschütternden Krebsdiagnose feierte der Mittelfeldspieler des 1. FC Union Berlin beim 3:1 gegen Eintracht Braunschweig eine emotionale Rückkehr in den Profifußball.

"Das geht einem schon nahe"

"Das war ein Gänsehautgefühl. Ich habe mich riesig gefreut, dass ich spielen durfte. Ich habe gesehen, was mir gefehlt hat in den letzten Monaten", sagte der 35-Jährige im Anschluss: "Man hat es mir vielleicht nicht angemerkt, aber das geht einem schon nahe. Das ist schwer zu beschreiben."

Es war die 77 Minute, als in der Alten Försterei die Nummer sieben auf der Tafel des Schiedsrichter-Assistenten aufleuchtete - und Köhlers Einwechslung von den 19.026 Zuschauern mit lautstarkem Beifall bedacht wurde. Er habe die Reaktionen ein bisschen unterschätzt, gab Köhler anschließend zu. Doch das Kämpferherz des gebürtigen Berliners berührt schon lange nicht nur die Fans in Berlin.  

Albtraum-Diagnose im vergangenen Jahr

Wegen anhaltender Bauchschmerzen hatte Köhler Anfang des vergangenen Jahres einen Arzt aufgesucht, die Albtraum-Diagnose: Krebs. Ein bösartiger Tumor des Lymphsystems im Bauch (Hodgkin-Lymphom). Ein Schock. 

Nach den schwersten Monaten seines Lebens mit Chemotherapien und Krankenhausaufenthalten ist Köhler nun zurück. Nachdem im Juli die erlösende Nachricht von der Heilung kam, stand er in einem Testspiel im Januar erstmals wieder auf dem Platz - gegen Braunschweig folgte jetzt der erste Einsatz in einem Pflichtspiel.

Und der war "rein sportlich" begründet, wie Union-Trainer André Hofschneider betonte. Ebenfalls eine wichtige Erkenntnis: Köhler kann der Mannschaft helfen. "Wenn so eine kritische Phase ist, dann brauchst du vielleicht so einen erfahrenen Spieler", sagte Hofschneider, der Köhler nicht etwa bei einer sicheren Führung, sondern beim Stand von 2:1 einwechselte. Acht Minuten später fiel dann das Tor zum Endstand. 

Ende der Saison läuft sein Vertrag in Berlin aus, Union hatte ihn direkt nach der Diagnose sofort um ein Jahr verlängert. Was danach kommt, steht noch nicht fest. Nur eins ist sicher: Aufgeben wird Köhler nicht. 

SID

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