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2. Bundesliga

26.02.2014 - 12:00 Uhr


Vorne drückt der Schuh

Eigentlich könnte die Stimmung bei Patrick Helmes (r.) und dem 1. FC Köln angesichts der Tabellenführung in der 2. Bundesliga gut sein

Doch Trainer Peter Stöger und der FC könnten unter Umständen mit noch mehr als nur sechs Punkten Vorsprung die Tabelle anführen, wären ... (© Imago)

... die Geißböcke vor dem Tor kaltschnäuziger. Die Kölner brauchen zu viele Großchancen - oder haben Pech und scheitern am Aluminium wie hier Helmes gegen den FSV Frankfurt (© Imago)

Köln - Der meistgehörte Satz nach dem Spitzenspiel zwischen dem 1. FC Köln und der SpVgg Greuther Fürth (1:1) in der Mixed-Zone lautete aus Kölner Sicht: "Wir haben es versäumt, das 2:0 zu machen." Während der FC mit erst zwölf Gegentoren die mit großem Abstand beste Abwehr der 2. Bundesliga stellt, drückt in der Offensive der Schuh.

In 13 der 22 Spiele gelang den Domstädtern kein oder nur ein Treffer. Trotzdem liegt die Geißbock-Elf souverän an der Tabellenspitze - sechs Punkte vor dem härtesten Verfolger aus Fürth. Dank der starken Defensive, die schon elf Mal die Null hielt, reichen den Kölnern wenige Tore zu vielen Punkten. In dieser Hinsicht ist der FC durchaus effizient. Die Minimalisten vom Rhein schlagen meist eiskalt zu.

Allerdings: In den letzten Wochen zeigten sich die Kölner latent abhängig von der Treffsicherheit ihres Starstürmers Patrick Helmes.

Zu abhängig von Helmes?

Nur einmal konnte der FC in den letzten neun Spielen einen Sieg einfahren, wenn Helmes nicht traf (beim 2:0 gegen den FSV Frankfurt). Ansonsten bedeutete ein Tor des ehemaligen Nationalspielers auch einen Sieg für die Rheinländer. In der Hinrunde hatte Helmes zudem mit erstaunlichem Pech im Abschluss zu kämpfen, als er in zwölf Pflichtspielen gleich acht Mal Aluminium traf. Auch dieses fehlende Glück führte dazu, dass der FC nicht die beste Offensive der 2. Bundesliga stellt.

Gleich vier Mannschaften haben in der laufenden Saison mehr Tore erzielt als der 1. FC Köln (34 Treffer). In der Historie der 2. Bundesliga hatten nach 22 Spieltagen nur zwei Spitzenreiter eine schwächere Offensive: Unterhaching 1998/99 (30 Tore) und Eintracht Frankfurt 1997/98 (33).

24 Großchancen ausgelassen

Am Bemühen mangelt es der FC-Offensive nicht, einzig Kaiserslautern gab mehr Torschüsse ab (360) als die Kölner (359). Bei den herausgespielten Großchancen sind die Kölner die Nummer eins der Liga (40).

Das Problem: Köln benötigt im Schnitt zwölf Torschüsse für ein Tor - ein Durchschnittswert. Sechs Teams haben eine bessere Trefferquote.

Noch schlimmer sieht es bei den Großchancen aus: Köln nutzte nur 40 Prozent der so genannten hundertprozentigen Möglichkeiten. Nur die beiden Abstiegskandidaten Cottbus und Dresden sind in dieser Hinsicht schwächer. In absoluten Zahlen ließ Köln 24 Top-Möglichkeiten liegen. Zum Vergleich: 1860 München erst derer sechs.

Defensivmann Wimmer macht's vor

So lange die Defensive jedoch so steht wie bisher, dürfen Helmes & Co. auch weiterhin mit Toren sparen. Und auch Kevin Wimmer, Torschütze gegen Fürth und seines Zeichens Defensivmann, sagt: "Wir hätten die Ausgangssituation natürlich mit einem Sieg noch weiter verbessern können. Aber wir brauchen den Kopf nicht in den Sand zu stecken." Mit sieben Punkten Vorsprung auf Rang 3 sicher nicht.

Tobias Gonscherowski

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