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2. Bundesliga

03.05.2014 - 11:41 Uhr


Saglik: "Wir haben es in der eigenen Hand"

Mahir Saglik glaubt an den ersten Bundesliga-Aufstieg des SC Paderborn: "Mit zwei Siegen sind wir durch!"

Der gebürtige Paderborner (2.v.l.) führt mit 15 Treffern aktuell die Torjägerliste der 2. Bundesliga an

Saglik (M.) lobt seinen Trainer Andre Breitenreiter (r.) in den höchsten Tönen. Auf der Zielgeraden geht es für den SCP jetzt noch gegen Erzgebirge Aue und den VfR Aalen

Paderborn - Zwei Spieltage vor dem Ende der Saison hat der SC Paderborn den härtesten Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth von Platz 2 verdrängt und sich damit derzeit den direkten Aufstiegsplatz gesichert.

Zwei Punkte Vorsprung haben die Ostwestfalen nun auf die Franken, mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen kann die Elf von Trainer Andre Breitenreiter den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga aus eigener Kraft perfekt machen (Tippen Sie im Tabellenrechner!). Vor dem Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue gibt sich Mahir Saglik im Interview mit bundesliga.de zuversichtlich.

bundesliga.de: Mahir Saglik, ist in Paderborn jetzt zwei Spieltage vor dem Saisonende und dem möglichen Bundesliga-Aufstieg des SCP das große Fußballfieber ausgebrochen?

Mahir Saglik: Definitiv. In Paderborn herrscht eine große Euphorie. Die Menschen freuen sich mit uns. Es macht einfach Spaß.

bundesliga.de: Der SCP steht jetzt seit dem letzten Wochenende auf Platz 2. Der Aufstieg nimmt langsam Konturen an.

Saglik: Das kann man sagen. Wenn man zwei Spieltage vor Saisonschluss Zweiter ist, will man sein Ding jetzt auch durchziehen. Wir haben es in der eigenen Hand.

bundesliga.de: Paderborn hat zwei Punkte Vorsprung auf Fürth. Wie bewerten Sie die Ausgangslage?

Saglik: Die Ausgangslage ist ganz gut. Mit zwei Siegen sind wir durch.

bundesliga.de: Am Sonntag tritt Paderborn bei Erzgebirge Aue (Vorschau-Faktenan. Danach kommt am letzten Spieltag der VfR Aalen nach Ostwestfalen. Auf dem Papier sehen die beiden Aufgaben vielleicht nicht so schwer aus. Aber Aue stellt die viertbeste Heimmannschaft der 2. Bundesliga und Aalen hat auswärts schon 20 Punkte geholt.

Saglik: In der 2. Bundesliga ist kein Spiel einfach. Wer das denkt, ist fehl am Platz. Wir fahren nach Aue und haben dort eine realistische Chance, das Spiel zu gewinnen. Es wird sicher kein Spaziergang, das wissen wir auch. Aber wir vertrauen auf unsere Qualitäten. Wir brauchen uns dort nicht verstecken. In erster Linie beschäftigen wir uns mit uns selbst. Wir gucken auf uns. Wenn wir unsere Stärken ausspielen, dann sind wir in der Lage gegen die beiden letzten Gegner zu bestehen.

bundesliga.de: Erzählen Sie von den Stärken des SC Paderborn. Was ist das Erfolgsgeheimnis?

Saglik: Wir spielen einen super Fußball und haben einen großen Zusammenhalt. Wir mauern nicht, sondern spielen sehr offensiv. Dabei schießen wir sehr viele Tore. Die Spiele, die wir gewinnen, gewinnen wir auch überzeugend. Das ist kein Zufall. Wir stehen verdient dort oben, erst recht wenn man bedenkt, dass wir auch noch viele Punkte in der Schlussphase verschenkt haben.

bundesliga.de: Ihr Trainer Andre Breitenreiter ist seit Beginn der Rückrunde offensiv mit dem Thema Aufstieg umgegangen. Druck hätten die anderen, Paderborn habe positiven Druck. Wie erleben Sie ihn nun in den letzten Tagen kurz vor Erreichen des großen Ziels?

Saglik: Wir haben einen super Trainer, der uns immer perfekt einstellt. Er hat ja früher selbst Fußball gespielt und kann die Situationen gut einschätzen. Das ist schon ein Vorteil. Wir können uns glücklich schätzen, dass Andre Breitenreiter unser Trainer ist.

bundesliga.de: Gab es für Sie ein Schlüsselspiel in der Saison, nach dem Sie gemerkt haben, dass in dieser Spielzeit etwas möglich ist?

Saglik: Ich kann mich daran erinnern, dass wir in der 2. Runde im Pokal in Saarbrücken ausgeschieden sind. Direkt danach haben wir auch zuhause gegen Union Berlin verloren. Da hatten wir den absoluten Tiefpunkt erreicht. Beim nächsten Spiel beim FC St. Pauli haben wir dann die Kurve gekriegt und einige Spiele hintereinander gewonnen. Damals hatten wir noch einmal auf die Reset-Taste gedrückt. Unser Präsident hat gesagt, dass es jetzt bei Null losgeht. So war es dann auch wirklich.

bundesliga.de: Sie sind gebürtiger Paderborner und inzwischen zum vierten Mal im Verein, nachdem Sie zwischendurch immer mal wieder gewechselt sind und auch in der Bundesliga und international gespielt haben. Erleben Sie gerade die schönste Zeit in Paderborn?

Saglik: Ja, definitiv. Es ist für mich die schönste Zeit in meinem Heimatverein. Und wir können jetzt die Sensation schaffen.

bundesliga.de: Wie kam es, dass Sie in 14 Jahren bei zehn Vereinen gespielt haben? Sind Sie ein Wandervogel?

Saglik: Nein. Es hat sich so ergeben. Das Wort Wandervogel mag ich nicht besonders. Ich bin ein Spieler, der spielen möchte. Ich will nicht auf der Bank sitzen und meinen Vertrag aussitzen. Ich habe immer meine Tore geschossen. In Wuppertal war ich mit 27 Toren Torschützenkönig in der Regionalliga (heute 3. Liga, Anm. d. Red.). Das war auch ein schönes Erlebnis. In St. Pauli habe ich dagegen wenig gespielt, dann kann ich auch nicht so viele Tore machen. In Bochum habe ich nicht auf meiner Position gespielt. In Paderborn bekomme ich jetzt das Vertrauen und die Unterstützung. Und ich schieße meine Tore.

bundesliga.de: Momentan liegen Sie auch in der Torschützenliste vorne. Ist es für Sie ein Ziel, Torschützenkönig der 2. Bundesliga zu werden?

Saglik: Das ist sicher ein persönliches Ziel für mich. Mit Paderborn aufsteigen und die Torjägerkrone zu bekommen - es gibt nichts Schöneres.

bundesliga.de: Der härteste Konkurrent Greuther Fürth spielt noch in Cottbus und dann gegen Sandhausen. Es ist durchaus realistisch, dass Fürth beide Spiele gewinnt und der SCP demnach auch beide Partien erfolgreich bestreiten muss, um direkt aufzusteigen.

Saglik: Ich glaube nicht, dass Fürth in Cottbus gewinnen wird. Cottbus ist gerade abgestiegen, wird noch einmal motiviert ins letzte Heimspiel der Saison gehen und sich vernünftig verabschieden wollen. Das wird kein Spaziergang für Fürth. Aber eigentlich interessiert uns das auch nicht. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und weiter konzentriert bleiben. Denn wir haben noch nichts erreicht. Wir sind aber auf einem guten Weg.

bundesliga.de: Und die nächste Station heißt Aue. Wie sehr haben Sie sich mit dem Gegner schon beschäftigt?

Saglik: Natürlich haben wir uns schon mit Aue beschäftigt. Aber in erster Linie liegt der Fokus auf uns selbst. Wenn wir einen guten Tag erwischen, können wir in der Liga gegen jeden Gegner gewinnen. Das haben wir oft bewiesen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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