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2. Bundesliga

20.07.2013 - 19:19 Uhr


Unions Neuzugang Köhler: "Vielleicht reden wir oben ein bisschen mit"

Benjamin Köhler (r., hier mit Trainer Uwe Neuhaus) ist mit Eintracht Frankfurt bereits zweimal in die Bundesliga aufgestiegen (© Imago)

In den Testspielen überzeugte der 1. FC Union Berlin unter anderem mit einem 3:0 gegen Celtic Glasgow

In der vergangenen Hinrunde stand Köhler (l.) noch bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag und wechselte im Winter zum 1. FC Kaiserslautern, wo er sich aber nicht durchsetzte

Berlin - Der 1. FC Union Berlin ist längst mehr als nur ein Geheimtipp, wenn die Experten nach ihren Aufstiegsfavoriten in dieser Saison gefragt werden. Die "Eisernen" haben schon in den vergangenen Jahren eine gute Rolle in der 2. Bundesliga gespielt und sich nun auch prominent verstärkt.
Zu den Neuzugängen zählt auch Benjamin Köhler, der mit der Erfahrung von 169 Bundesliga-Spielen wieder zurückgekehrt ist in seine Geburtsstadt Berlin. Der Mittelfeldspieler stellte sich den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Köhler, nach zuletzt zehn Jahren Wanderschaft und den Stationen Rot-Weiss Essen, Eintracht Framkfurt und 1. FC Kaiserslautern sind Sie jetzt wieder in Ihre Geburtsstadt Berlin zurückgekehrt. Mit welchen Gefühlen und Erwartungen?

Benjmain Köhler: Ich bin glücklich, wieder in der Heimat zu sein. Natürlich bin ich dankbar für die Erfahrungen und Erfolge der letzten Jahre, aber ich spürte einfach, dass etwas fehlte. Jetzt meine Familie und Freunde wieder um mich zu haben, wird mich hoffentlich nochmal pushen. Denn ich bin nicht nur Fußballer, sondern auch Mensch.

bundesliga.de: Ihr ehemaliger Trainer Friedhelm Funkel äußerte sich vergangene Woche im Gespräch mit bundesliga.de voll des Lobes über Sie: "Benjamin Köhler ist ein bundesligaerfahrener Spieler, der mit Sicherheit Vollgas geben wird. Der ist bereits zweimal in die Bundesliga aufgestiegen. Er ist Berliner und nun wieder in seiner Heimat. Da hat Union einen guten Transfer getätigt." Wie gut tut diese Anerkennung? Welche Rolle hat Funkel in Ihrer Karriere gespielt?

Köhler: Ich habe Friedhelm Funkel viel zu verdanken und hatte mit ihm eine erfolgreiche Zeit in Frankfurt. Aufstieg, DFB-Pokalfinale und die Teilnahme am Europapokal. Das spricht ja schon ein bisschen für sich. Wenn man Wertschätzung erhält, ist das die Belohnung für harte Arbeit. Ich freue mich darüber, vor allem wenn es von Menschen kommt, die wissen wovon sie reden.

bundesliga.de: Die "Eisernen" gelten als ein besonderer Verein in der 2. Bundesliga. Was macht den Reiz des Clubs aus?

Köhler: Was ich bisher mitbekommen habe, bestätigt, was ich vorher gehört habe. Der Verein ist nah an den Fans dran. Da gibt es kein wir hier und ihr dort. Die Dinge werden gemeinsam angefasst, was man unter anderem ja beim Stadionbau und der Finanzierung der Haupttribüne sehen konnte. Das Umfeld und die Mitarbeiter leben den Verein, das ist schon eine sehr positive, familiäre Atmosphäre.

bundesliga.de: Nicht nur für Funkel sondern auch für viele andere Experten ist Union Berlin in dieser Saison mehr als nur ein Geheimfavorit für den Bundesliga-Aufstieg. Mit welchen Zielen gehen Sie in die kommende Spielzeit?

Köhler: Der Verein hat sich in den letzten Jahren mit einem eindeutig positiven Trend entwickelt. Das Stadion, die Tabellenplatzierungen und die Transfers deuten an, dass dieser Weg weitergegangen werden soll. Diesen Anspruch trage ich und tragen wir als Mannschaft mit.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie die Mannschaft ein?

Köhler: Technisch und spielerisch bewegen wir uns auf einem hohen Niveau. In der Breite haben wir ebenfalls hinzugewonnen. Der Trainer hat jetzt viele Möglichkeiten, auch von der Bank aus für Impulse zu sorgen. Wenn wir mit den ersten Spielen gut in die Saison starten und die notwendige Konstanz an den Tag legen, bin ich wirklich sehr optimistisch.

bundesliga.de: Sie sind mit bald 33 Jahren der älteste Spieler im Kader von Union. Sie wissen aus eigener Erfahrung, wie ein Aufstieg realisiert werden kann. Worauf wird es vor allem ankommen?

Köhler: Nicht nur ich, auch einige andere in der Mannschaft wissen, wie ein Aufstieg zu bewerkstelligen ist. Aber um es nochmal deutlich zu sagen: Der Aufstieg ist ein mediales Thema. Als Mannschaft wollen wir Top-Leistungen abrufen. Dazu gehört konzentriertes Arbeiten, aber auch Glück. Bleiben alle verletzungsfrei und schaffen wir es, konstant gute Resultate zu erzielen, kommt alles andere von ganz allein.

bundesliga.de: Zum Saisonstart empfängt Union den VfL Bochum. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein?

Köhler: Bochum hat in Peter Neururer eine bemerkenswerte Trainerpersönlichkeit. Er hat den Abstiegskampf mit seiner emotionalen Art und viel Leidenschaft in die Köpfe der Spieler eingeimpft. Sie haben es geschafft, in der Liga zu bleiben und werden dieses Positiverlebnis mit in die neue Saison nehmen. Ich erwarte Bochum sehr aggressiv. Selber sagen sie, dass sie mittelfristig in die Bundesliga zurückwollen. Dazu will man die Fans sicher wieder hinter sich bringen. Das wird eine schwierige Aufgabe zum Auftakt, der wir uns stellen werden.

bundesliga.de: Wie hoch schätzen Sie das Niveau der 2. Bundesliga insgesamt ein? Wer sind die Aufstiegsfavoriten?

Köhler: Das Niveau ist etwas ausgeglichener als im letzten Jahr. Viele sagen, dass es die eine Übermannschaft so nicht gibt. Ich sehe das aber anders. Kaiserslautern hat sich gut verstärkt und Düsseldorf hat einen Trainer, der die Erstklassigkeit zum Ziel hat. Als weiterer Absteiger zählt Fürth auch zur Favoritengruppe. Dahinter wird das Gedränge groß. Mal sehen, vielleicht reden wir bei optimalem Verlauf ein bisschen da oben mit.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski
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