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2. Bundesliga

23.02.2014 - 18:30 Uhr


Helmes: "Gewinnen - ohne wenn und aber"

Patrick Helmes traf fünf Mal in den letzten sechs Spielen

Aktuell steht Helmes (M.) bei sieben Toren in 15 Saisonspielen

Der Vater des "alten" Systems und des Erfolgs: Peter Stöger kam im Sommer von Austria Wien zum FC

Köln - Der 1. FC Köln hält weiter Kurs auf den Bundesliga-Aufstieg. Die Domstädter liegen vor dem Topspiel gegen den Tabellen-Zweiten SpVgg Greuther Fürth bereits sechs Punkte vor ihrem härtesten Verfolger (Virus-Alarm in Fürth). Vor dem Hit am kommenden Montagabend sprach FC-Stürmer Patrick Helmes mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Helmes, der 1. FC Köln hat auf die überraschende Heimniederlage gegen den SC Paderborn direkt mit einem Auswärtssieg in Sandhausen geantwortet. Nach den Patzern der Konkurrenz hat der FC wieder sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Wie bewerten Sie die Ausgangssituation vor den letzten 13 Saisonspielen?

Patrick Helmes: Die Tabelle sieht ganz gut aus, aber die Ausgangssituation ist dieselbe wie vor der Winterpause. Wir blicken nicht auf die anderen, sondern nur auf uns.

bundesliga.de: Im Gegensatz zu den härtesten Konkurrenten bleibt der FC von Niederlagen wie es scheint unbeeindruckt. Woher nimmt die Truppe diese mentale Stärke?

Helmes: Wir haben einen guten Teamgeist, das zahlt sich genau in den Momenten aus, in denen man Rückschläge wegstecken und auch mal kritische Dinge ansprechen muss. Zudem hat das Trainerteam immer die richtigen Antworten parat.

bundesliga.de: In den letzten Jahren hatten Sie mit einigen Verletzungen zu kämpfen. Auch nach Ihrer Rückkehr zum FC hatten Sie ein paar Probleme. Sie haben aber noch kein Punktspiel verpasst. Wie ist es denn nun um Ihre Fitness bestellt? Sind Sie wieder bei 100 Prozent?

Helmes: Ich fühle mich gut und komme immer mehr in den Rhythmus, den ich brauche. Dass man als Stürmer immer mal ein Spiel dabei hat, in dem es nicht klappt und in dem man keine richtige Bindung hat, ist leider so. Das hat nichts damit zu tun, dass ich in der Vergangenheit Verletzungen hatte.  

bundesliga.de: Trotz Ihrer fantastischen Quote von 83 Toren in 165 Partien der Bundesliga und 2. Bundesliga galten Sie für einige Experten als Auslaufmodel, weil heutzutage statt treffsicherer Knipser bei vielen Vereinen laufstarke Stürmer gefragt sind, die bereits die gegnerischen Verteidiger attackieren und die Speerspitze der Defensive bilden. Inwieweit - wenn überhaupt - haben Sie Ihr Spiel in den letzten Jahren umstellen müssen?

Helmes: Wir spielen ja in Köln, wie der Trainer neulich mal gesagt hat, noch ein altmodisches System. Deshalb ist das für mich kein Problem. (lacht) Im Ernst: Nur lauern, das ist heute in der Tat für einen Stürmer zu wenig. Ich habe aber immer schon auch von meiner Schnelligkeit und Spritzigkeit gelebt, und dafür muss man in Bewegung sein. Ohne meine schweren Verletzungen hätte ich beim aktuellen Bundestrainer sicher noch das ein- oder andere Länderspiel gemacht, und der hat, glaube ich, durchaus Ahnung von modernem Fußball. Von Experten, die mich als Auslaufmodell bezeichnen, habe ich noch nie gehört.

bundesliga.de: In der Hinrunde haben Sie so oft Aluminium getroffen, dass die Mitspieler schon anfingen ihre Witze zu reißen, wenn Ihnen auch im Training wieder Pfosten oder Latte im Weg standen. Mit fünf Toren in den letzten sechs Spielen haben Sie die Seuche vertrieben. Wie sehr haben Sie zwischendurch mit Ihrem Pech gehadert? Kamen Selbstzweifel auf? Wie war der Zuspruch des Trainers?

Helmes: Selbstzweifel nicht, aber natürlich habe ich ein bisschen gehadert - zumindest mit jenen Aluminiumtreffern, die nicht für mich persönlich, sondern für die Mannschaft bitter waren. Wie im Pokal beim HSV, wo wir vielleicht weiter gekommen wären, wenn ich nicht Latte und Pfosten getroffen hätte. Der Trainer hat zu mir in der Woche vor dem Dresden-Spiel allerdings gesagt, ich solle mir keinen Kopf machen und ihn ansprechen, wenn ich wirklich mal ein Problem habe. Danach habe ich zweimal getroffen. Er hat also alles richtig gemacht.

bundesliga.de: Sie haben immer betont, dass der FC keine Übermannschaft sei und Spiele nicht gewinnt, wenn er nicht 100 Prozent abruft. War die Niederlage gegen Paderborn ein Warnschuss zur rechten Zeit?

Helmes: Ach, das sind so Klischees. Ich hätte die Niederlage nicht gebraucht. Aber richtig ist: In der Reaktion auf so ein Spiel zeigt sich viel. Und die hat gestimmt.

bundesliga.de: Auswärts hat der FC sieben der letzten neun Spiele gewonnen und nur einmal kein Tor geschossen. Daheim dagegen gab es in zehn Spielen schon viermal Fehlanzeige in Sachen FC-Tore. Warum tut sich Köln auswärts leichter als daheim?

Helmes: Zunächst mal haben wir in der Hinrunde die defensiv starken Topteams zuhause empfangen, wie Kaiserslautern und 1860. Zudem stehen die Gegner im RheinEnergieStadion nochmal zehn Meter tiefer hinten drin als zuhause. Aber es ist völlig egal, wo wir spielen - wenn wir ein frühes Tor gemacht haben, haben wir danach fast immer klar gewonnen. Wir müssen häufiger eine unserer ersten Chancen nutzen. Daran müssen wir noch arbeiten.

bundesliga.de: Am Montag kommt es zum Topspiel gegen Greuther Fürth. Der Erste trifft auf den Zweiten. Wie stark sind die Franken einzuschätzen, die nach ihrem perfekten Start zuletzt auch keine Bäume mehr ausgerissen haben? Wie lautet die Marschroute?

Helmes: Es gibt kein Team, das absolut stabil ist in dieser Liga. Deshalb ist es nicht so wichtig, ob Fürth zuletzt gewonnen hat oder nicht. Wir wissen, was Fürth kann. Das ist eine sehr gute, laufstarke Mannschaft, die zielstrebig nach vorne spielt. Aber klar ist auch: Wir spielen zuhause, es ist kurz vor Karneval, die Bude wird voll: Wir wollen gewinnen. Ohne Wenn und Aber.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski

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