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2. Bundesliga

02.08.2014 - 20:08 Uhr


RB Leipzig deutet Klasse an

Yussuf Poulsen (l.) hatte die Führung für Leipzig mehrmals auf dem Fuß, einmal traf er sogar die Latte

Die Gastgeber hatten zwar mehr vom Spiel, doch Aalen stellte wieder einmal unter Beweis, das der VfR ein schwer zu schlagendes Zweitliga-Team ist

Sportdirektor Ralf Rangnick (l.) und Trainer Alexander Zorniger freuen sich auf Neuzugang Marvin Compper

Leipzig – Im ersten Spiel der Vereinsgeschichte in der zweithöchsten Spielklasse zeigten die Leipziger in Ansätzen bereits, was in ihnen steckt. Gegen die Defensivspezialisten vom VfR Aalen reichte es trotzdem nur zu einem torlosen Unentschieden. Doch die Sachsen bekommen noch personelle Verstärkung.

Es war eine Premiere mit gemischten Gefühlen: Erstmals seit Bestehen des Vereins 2009 absolvierte RB Leipzig eine Partie in der 2. Bundesliga. Erstmals seit 16 Jahren bekam damit auch die Stadt Leipzig wieder Fußball in Deutschlands zweithöchster Spielklasse zu sehen. Doch das 0:0 war für den Aufwand, den die Mannen von Trainer Alexander Zorniger betrieben hatten, unter dem Strich zu wenig.

Bellot glücklich über Debüt in der Heimatstadt

Benjamin Bellot, der erst durch die schwere Knieverletzung der etatmäßigen Nummer 1, Fabio Coltorti, zu seinem Zweitliga-Debüt kam, war dennoch überglücklich: "Es war natürlich ein super Gefühl für mich, hier in meiner Heimatstadt in der 2. Bundesliga auflaufen zu dürfen,“ meinte der Keeper drei Tage nach seinem 24. Geburtstag. Nicht nur weil er seinen Kasten sauber halten konnte, war der gebürtige Leipziger zufrieden. „Wir sind neu in der Liga, für die meisten war es das erste Zweitliga-Spiel“, erklärte Bellot. "Deswegen war es für uns nicht selbstverständlich, dass wir als Sieger vom Platz gehen."

Dem Spielverlauf zu Folge wäre das aber die logische Konsequenz gewesen. Nicht nur bessere Werte in allen wichtigen Kategorien wie Passquote, gewonnene Zweikämpfe, Ballbesitz oder Laufleistung, sondern vor allem ein deutliches Chancenplus sprach für die Sachsen. "Wenn unsere vier Riesenmöglichkeiten in der ersten Halbzeit reingehen, steht's zur Pause 4:0“, analysierte Daniel Frahn. Der RB-Kapitän räumte aber zugleich ein: "Wenn der Aalener Pfostentreffer kurz vor dem Seitenwechsel reingeht, haben wir natürlich die Arschkarte.“

Zorniger unzufrieden

Doch das typische RB-Spiel mit frühem und aggressivem Pressing gelang nur über weite Strecken des ersten Durchgangs, in Halbzeit zwei schien die Luft etwas raus zu sein. Ein Konditionsproblem? Immerhin waren die Rot-Weißen schon im ersten Durchgang fünf Kilometer mehr als der Gegner gelaufen. "Nein, dafür trainieren wir jeden Tag“, beteuerte Frahn, "dieses Ansprinten, wieder Zurücksprinten, wieder Ansprinten und das über 90 Minuten“. Aber dass die Kraft bei "gefühlten 40 Grad“ irgendwann auch nachlasse, sei verständlich.

Ähnlich zweispältig sah es auch Alexander Zorniger. Der Coach hatte im Vorfeld vor den Aalenern gewarnt – deren Kompaktheit und Konterstärke "liegt uns eigentlich gar nicht“. Doch nach der Partie zeigte sich der Trainer, für den es ebenfalls das erste Zweitliga-Spiel war, vor allem angesichts der Chancenverwertung unzufrieden und kritisierte ausdrücklich seinen Innenverteidiger Niklas Hoheneder, der zwei Riesengelegenheiten vergab. Der 46-Jährige lobte aber auch, dass sein Team "so gut wie keine gegnerischen Chancen zugelassen“ habe. So holte RB gegen eine "abgezockte“ Gastmannschaft den ersten Zweitligapunkt – "das nehmen wir gerne mit“, zeigte sich Zorniger schließlich versöhnlich.

Compper verstärkt RB

Immerhin kann der frühere Co-Trainer des VfB Stuttgart auch deshalb ganz entspannt sein, weil er weiß, dass er für alle schmerzlichen Ausfälle noch Ersatz bekommt. Sowohl Torhüter Fabio Coltorti, als auch die neue Sturmhoffnung Terrence Boyd und Innenverteidiger Fabian Franke fallen auf unbestimmte Zeit aus – alle drei waren für die erste Elf eingeplant. Den Anfang machte RB nun mit der Position im Abwehrzentrum. Wie Sportdirektor Ralf Rangnick am Rande des Aalen-Spiels verkündete, kommt Ex-Nationalspieler Marvin Compper in die sächsische Metropole. Der Deutsch-Franzose spielte unter dem Trainer Rangnick für 1899 Hoffenheim in der Bundesliga und bringt die Erfahrung von 168 Einsätzen im Oberhaus mit. Zuletzt stand der Defensivspezialist beim italienischen Serie-A-Klub AC Florenz unter Vertrag. "Mit Marvin haben wir uns noch mehr individuelle Qualität dazu geholt“, sagte Trainer Alexander Zorniger.

Auch Kapitän Frahn lobte den Transfer: "Marvin bringt viel Klasse und Erfahrung mit – das rührt den Konkurrenzkampf auch im Abwehrzentrum weiter an.“ Spielmacher Dominik Kaiser kennt Compper bereits von früher: "Ich habe schon als ganz junger Spieler mit ihm in Hoffenheim spielen dürfen – er war dort absoluter Führungsspieler“, erklärte der 25-Jährige. "Ich freue mich auf ihn, denn er wird uns ganz sicher weiterhelfen.“

Aus Leipzig  berichtet André Anchuelo

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