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2. Bundesliga

24.07.2014 - 12:50 Uhr


Arnold: "Irgendwann wieder Bundesliga spielen"

Marc Arnold (r.) mit Trainer Torsten Lieberknecht: "2. Bundesliga ist für uns kein Alltag" (© Imago)

Mushaga Bakenga ist einer der neuen Hoffnungsträger (© Imago)

Arnold zur Transferplanung: "Der Kader steht, aber sag niemals nie" (© Imago)

Braunschweig - Als Absteiger gehört Eintracht Braunschweig zu den Mitfavoriten auf den erneuten Aufstieg in die Bundesliga. Marc Arnold, Sportlicher Leiter der Eintracht, spricht über die Ziele in der neuen Spielzeit, die Neuzugänge und den Abgang eines Publikumslieblings.

bundesliga.de: Herr Arnold, nach einem Jahr "Abenteuerurlaub" in der Bundesliga ist Eintracht Braunschweig wieder in Liga zwei. Wie geht die Eintracht mit dem neuen Alltag um?

Arnold: Für uns ist das kein Alltag. Auch die 2. Bundesliga ist für Eintracht Braunschweig noch immer etwas Besonderes, wir dürfen nie vergessen, wo wir herkommen. Vor drei Jahren haben wir noch in der Dritten Liga gespielt und hätten uns gefreut, in der 2. Bundesliga zu spielen. Die Vorfreude auf den Saisonstart ist groß.

bundesliga.de: Schon Mitte Juni startete die Eintracht in die Vorbereitung. Sind Sie mit dem bisherigen Trainingsverlauf zufrieden?

Arnold: Wir sind bis jetzt sehr zufrieden mit der Vorbereitung. Zum Glück haben wir nur wenige Verletzte gehabt. In der Vorbereitung haben wir einiges verändert und nicht das klassische lange Trainingslager absolviert, sondern es aufgeteilt in zwei Kurz-Trainingslager. Das letzte in Österreich war eher ein "Spielelager" als ein Trainingslager. Die Mannschaft hat an sechs Tagen vier Partien absolviert. Wir wollten einen neuen Reiz setzen.

bundesliga.de: In den bisherigen Testspielen blieb die Eintracht ungeschlagen. Ein Absteiger gilt fast immer zwangsläufig als Mitfavorit. Ein konkretes Saisonziel wollte Trainer Torsten Lieberknecht aber noch nicht ausgeben. Wie steht’s mit Ihnen?

Arnold: Wir sind kein Absteiger wie es Hertha BSC, Eintracht Frankfurt oder der 1. FC Nürnberg sind. Diese Teams wollen oder müssen sogar sofort wieder hoch aufgrund der Investitionen, die sie tätigen. Wir wollen eine stabile Saison spielen. Es gibt genügend Negativ-Beispiele, die als Absteiger aus der Bundesliga eine sehr schlechte Zweitliga-Saison gespielt haben. Trotzdem soll die Serie erfolgreich sein, denn wir haben ja gesehen, wie schön es in der  Bundesliga war und streben das auch wieder an dort hinzukommen, aber wann das sein wird, können wir noch nicht sagen.

bundesliga.de: Nach dem Abstieg verließen Stammkräfte wie Daniel Davari, Ermin Bicakcic, Omar Elabdellaoui und Karim Bellarbi den Verein. Konnten diese Spieler aus Ihrer Sicht mit den Neuzugängen adäquat ersetzt werden (zur Transferbörse)? Immerhin haben Sie zwei aktuelle Nationalspieler verpflichtet.

Arnold: Wir haben mit Vedar Hegenstad und Mushaga Bakenga zwei norwegische Nationalspieler verpflichtet, was für Eintracht Braunschweig schon ungewöhnlich ist. Saulo Decarli ist Schweizer U21-Nationalspieler und Rafal Gikiewicz hat in Polen die Meisterschaft und den Pokal geholt. Von den Statistiken und Werten der einzelnen Spieler haben wir noch nie so gut verpflichtet. Ob diese Spieler uns nachher auch den Erfolg bringen, kann man natürlich noch nicht sagen. Hendrik Zuck kannten wir schon aus seiner Zeit in Lautern. Er ist dann nach Freiburg gegangen, wo es für ihn nicht so gelaufen ist, wie er sich es vorgestellt hat. Jetzt ist er in einer sehr gefestigten Mannschaft, wo er zeigen kann, was er drauf hat.

bundesliga.de: Der Verein wollte Publikumsliebling Domi Kumbela unbedingt behalten. Doch  der Stürmer entschied sich für einen Wechsel in die Türkei. Kann der junge Bakenga in seine Fußstapfen treten?

Arnold: Nach dem Abgang von Kumbela war es für uns klar, dass wir noch einen Stürmer verpflichten wollen. Bakenga ist eines der Toptalente in Norwegen gewesen. Er hat über 50 U-Länderspiele gemacht und ist dann für viel Geld nach Brügge gewechselt und hat dort aufgrund von vielen Trainerwechseln nicht den Durchbruch geschafft. Wir hoffen, dass er diesen jetzt bei uns schafft.

bundesliga.de: Sind die Kaderplanungen damit abgeschlossen?

Arnold: Im Großen und Ganzen sind sie abgeschlossen. Aktiv sind wir nicht mehr auf der Suche nach Spielern. Der Kader steht, aber sag niemals nie.

bundesliga.de: Neben der Eintracht ist auch der 1. FC Nürnberg abgestiegen. Dazu kommen die ambitionierten Teams aus Kaiserslautern, Fürth und St. Pauli für den Aufstieg in Frage. Auch Aufsteiger Leipzig ist bei einigen Experten ganz weit oben auf dem Zettel. Wie schätzen Sie das Niveau ein?

Arnold: Das Niveau wird noch höher sein als im vergangenen Jahr. Fürth weiß seit Jahren wie es geht, in der Liga ganz oben mitzuspielen. St. Pauli ist sehr ambitioniert. Union Berlin auch mit dem neuen Trainer (Norbert Düwel, Anmerkung der Redaktion). Ich glaube, die Leistungsdichte hinter dem 1. FC Nürnberg, den ich ganz oben sehe, ist sehr eng. Düsseldorf darf man auch nicht außer Acht lassen. Eine Überraschungsmannschaft wie Paderborn im letzten Jahr oder wie wir vor zwei Jahren, wird es auch wieder geben, daher denke ich, dass es sehr spannend wird.

bundesliga.de: Der Verein und die Fans müssen sich jetzt wieder auf die 2. Bundesliga einstellen. Wird es bei den Spielern ein Motivationsproblem geben?

Arnold: Auch die Spieler sehen das nicht als Alltag. Wir haben sieben Spieler dabei, die die Dritte Liga noch kennen und sogar die Regionalliga. Der Charakter  der Mannschaft ist in den letzten Jahren so gewachsen, dass das kein Problem sein sollte.

bundesliga.de: Der Unterstützung der Eintracht-Fans können Sie sich ja bestimmt wieder sicher sein?

Arnold: Auf jeden Fall. Bei unserem ersten Testspiel gegen eine Braunschweiger Stadtauswahl haben wir 7.000 Zuschauer gehabt, über 14.000 Dauerkarten haben wir schon verkauft, die Euphorie ist noch da. Es gab auch kritische Stimmen, die den sofortigen Wiederaufstieg fordern, das ist normal. Aber die Vereinsphilosophie wird von den meisten Fans akzeptiert.

bundesliga.de: Ganz besonders dürfte Sie auch der Bundesliga-Aufstieg der A-Junioren gefreut haben. Die Nachwuchsarbeit und der Bau des Leistungszentrums scheinen sich so langsam auszuzahlen.

Arnold: Ja, die ersten Schritte sind schon gemacht. Wir haben mit Mohammed Baghdadi schon einen U23-Spieler im Kader, der jetzt fest bei uns ist und sogar noch ein Jahr A-Jugend spielen könnte. Er ist mit der U19 auch in die Bundesliga aufgestiegen. Die U17 hat die Klasse in der Regionalliga gehalten. Wenn ein Juniorenspieler dann jetzt mal vier Jahre auf hohem Niveau in der Jugend spielt, ist er dann auch besser im Seniorenbereich aufgehoben. Wir haben neben Baghdadi in der Jugend noch ein paar interessante Jungs. Im Trainingslager waren auch vier U23-Spieler dabei und wir werden unser Engagement trotz des Abstieges im Nachwuchsleistungszentrum nicht vernachlässigen.

bundesliga.de: Die WM ist vorbei und Sie haben sicherlich auch viele Spiele verfolgt. Was ist Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben? Was kann auch die Eintracht aus der WM mitnehmen?

Arnold: Was diese taktischen Dinge betrifft, haben wir da ganz genau hingeschaut und gesehen, dass die Athletik immer wichtiger wird neben all der Technik. Das Turnier war auf einem attraktivem Niveau, spielerisch hätte ich mir manchmal mehr erwartet. Die Dynamik hat zugenommen und daher konnte man sich die meisten Partien sehr gut anschauen.

bundesliga.de: Eintracht Braunschweig darf am ersten Spieltag das Eröffnungsspiel bei Fortuna Düsseldorf bestreiten. Ist das eine besondere Ehre für Sie?

Arnold: Für uns ist es schon etwas Tolles und wir sehen es auch als Wertschätzung gegenüber unserem Verein, dass wir das Auftaktspiel in Düsseldorf spielen dürfen. An einem Freitagabend, 20.30 Uhr, wo keine anderen Spiele angesetzt sind, das ist doch toll. Zudem es ja auch Jubiläum, die Zweite Liga wird 40 Jahre alt.

Das Gespräch führte Alexander Barklage

 

Die Vorschau-Interviews der anderen Zweitligisten:

1. FC Nürnberg | Eintracht Braunschweig | Greuther Fürth | 1. FC Kaiserslautern | Karlsruher SC | Fortuna Düsseldorf | TSV 1860 München | FC St. Pauli | 1. FC Union Berlin | VfR Aalen | FC Ingolstadt | SV Sandhausen | Erzgebirge Aue | FSV Frankfurt | VfL Bochum | RB Leipzig | 1. FC Heidenheim | SV Darmstadt 98

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