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2. Bundesliga

28.12.2013 - 16:12 Uhr


Köln dominiert, Fürth verblüfft, FCK fährt Achterbahn

Peter Stöger (M.) ist mit dem 1. FC Köln auf bestem Weg in die Bundesliga

Mit neuformierter Mannschaft peilt Fürths Trainer Frank Kramer die Rückkehr ins Oberhaus an

Top-Torjäger Simon Zoller (r.) hält mit seinen zehn Saisontoren Kaiserslautern und Trainer Kosta Runjaic im Aufstiegsrennen

Köln - Die 2. Bundesliga präsentiert sich in dieser Saison ausgeglichen wie selten zuvor. Erst in den letzten Wochen vor Weihnachten gab es mit dem 1. FC Köln an der Tabellenspitze und Energie Cottbus am Ende des Klassements zwei "Ausreißer". Während sich die Rheinländer mit vier Siegen in Folge und einem Polster von acht Punkten auf den Relegationsplatz beruhigt in den Winterurlaub verabschieden konnten, herrschte in der Lausitz nach zuletzt sechs Niederlagen am Stück eher Tristesse vor. Doch für Kölner, Cottbuser und alle anderen 16 Vereine gilt: Es ist noch lange nichts entschieden.

19 Spieltage sind gespielt, in 171 Partien fielen 420 Tore. Nur vier Vereine standen im ersten Halbjahr an der Tabellenspitze. Bis zum 9. Spieltag dominierte Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth mit Ausnahme des 7. Spieltags (als Union Berlin von der Spitze grüßte) die Liga als Tabellenführer. Danach übernahm der 1. FC Köln mit einer kurzen Unterbrechung durch den 1. FC Kaiserslautern am 15. Spieltag das Kommando.

Nur zehn Punkte zwischen Platz 3 und Platz 17

Diese vier Vereine stehen auch am Jahresende unter den ersten Fünf. Köln hat als Erster vier Punkte Vorsprung auf Fürth, das wiederum vier Zähler vor dem punktgleichen Verfolger-Quartett aus Kaiserslautern, Karlsruhe, Berlin und St. Pauli steht. Kurios ist, dass der FCK auf Platz 3 gerade einmal zehn Punkte besser ist als der Tabellenvorletzte Dynamo Dresden und genauso viele Niederlagen (sechs) kassiert hat wie die Sachsen. Aus dieser einmalig engen Tabellenkonstellation bezieht die 2. Bundesliga eine unglaubliche Spannung.

Auch der 1. FC Köln ist noch lange nicht durch. Wie schnell es gehen kann, erlebten die Domstädter, als sie am 14. und 15. Spieltag nacheinander ihre einzigen beiden Vorrundenniederlagen (jeweils 0:1 in Bochum und daheim gegen Ingolstadt) einstecken mussten und prompt die Tabellenführung abgaben. Hätten sie damals am 16. Spieltag auch noch beim FC St. Pauli verloren, wäre die Geißbockelf sogar aus den Aufstiegsrängen gepurzelt. Der FC aber bestand den Härtetest, siegte souverän mit 3:0 und startete danach so richtig durch.

Stöger führt Köln mit Ruhe an die Spitze

Dabei hatte die Saison für den dreimaligen Deutschen Meister mit drei Unentschieden eher bescheiden begonnen. Auf Platz 13 lag die Elf des Trainers Peter Stöger, sechs Punkte hinter der Spitze. Dann platzte der Knoten dank eines Doppelpacks von Marcel Risse nach einem 2:0-Sieg gegen Sandhausen. Die Kölner haben das beste Personal der Liga, die Mannschaft wurde sinnvoll verstärkt, im Verein herrscht Ruhe. Und der neue Coach hat alles im Griff. Die Mannschaft spielt ein klares System mit der Doppelspitze Anthony Ujah und Patrick Helmes, taktische Experimente wie noch unter Stögers Vorgänger Holger Stanislawski an der Tagesordnung gibt es nicht mehr. Der Erfolg gibt dem Trainer recht.

Hinter den Rheinländern hat die SpVgg Greuther Fürth sehr positiv überrascht. Die neu zusammengestellte Mannschaft von Trainer Frank Kramer verblüffte alle Experten mit einem Traumstart von vier Siegen zum Auftakt und biss sich dauerhaft oben fest. Fürth punktete gegen Köln (0:0), schlug Kaiserslautern (2:1) und Union (4:2) und spielte auch einen ansehnlichen Fußball. Mit den Franken ist zu rechnen.

Lautern dank Runjaic wieder auf Kurs

Dahinter lauert der 1. FC Kaiserslautern, der in dieser Saison erneut eine Achterbahnfahrt hinlegt. Nach mäßigem Start und einem 0:4-Debakel in Aalen wurde Coach Franco Foda entlassen und später durch Kosta Runjaic ersetzt. Der brachte die "Roten Teufel" zunächst wieder auf Kurs. In den ersten acht Spielen unter seiner Regie blieb der FCK ungeschlagen, stürmte an die Tabellenspitze und ins Pokal-Viertelfinale.

Dann folgte der Wintereinbruch mit drei Pleiten am Stück und dem Absturz bis auf Platz 7. Dank des schmeichelhaften 2:1-Sieges in Ingolstadt überwintern die Pfälzer letztendlich auf dem Relegationsplatz. Die Lauterer stellen zudem mit Simon Zoller (zehn Treffer) den besten Torschützen der Liga.

Aufsteiger KSC überrascht

Wie der FCK haben auch der Karlsruher SC, Union Berlin und der FC St. Pauli 31 Punkte auf dem Konto. Das Überraschungsteam stellt sicherlich der Aufsteiger KSC, der dank einer eingespielten Mannschaft und der zweitbesten Abwehr eine starke Rolle spielt. Union Berlin verspielte eine bessere Platzierung als Rang 5 durch eine Krise ab dem 13. Spieltag, als die vor der Saison mit reichlich Bundesliga-Prominenz verstärkten "Eisernen" nur einen Punkt aus fünf Partien holten.

Den FC St. Pauli schließlich kostete eine 0:2-Heimniederlage gegen den KSC am 19. Spieltag Platz 3. Während die "Kiezkicker" das zweitbeste Auswärtsteam der Liga stellten, haperte es doch ausgerechnet am Millerntor, wo es bereits vier Heimniederlagen setzte.

Paderborn und 1860 in Lauerstellung

Nur zwei Punkte hinter den Hamburgern lauert der SC Paderborn auf seine Chance. Die Ostwestfalen kamen nach einem Fehlstart immer besser in Tritt und sorgten mit ihrem 6:1-Auswärtssieg beim Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf vielleicht für das Ausrufezeichen der Hinrunde. Damals gelangen SCP-Stürmer Mahir Saglik vier seiner bislang neun Saisontore.

Ebenfalls noch Aufstiegschancen dürfen sich auch die Münchner Löwen ausrechnen, die mit 28 Punkten als Achter auch nur drei Punkte hinter dem Relegationsrang liegen. Der TSV 1860 konnte aber auch unter dem neuen Trainer Friedhelm Funkel sein Offensivproblem nicht beheben. Nur 18 Tore gelangen in 19 Spielen. Noch ein Tor weniger erzielte der SV Sandhausen, die mit 17 Treffern stattliche 27 Punkte einfuhren. Im letzten Jahr noch sportlich abgestiegen, haben sich die Minimalisten im Mittelfeld der Tabelle etabliert.

Tobias Gonscherowski

Winterfazit 2. Bundesliga Teil 2

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