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2. Bundesliga

27.02.2014 - 11:28 Uhr


Aufstiegscheck, Teil 1

Er weiß, wie es geht: Mike Büskens bei der Fürther Aufstiegsfeier 2012. Für bundesliga.de analysiert er den packenden Aufstiegskampf in Liga 2

Der ehemalige Schalker (r.) absolvierte 370 Bundesliga-Spiele und traf dabei 20 Mal

München - Selten war der Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga so spannend wie in dieser Saison: Gleich neun Clubs haben noch realistische Chancen auf die begehrten Plätze (Tabelle). Vom Relegationsrang 3 sind es nur sechs Punkte bis Platz 9. "Hinter Köln ist es ein wahnsinnig spannendes Rennen, das einiges an Brisanz verspricht", sagt Mike Büskens. 2012 schaffte er selbst mit Greuther Fürth den Sprung in die Eliteklasse, für bundesliga.de schätzt Büskens die Chancen der Clubs von Köln bis Sandhausen ein (Tabellenrechner).

1. FC Köln (43 Punkte)

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Form: Es hätten neun Punkte sein können. Doch trotz des späten Ausgleichs im Topspiel gegen Fürth liegt Köln mit komfortablen sechs Punkten vor der Konkurrenz auf Platz 1. Der Start ins neue Jahr mit vier Punkten aus drei Spielen hätte allerdings besser laufen können.

Die Fakten: 

+ Mit nur zwölf Gegentoren hat Köln die mit Abstand beste Defensive der Liga.

+ Mit Timo Horn haben die Kölner den Top-Keeper der Liga, er wehrte starke 85 Prozent der Bälle, die auf sein Tor flogen, ab.

- Der FC hat nur 34 Treffer erzielt. In der Historie der 2. Bundesliga hatten nach 22 Spieltagen nur zwei Spitzenreiter eine schwächere Offensive.

- Zuhause läuft es nicht: Köln hat nicht einmal die Hälfte der Heimspiele (fünf von elf) gewonnen.

Mike Büskens:

"Die Kölner werden ganz sicher aufsteigen, weil sie sehr gut aufgestellt sind. Der Verein hat sich nach dem schmerzhaften Abstieg vor zwei Jahren im letzten Jahr die nötige Zeit gegeben, Sachen wieder aufzubauen. Mit den Verpflichtungen von Peszko, Ujah, Halfar, Risse und Helmes sind die Kölner voll auf die Rückkehr in die Bundesliga ausgerichtet."

 

SpVgg Greuther Fürth (37 Punkte)

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Form: Der Ausbruch des Noro-Virus beeinträchtigte die Vorbereitung auf das Topspiel, daher ist das 1:1 in Köln als Erfolg für die Fürther zu werten. Allerdings wartet das Kleeblatt 2014 noch auf den ersten Sieg: Der Pleite in Lautern folgte ein Remis gegen den Karlsruher SC.

Die Fakten: 

+ Die Franken sprinten von allen Mannschaften am häufigsten (durchschnittlich 211,1 Mal) und sind mit 121,6 Kilometern pro Spiel das lauffreudigste Team der Liga.

+ Auf die Abwehr ist Verlass: Fürth kassierte die wenigsten Gegentore durch Angreifer (fünf).

- Fürth ist drei Spielen sieglos und verpasste es so sich in den Spielen gegen die direkte Konkurrenz aus Lautern, Karlsruhe und Köln einen Vorteil zu verschaffen.

- Die Defensive ist anfälliger geworden: Das Kleeblatt hat in den ersten fünf Spielen der Hinrunde schon acht Gegentore hinnehmen müssen - zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde waren es nur zwei.

Mike Büskens:

"Ich wünsche Fürth den Aufstieg. Der ganze Verein arbeitet mit einer wahnsinnigen Leidenschaft für die sportlichen Ziele. Ich habe das Team bereits vor der Saison zum Kreis der Favoriten gezählt, weil man sich dort die nötige Zeit nimmt, Dinge zu entwickeln. Der Druck ist in Fürth von außen nicht so groß, wie beispielsweise in Kaiserslautern. Das Auftaktprogramm war hart, aber in Köln haben sie schon ein kleines Ausrufezeichen gesetzt. Als Zweiter sind sie immer noch in einer sehr guten Position, weil die anderen Mannschaften auch nicht wie gewünscht punkten konnten." 

 

Karlsruher SC (36 Punkte)

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Form: Torschütze Rouwen Hennings (© Imago) und der KSC siegten zuletzt mit 2:1 gegen Sandhausen und sind seit insgesamt zwölf Spielen ungeschlagen, fünf dieser Spiele endeten remis. Auch dem Tabellenzweiten aus Fürth trotzte der Aufsteiger vor zwei Wochen ein 1:1 ab.

Die Fakten: 

+ Karlsruhe lebt vom Kollektiv. Selbst Ausfälle, wie die aktuelle Sperre von Leistungsträger Dimitri Nazarov, kann der KSC kompensieren.

+ Trotz eher abwartender Spielanlage gestattete Karlsruhe den Gegnern die wenigsten Großchancen (13).

- Der Aufsteiger hat bereits sieben Mal eine Führung nicht bis ins Ziel retten können. Eindrucksvollstes Negativ-Beispiel ist das 3:3 gegen den FSV Frankfurt, als der KSC eine 3:0-Führung verspielte.

- Die Badener gingen schon neun Mal mit einem Remis vom Platz - keiner der Aufstiegskandidaten bringt teilte häufiger die Punkte.

Mike Büskens:

"Der KSC kann definitiv für eine große Überraschung sorgen, weil er als Team gewachsen ist. Markus Kauczinski hat die Mannschaft in einer sportlich schwierigen Phase übernommen und der Mannschaft ein Gesicht gegeben. Sie arbeiten gut gegen den Ball und verfügen über ein gutes Umschaltspiel. Der KSC hat den allerwenigsten Druck. Es ging für Karlsruhe in erster Linie darum, sich nach den turbulenten letzten Jahren in der Liga zu halten."

 

1. FC Union Berlin (36 Punkte)

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Form: Der Traum vom Bundesliga-Aufstieg wieder wieder realer. In den letzten fünf Spielen waren die Köpenicker nicht zu bezwingen und holte dabei drei Siege. Zum Jahresauftakt gab es zwei Unentschieden, dann folgte ein 2:0 über den FSV Frankfurt (hier das 1:0 von Torsten Mattuschka, r. / © Imago).

Die Fakten: 

+ Union ist enorm routiniert, stellt mit 28 Jahren die älteste Mannschaft der Liga.

+ Mit Torsten Mattuschka hat Union einen echten Kopf, der Kapitän ist einer der Topscorer der Liga (17 Torbeteiligungen).

- Am Saisonende geht es gegen Kaiserslautern, Karlsruhe und Köln - zum Hinrundenende holte Union gegen die drei Mitkonkurrenten nur einen Punkt.

- In der Fremde taten sich die Köpenicker zuletzt schwer: Union hat nur eines der vergangenen sechs Auswärtsspiele gewonnen.

Mike Büskens:

"Torsten Mattuschka ist der 'Local Hero' einer erfahrenen Mannschaft, die im Kern seit Jahren zusammen spielt. Union ist ein Konstrukt, bei dem man erkennt, dass über Jahre hinweg eine Philosophie umgesetzt wird. Uwe Neuhaus weiß um die Möglichkeiten seines Teams und es ist kein Verbrechen, offensiv mit seinen Ansprüchen umzugehen. Ich denke nicht, dass sie verkrampfen werden und mit der Unterstützung der Fans an der Alten Försterei traue ich ihnen einiges zu."

 

SC Paderborn (36 Punkte)

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Form: Nach fünf Dreiern in Serie gab es beim 2:2 bei 1860 München einen Dämpfer, als die Ostwestfalen eine 2:0-Führung noch verspielten (© Imago). Dennoch ist Paderborn das Team der Stunde in Liga 2 und liegt mit 13 Punkten auf Platz 1 der Rückrundentabelle.

Die Fakten: 

+ Paderborn ist vor dem Tor enorm abgezockt, benötigte im Schnitt keine sieben Torschüsse für ein Tor. Keine andere Mannschaft ist so effektiv.

+ Mahir Saglik ist der beste Torschütze (neun Treffer) - und blieb die letzten beiden Partien 90 Minuten auf der Bank. Das belegt das Potential des SCP.

- Paderborn hat - wie der KSC - schon sieben Mal eine Führung aus der Hand gegeben und am Ende nicht gewonnen.

- In Spielen mit Paderborner Beteiligung fielen die meisten Tore. Das spricht zwar für die Offensive, aber auch gegen die Defensive: Nur die Kellerkinder Cottbus (38) und Bielefeld (44) kassierten mehr Gegentore als Paderborn (34)

Mike Büskens:

"Das Team verfügt über ein ganz klares Gerüst mit Kruse, Krösche, Hünemeier, Wemmer, Brückner, Meha und Saglik. Dazu kommen junge Spieler wie, Kachunga, Hartherz und Bakalorz, die sich hervorragend entwickelt haben. Ähnlich wie beim KSC erwartet niemand von Paderborn den Aufstieg. Das kann am Ende den Ausschlag geben. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Paderborner!"

 

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