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2. Bundesliga

20.03.2014 - 06:03 Uhr


Bakalorz: "Wollen auch in Berlin unser Spiel machen"

Seit Januar ist Marvin Bakalorz von Eintracht Frankfurt an den SC Paderborn 07 ausgeliehen

Bei den Ostwestfalen "greifen die Rädchen gut ineinander", so Bakalorz

Am Freitag muss sich der SCP bei Mitkonkurrent Union Berlin um Kapitän Torsten Mattuschka (r.) behaupten

Köln - Der SC Paderborn 07 reist als beste Rückrundenmannschaft zum Topspiel bei Union Berlin am Freitagabend (ab 18:15 Uhr im Live-Ticker). Die Ostwestfalen liegen als Dritter der Tabelle vier Punkte vor den Eisernen. Vor dem Spitzenspiel spricht bundesliga.de mit Paderborns Winterneuzugang Marvin Bakalorz, der von Eintracht Frankfurt kam.

bundesliga.de: Marvin Bakalorz, der SC Paderborn 07 mischt weiter die 2. Bundesliga auf und hat auch nach der 0:4-Niederlage in Karlsruhe eine gute Reaktion gezeigt und zuletzt gegen Dresden gewonnen. In welcher Gemütsverfassung präsentiert sich die Mannschaft derzeit?

Marvin Bakalorz: Die Stimmung ist super. Wir freuen uns sehr, dass wir oben ein bisschen mitmischen können. Mit dem Sieg gegen Dresden ist eine kleine Last von uns gefallen. Nach dem Karlsruhe-Spiel waren wir nicht so gut drauf. Am liebsten hätten wir schon am Tag danach gegen Dresden gespielt. Jetzt fühlen wir uns alle gut, schauen, was in den nächsten Wochen passiert und versuchen dranzubleiben.

bundesliga.de: Bei dem Erfolg gegen Dresden ist Ihnen Ihr erstes Tor für den SCP gelungen, ein spektakuläres aus großer Distanz dazu. Woher haben Sie den Mut genommen, in dem Moment einfach abzuziehen?

Bakalorz: Ich trainiere solche Weitschüsse oft. Viele Mannschaftskollegen sind auch schon auf mich zugekommen und haben gesagt: "Baka", jetzt schieß doch mal aus der zweiten Reihe. Der Trainer hat mir vor dem Spiel prophezeit, dass ich ein Tor schießen werde. Dann habe ich mir gedacht, egal ob du jetzt noch fünf Meter mehr läufst oder nicht, ziehe einfach mal ab. Dann hatte ich auch das nötige Quäntchen Glück.

bundesliga.de: Was den SC Paderborn 07 wohltuend von anderen Vereinen unterscheidet, ist die Tatsache, dass Präsident, Trainer und Mannschaft das Thema Aufstieg nicht von sich weisen. Wie bewerten Sie die Chancen?

Bakalorz: Alles kann passieren. Wir versuchen, kein Spiel mehr zu verlieren. Wir schauen aber von Spiel zu Spiel und fahren gut damit. Die nächsten Wochen sind richtungsweisend. Jedes Spiel ist enorm wichtig.

bundesliga.de: Als beste Rückrundenmannschaft kann Paderborn durchaus selbstbewusst auftreten. Die Mannschaft hat auch in Köln gewonnen. Der Trainer hat gesagt, dass der SCP die kommenden Spiele genießen kann, weil der Verein keinen Druck hat. Die Ausgangsposition könnte schlechter sein.

Bakalorz: Das sehe ich auch so. So gehen wir auch in jedes Spiel. Wir freuen uns jetzt auf das Spiel bei Union Berlin, in deren Stadion mit die geilste Stimmung der 2. Bundesliga herrscht. Wer das nicht genießt und sich darauf freut, ist fehl am Platz. Wir gehen diese Aufgabe mit Freude an.

bundesliga.de: Der SC Paderborn 07 gilt als eine Mannschaft, die sehr variabel spielen kann und mehrere Spielsysteme beherrscht. Was sind aus Ihrer Sicht die Stärken der Truppe?

Bakalorz: Die Mannschaft ist im Kollektiv sehr gut. Wir stehen relativ stabil und haben die individuellen Fehler der Hinrunde, die zu zahlreichen Gegentoren geführt haben, abgestellt. Insgesamt haben wir eine homogene Mannschaft, die durchgängig von der Abwehr bis zum Sturm ordentlich besetzt ist. Es passt vieles, die Rädchen greifen wie bei einem Motor gut ineinander. Das Kollektiv ist super, jeder kämpft für den anderen. Alle Spieler betreiben hohen Aufwand und geben Vollgas, keiner hinkt hinterher. Das macht uns stark.

bundesliga.de: Sie kamen in der Winterpause vom Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Wie kam der Wechsel zu Stande?

Bakalorz: Mir ging es vor allem darum, Spielpraxis zu bekommen. Ich wollte eigentlich nach den paar Einsätzen in der Bundesliga und Europa League in der Rückrunde in Frankfurt noch einmal angreifen. So bin ich in den Winterurlaub gegangen. Dann hat mir der Verein signalisiert, dass eine Ausleihe gut für mich wäre, weil ich nicht mit viel mehr Einsatzzeiten rechnen könne. Mit dem Wechsel von Diego Demme (der von Paderborn zu RB Leipzig ging, die Red.) hat das prima gepasst. Jetzt versuche ich, in Paderborn so gut wie möglich Fußball zu spielen und aufzufallen. Vielleicht kommt bald wieder der Anruf aus Frankfurt. Ich weiß nicht, was in der Zukunft passiert. Im Moment bin ich nur auf unseren nächsten Gegner Union Berlin fokussiert. In dem Spiel wollen wir drei Punkte holen.

bundesliga.de: Haben sich Ihre Erwartungen in Paderborn erfüllt?

Bakalorz: Auf jeden Fall. Ich hatte nach einer nicht so guten Vorbereitung nicht erwartet, dass ich beim ersten Spiel in Köln gleich dabei bin. Ich stand dann doch in der Startelf. Das war ein großer Vertrauensbeweis. Seitdem habe ich bis auf ein Spiel immer durchgespielt. Das ist genau das, was ich will. Ich möchte 90 Minuten spielen, der Mannschaft helfen, ich will nach einem Spiel wieder kaputt sein. Ich fühle mich in Paderborn total wohl, die Fans sind super. Es kann gerne so weitergehen.

bundesliga.de: Wäre es eine Option, auch länger in Paderborn zu bleiben?

Bakalorz: Natürlich. Sicherlich will ich Bundesliga spielen. Für meinen Wechsel war ja ausschlaggebend, dass ich mich weiterentwickele und 90 Minuten spiele, um für Frankfurt wieder eine Alternative zu sein. Wir müssen jetzt schauen, wie sich die Situation in Frankfurt weiterentwickelt, wer der neue Trainer wird. Auf die Bank oder Tribüne will ich mich nicht mehr setzen.

bundesliga.de: Sie haben das Spitzenspiel in Berlin schon angesprochen. Union liegt vier Punkte hinter Paderborn. Was für ein Spiel erwarten Sie, wie stark schätzen Sie den Gegner ein?

Bakalorz: Die Mannschaft ist stark und war es schon in den letzten Jahren. Der Verein hat offensiv gesagt, dass er aufsteigen will. Er hat ein tolles Stadion mit großartigen Fans. Es wird ein hitziges Spiel, weil es für Union noch eine Chance ist, oben dranzubleiben. Es wird aber auch einen Riesenpaß machen. Wir wollen wie in den letzten Wochen unseren Stil durchdrücken. Damit sind wir mit Ausnahme des KSC-Spiels richtig gut gefahren. 

bundesliga.de: Und schauen Sie sich auch einmal die Bundesliga-Tabelle an und wer dort auf Platz 16 steht?

Bakalorz: Natürlich gucke ich auch da hin. Ich bin zuversichtlich, dass Frankfurt nichts damit zu tun hat, weil die Mannschaft qualitativ zu stark ist.

bundesliga.de: Ich hatte jetzt eigentlich auf die Relegation angespielt, die für Paderborn als aktuellen Dritten der 2. Bundesliga ein Thema werden könnte.

Bakalorz: So weit sind wir noch nicht. Wir haben noch so viele Spiele, in denen in beiden Ligen noch viel passieren kann.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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