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2. Bundesliga

08.05.2014 - 15:05 Uhr


Bundesliga-Fieber in Ostwestfalen

Seit dem Umzug in die neue Arena 2008 ist die Fanszene des SC Paderborn 07 enorm gewachsen

Köln - Der SC Paderborn 07 ist nur noch einen Sieg davon entfernt, sich als 53. Bundesligist in die Geschichtsbücher einzutragen. Die Benteler-Arena wird am Sonntag aus allen Nähten platzen. Eine ganze Region befindet sich im Fußballfieber. Das war nicht immer so. Christian Just ist Fanbeauftragter der Ostwestfalen und dem Club seit seiner Kindheit verbunden. Er hat alle Aufs und Abs der letzten Jahrzehnte miterlebt. Der entscheidenden Partie gegen den VfR Aalen blickt er mit westfälischer Gelassenheit entgegen.

1985 fusionierten der TuS Schloß-Neuhaus und der 1. FC Paderborn. Es entstand die TuS Paderborn-Neuhaus, die 1997 in SC Paderborn 07 umbenannt wurde. Vor dem Zusammenschluss besuchte Just regelmäßig die Spiele des 1. FC Paderborn in der Amateurliga Westfalen. " Da konnte man noch locker stehen und den Fußball ohne einen Zaun verfolgen ", erinnert sich Just an die alten Zeiten. Heute ist der SC Paderborn 07 in aller Munde und das Telefon des Fanbeauftragten steht kaum still.

20 Jahre Drittklassigkeit

Die ersten 20 Jahre nach der Fusion blieb es relativ ruhig um den SCP. Abgesehen von der Saison 2000/01, in der die Ostwestfalen Meister in der viertklassigen Oberliga Westfalen wurden, spielte Paderborn bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga 2005 immer drittklassig. Den ersten großen Popularitätsschub des Vereins gab es aber ausgerechnet nach dem Abstieg in die 3. Liga 2008. Der SC Paderborn zog damals vom altehrwürdigen Hermann-Löns-Stadion in die neue paragon arena, die heutige Benteler-Arena, um. "Das Hermann-Löns-Stadion war eigentlich ein einfacher Sportplatz mit ein paar Tribünen", erklärt Just, der seit einem Unfall 1992 im Rollstuhl sitzt. Einzigartig machte die damalige Heimstätte eine Hochspannungsleitung, die direkt über das Stadion führte.

Mit dem modernen Stadion begann eine neue Ära. Gleichzeitig kämpfte der SCP um den direkten Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga. Am Saisonende belegte Paderborn den 3. Platz und setzte sich in den Relegationsspielen gegen den VfL Osnabrück durch. Das sorgte für ein ganz neues Selbstbewusstsein in der Stadt. "Mit dem neuen Stadion wurde auch die Atmosphäre immer besser", blickt Just zurück. Der heutige Fanbeauftragte gründete 2003 den Fanclub "PaderRollis". Ihm war es ein Anliegen, dass beim Stadionneubau auch an die Fans mit Behinderung gedacht wurde.

Die Paderborner Fanbasis wächst

Justs Engagement für den Verein blieb auch dem Club nicht verborgen. 2004 startete Just als ehrenamtliche Behindertenfanbeauftragter seine offizielle Arbeit für den SCP, bevor er 2011 hauptamtlicher Fanbeauftragter wurde. Gleich in seiner ersten Saison klopfte der SC Paderborn das erste Mal an das Tor zur Bundesliga. Nur ein Punkt trennte Paderborn 2011/12 vom Relegationsplatz. Der Aufstieg wurde zwar verpasst, aber die Spielzeit half, die Fanbasis zu erweitern. "Mittlerweile haben wir einen Stamm von 6.000 bis 7.000 Anhängern, die immer kommen. Egal, wie es sportlich läuft", so Just. Für einen Club, dessen Zuschauerzahlen vor der Jahrtausendwende häufig im dreistelligen Bereich lagen, eine rasante Entwicklung.

Die Euphorie in dieser Spielzeit übertrifft aber alles zuvor dagewesene. Neue Fanclubs sprießen wie Pilze aus dem Boden, die Mitgliederzahl des Vereins hat sich vervielfacht und der Zuschauerschnitt ist der höchste der Vereinsgeschichte. Eine ganze Stadt träumt von der Bundesliga. Just sieht den Aufstieg vor allem als Chance, seinen geliebten Club überregional bekannt zu machen: "Alle Augen sind auf die Bundesliga gerichtet. Da wäre es natürlich toll, wenn wir mit dem 'kleinen' SCP da oben mitmischen könnten." Es wäre der nächste große Schritt in der Geschichte des SC Paderborn 07.

Florian Reinecke

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