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2. Bundesliga

28.07.2013 - 13:24 Uhr


KSC und St. Pauli teilen die "Hitze-Punkte"

Marc Rzatkowski (M.) und der FC St. Pauli kommen beim KSC nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus (© Imago)

Das Spiel fand unter großer Hitze statt und war für alle Beteiligten höchst anstrengend (© Imago)

Für Trainer Markus Kauczinski und den KSC ist der Start mit vier Punkten aus zwei Spielen geglückt (© Imago)

Für das Pokalspiel bei Preußen Münster kommenden Samstag wünscht sich Pauli-Kapitän Fabian Boll (r.) angenehmere Temperaturen (© Imago)

Karlsruhe - Es wäre die durchaus überraschende Führung für den Karlsruher SC gewesen, denn in der Anfangsphase war der FC St. Pauli die klar bessere Mannschaft. KSC-Rechtsverteidiger Philipp Klingmann passte in der 33. Spielminute von der Grundlinie scharf nach innen. Der Ball landete beim am langen Pfosten lauernden Dennis Mast, der es fertig brachte, aus zwei Metern am Tor rechts vorbei zu schießen. "Dennis hat den Ball fast von der Linie geholt. Wenn er das Ding reinmacht, gewinnen wir", kommentierte KSC-Coach Markus Kauczinski den Fehlschuss des Tages.
Weil auch kein anderer Spieler im 40,9 Grad heißen Wildparkstadion den Ball im Netz unterbrachte, blieb es beim letztlich leistungsgerechten 0:0. Eine Punkteteilung, die beide Trainer zufrieden stellte. "Für diese Witterung war das Spiel recht ordentlich. Ein Riesenkompliment dafür, was auf dem Platz geleistet wurde. Wir nehmen den Punkt gerne mit", stellte Pauli-Trainer Michael Frontzeck fest. Kauczinski konstatierte: "Beide Mannschaften können mit den Unentschieden gut leben. Es gab Phasen, da war Pauli besser, dann wieder wir."

Frontzeck bemängelt Tor-Abschluss



Die Hanseaten zeigten vor allem in der Anfangsphase, welches spielerische Potenzial in ihnen steckt. Marc Rzatkowski, Fin Bartels und Christopher Buchtmann brachten die sonst solide Karlsruher Defensive ein ums andere Mal in Verlegenheit, ohne aber echte Torgefahr zu erzeugen. "Wir wollten schnell Druck ausüben. Bei der Hitze ist es einfacher, mit dem Ball als ohne zu laufen", erklärte Stürmer Christopher Nöthe, der nach 21 Minuten die einzige gute Gäste-Chance vergeben hatte. "Wir haben bis zur ersten Trinkpause den Ball sehr gut laufen lassen. Nur der Abschluss war nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe", sagte Frontzeck.

Als nach 23 Minuten Schiedsrichter Guido Winkmann zur Flüssigkeitsaufnahme bat, riss der Spielfluss der Paulianer. Der KSC fand namentlich durch Selcuk Alibaz und den von Kauczinski als "Naturgewalt" bezeichneten Neuzugang Reinhold Yabo Zugriff aufs Spiel und den Weg vors Tor. Neben Mast vergab auch Rouwen Hennings zwei gute Möglichkeiten, weshalb der beschäftigungslose KSC-Keeper Dirk Orlishausen später von einem verschenkten Sieg aufgrund von mangelnder "Gier und Galligkeit beim Torabschluss" sprach.

Kräfte sammeln für den Pokal



Es kamen bei beiden Mannschaften Konzentrationsschwächen hinzu, geschuldet dem Substanzverlust in der mörderischen Hitze. Pauli-Torwart Philipp Tschauner befand: "Schon jeder Abstoß war anstrengend. Ab der 60. Minute war die Luft raus, schöne Spielzüge nicht mehr möglich." "Mit zunehmender Dauer wurden die Beine immer schwerer", stellte Kauczinski fest und seinen Glutofenarbeitern Regeneration in Aussicht. "Wir haben jetzt Zeit, uns zu erholen und Kräfte zu sammeln für das Pokalspiel gegen Wolfsburg." Am Samstag (20:30 Uhr) empfängt der KSC den Erstligisten.

Die Badener hoffen auf einen ähnlichen Coup wie im vergangenen Jahr, als sie in der 1. Runde den Hamburger SV mit 4:2 nach Hause schickten - bei tropischen Temperaturen. KSC-Manager Jens Todt hofft, dass die Hitzewelle anhält. "Vielleicht wird es ja wieder sehr warm", sagte Todt, der gegen Wolfsburg dennoch weniger auf Petrus, als in erster Linie auf eine kompakte Abwehr setzt. "Wir sind zwar krasser Außenseiter, aber nicht leicht zu schlagen."

Eine von Temperaturen unabhängige "heiße Atmosphäre" erwartet auch Fabian Boll am Samstag (18:30 Uhr) im Pokalspiel von St. Pauli bei Preußen Münster. "Das wird ein Duell auf Augenhöhe, Nuancen und die Tagesform werden entscheiden. Münster ist ein gefühlter Zweitligist", sagte der Mann aus dem defensiven Mittelfeld der Hamburger, der die Hitzeschlacht im Wildpark so zusammenfasste: "Beide Teams haben alles gut verkraftet, aber ich muss es nicht jede Woche haben. Ich freue mich schon auf den November."

Reinhard Sogl
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