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2. Bundesliga

13.06.2014 - 13:00 Uhr


Von Mourinho gelobt, vom FC verpflichtet

Tomas Kalas (l.) feierte sein Premier-League-Debüt gegen Steven Gerrards Liverpool. Chelsea siegte mit 2:0

Im Sommer 2013 holte Chelsea den Tschechen wieder auf die Insel zurück

Zwei Jahre lang spielte Kalas (r.) in den Niederlanden für Vitesse Arnheim

München - Es waren nur drei Worte, die der Trainer über seinen Debütanten verlor. "Es war schön", sagte Chelseas Coach Jose Mourinho über den ersten Auftritt von Tomas Kalas in der Premier League im vergangenen April. Damit beschrieb der Portugiese den soliden, konzentrierten Auftritt des Innenverteidigers nach dem Topspiel in Liverpool. 2:0 gewannen die "Blues" an der Anfield Road.

Es war der vierte Sieg im vierten Pflichtspiel, in dem Kalas in der ersten Mannschaft Chelseas zum Einsatz kam. Ein weiterer folgte wenige Tage später gegen Cardiff. Wieder spielte der Tscheche über 90 Minuten. Trotz der hundertprozentigen Sieg-Quote blieb seine Perspektive an der Stamford Bridge bescheiden - und Köln freut sich nun darüber.

Lehrjahre in den Niederlanden

Der Aufsteiger leiht das 21 Jahre alte Talent, das noch bis 2017 an Chelsea gebundenen ist, für die kommende Saison aus. Es soll ein Deal werden, der gerne als Win-Win-Situation tituliert wird. Der Neue erklärt gleich, wie das laufen soll. "Ich bin weg, um wieder mehr zu spielen", sagte Kalas, "ich hoffe, ich kann dem FC helfen, damit wir nicht gegen den Abstieg kämpfen."

Neben seinen Einsätzen in London kommt der 1,84 Meter große Defensivspieler mit der Erfahrung von 63 Spielen für Vitesse Arnheim und einem A-Länderspiel für Tschechien in die Domstadt. Nachdem Chelsea Kalas 2010 vom tschechischen Verein Sigma Olmütz kaufte, liehen ihn die Engländer sofort an den Partnerclub in die Niederlande aus, um ihn dort reifen zu lassen. Mit Erfolg: Kalas wurde auf Anhieb Stammspieler in Arnheim - und durfte nach seinen starken Auftritten im Sommer 2013 zurück auf die Insel.

Schockdiagnose Wadenbeinbruch

Doch ein Wadenbeinbruch im Jahr 2013 stoppte die Entwicklung abrupt. Mühsam musste sich der Blondschopf herankämpfen, wohl wissend um die Qualität seiner Konkurrenten bei Chelsea. Namentlich John Terry, Gary Cahill und Branislav Ivanovic.

Nach der Genesung blieben Mourinho die Vorzüge des Tschechen nicht verborgen, zu mehr als einer Handvoll Einsätzen reichte es trotzdem nicht. Deshalb forcierte Kalas ein Leihgeschäft in diesem Sommer. "Der FC war die beste Option, die ich hatte", erklärte er seine Beweggründe für den Wechsel nach Köln.

Erinnerungen an Tosic

In der Domstadt werden Erinnerungen wach. Schon einmal liehen die Kölner einen Spieler von einem englischen Topclub aus. Von Januar bis Juni 2010 trug Zoran Tosic, Leihgabe von Manchester United, das Trikot der Rheinländer.

Der Serbe half bei seinen 13 Bundesliga-Einsätzen mit fünf Toren und zwei Vorlagen entscheidend mit, dass Köln die Klasse hielt. Danach kehrte der Außenbahnspieler nach England zurück. Heute ist er Stammspieler in der Nationalmannschaft und bei ZSKA Moskau. Es war eine Win-Win-Situation. Genau das erhofft man sich in Köln auch von der Zusammenarbeit mit Kalas. Bei FC-Trainer Peter Stöger ist davon auszugehen, dass er Kalas im kommenden Sommer mit mehr als drei Worten verabschieden wird.

Christoph Gailer

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