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2. Bundesliga

23.08.2013 - 12:06 Uhr


Die soziale Seite des Kiezclubs

Im Blickfeld vom Millerntor können die Flüchtlinge des FC Lampedusa regelmäßig trainieren (Foto: FC St. Pauli)

Im Blickfeld vom Millerntor können die Flüchtlinge des FC Lampedusa regelmäßig trainieren (Foto: FC St. Pauli)

Köln - Die tiefe Verbindung zu seinem Heimatviertel trägt der FC St. Pauli bereits in seinem Vereinsnamen. Der Kultclub aus der 2. Bundesliga gehört zum Hamburger Stadtteil St. Pauli wie die Reeperbahn oder die Landungsbrücken. Die Strahlkraft der Kiezkicker geht dabei weit über die rein sportliche Komponente hinaus. Seit Jahren unterstützt der Club verschiedenste lokale Projekte, die die Lebensbedingungen in St. Pauli verbessern.
Am 23. Juli 2013 gab der einstige Weltpokalsieger-Besieger seiner sozialen Seite auch einen offiziellen Namen. Auf kiezhelden.com bündelt der FC St. Pauli zukünftig sein Engagement abseits des Platzes. "Wir erfahren in unserem Viertel so viel Zuspruch. Davon möchten wir etwas zurückgeben", erklärt Dorit Moysich. Sie ist als eine von zwei Mitarbeiterinnen der Abteilung Sozialmarketing des Stadtteilclubs für "Kiezhelden" verantwortlich. Die Kiezhelden unterstützen regionale, überregionale und weltweite Projekte.

Kooperation mit think und betterplace.org



kiezhelden.com bietet sozialen Projekten die Möglichkeit, die mediale Präsenz des FC St. Pauli zu nutzen, um bestimmte Spendenziele zu erreichen oder freiwillige Helfer zum Mitmachen zu motivieren. Dabei kooperiert der Club mit der Agentur "think", die den Webauftritt gestaltet sowie mit der Spendenplattform betterplace.org. Betterplace sorgt dafür, dass garantiert 100 Prozent der Spenden beim jeweiligen Projekt ankommen und kein Geld für bürokratische Abläufe und Verwaltung aufgewendet werden muss.

kiezhelden.com startete zunächst mit fünf Projekten, die der FC St. Pauli schon länger unterstützt. Schnell kam ein sechstes Aufgabenfeld hinzu. Seit Anfang Juni sind um die 80 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Libyen in der St. Pauli-Kirche untergebracht. Die Kiezhelden helfen den Afrikanern, ein wenig Alltag in der Hansestadt zu erleben. Der clubeigene Kunstrasenplatz wird den Flüchtlingen zu regelmäßigen Trainingseinheiten zur Verfügung gestellt. Dabei wird auf den ersten Blick klar, dass der Fußball für die meisten ein alter Bekannter ist: "Die können richtig kicken", beschreibt Moysich die hohe Qualität auf dem Trainingsplatz.

Profis überreichen Ausrüstung



Das musste auch die 8. Mannschaft des FC St. Pauli feststellen, die ihre Spiele für gewöhnlich in der Kreisliga B bestreitet und den Flüchtlingen in einem Freundschaftsspiel unterlag. "FC Lampedusa" haben sich die jungen Männer nach der Insel im Mittelmeer benannt, die für die meisten der Startpunkt für das Leben in Europa war. Während seiner Trainingseinheiten trägt der FC Lampedusa professionelle Ausrüstung. Die Profis aus der 2. Bundesliga kamen mit Schuhen, Bällen und allem, was man zum Fußball sonst noch so braucht an der St. Pauli-Kirche vorbei und überreichten die Geschenke persönlich. Dementsprechend groß fällt die Identifikation der Afrikaner mit dem Kiezclub bereits aus. "We are St. Pauli", schallt es den Spaziergängern am Kunstrasenplatz regelmäßig entgegen.

Neben dem Fußballequipment wurden den Flüchtlingen dank der zahlreichen Spenden auf kiezhelden.com unter anderem bereits Tickets für den öffentlichen Nahverkehr, diverse Hygiene-Artikel, Fahrradschlösser und Handy-Guthaben finanziert. Momentan wird für einen Stadionbesuch des Heimspiels gegen Fortuna Düsseldorf gesammelt. 35 Freikarten stellt der FC St. Pauli zur Verfügung. Die 420 Euro für die restlichen Tickets werden über Spenden gesammelt. Wem die afrikanischen Zuschauer gegen Düsseldorf die Daumen drücken werden, steht jetzt schon fest. Natürlich dem Club aus ihrem Viertel.

Florian Reinecke
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