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2. Bundesliga

27.02.2014 - 11:31 Uhr


Aufstiegscheck, Teil 2

Mit Fürth stieg er auf, zuletzt war er bei Düsseldorf tätig: Mike Büskens. Für bundesliga.de analysiert er den packenden Aufstiegskampf

Vier Jahre lang ging Büskens (r.) mit den Franken durch Höhen und Tiefen. Auch bei Schalke und Duisburg saß er schon auf der Trainerbank

München - Selten war der Aufstiegskampf in der 2. Bundesliga so spannend wie in dieser Saison: Gleich neun Clubs haben noch realistische Chancen auf die begehrten Plätze (Tabelle). Von Relegationsrang 3 sind es nur sechs Punkte bis Platz 9. "Hinter Köln ist es ein wahnsinnig spannendes Rennen, das einiges an Brisanz verspricht", sagt Mike Büskens. 2012 schaffte er selbst mit Greuther Fürth den Sprung in die Eliteklasse, für bundesliga.de schätzt Büskens die Chancen der Clubs von Köln bis Sandhausen ein (Tabellenrechner).

FC St. Pauli (35 Punkte)

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Form: Mit einer ausgeglichenen Bilanz tritt St. Pauli in der Rückrunde etwas auf der Stelle. Immerhin beendeten die Hamburger zuletzt mit dem 2:1-Sieg in Dresden (hier jubelt Florian Kringe, 2.v.l., über sein 1:0/ © Imago) eine Durststrecke von drei Partien ohne Dreier und nur einem einzigen Punkt.

Die Fakten: 

+ Auswärts spielen die Kiezkicker wie ein Aufsteiger, 21 Punkte werden nur von Köln überboten (24).

+ Nach Führungen lässt St. Pauli relativ wenig anbrennen. 13 Mal lagen die Hamburger in Führung, nur ein Mal mussten sie am Ende als Verlierer vom Platz gehen.

- St. Pauli hat die letzten drei Heimspiele verloren - und das jeweils zu null. In der Heimtabelle liegt das Team von Roland Vrabec daher nur auf einem bescheidenen 13. Platz.

- Besonders nach Ecken sind die Kiezkicker anfällig: Knapp ein Drittel der Gegentore fielen auf diese Weise (acht von 27).

Mike Büskens:

"Wenn sie Räume hat, schaltet die Mannschaft perfekt von Defensive auf Offensive um. Gegen tiefstehende Gegner am Millerntor hatten sie einige Probleme. Ich wünsche mir, dass St. Pauli mit der Spielvereinigung noch eine richtig große Rolle im Aufstiegsrennen spielt."

 

1. FC Kaiserslautern (34 Punkte)

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Form: Fassungslosigkeit in der Pfalz: Der ehemalige Dritte Lautern musste in den letzten beiden Spielen bittere Pleiten einstecken. Auf ein 0:1 in Aue folgte ein 1:2 gegen Aalen (hier Dominique Heintz, M. / © Imago). Dabei bezwang der FCK zum Jahresauftakt noch Mitkonkurrent Fürth 2:1.

Die Fakten: 

+ Der FCK gab von allen Mannschaften die meisten Torschüsse ab, kein Wunder bei der Top-Besetzung im Sturm: Simon Zoller (fehlte zuletzt) ist der Top-Torjäger der Liga (zehn Treffer), Mohamadou Idrissou einer der Topscorer (17 Torbeteiligungen).

+ Kaiserslautern gewann 54 Prozent der Defensiv-Zweikämpfe - Ligaspitze.

- Auswärts verlor der FCK fast jedes zweite Spiel (fünf von elf).

- Nach den beiden jüngsten Niederlagen ist Lautern auf Rang 7 abgerutscht, die Bilanz von fünf Niederlagen aus den vergangenen sieben Spiel ist ebenfalls nicht aufstiegsreif.

Mike Büskens:

"Die beiden Niederlagen zuletzt würde ich nicht allzu hoch bewerten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es immer unangenehm ist, in Aue zu spielen. Es ist eine Frage der Zeit, bis der FCK die große individuelle Qualität auch wieder erfolgreich abruft. Denn von der individuellen Qualität her ist Lautern nach dem FC am besten aufgestellt."

 

SV Sandhausen (30 Punkte)

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Form: Nach zwei knappen Niederlagen in Serie (0:1 gegen Köln und 1:2 in Karlsruhe) ist der SVS wieder etwas abgerutscht, nachdem Ranisav Jovanovic (© Imago) und Co. davor dreimal ungeschlagen geblieben waren und dabei die Ost-Clubs Aue und Cottbus mit 1:0 geschlagen hatte.

Die Fakten: 

+ Das heimische Hardtwaldstadion ist eine schwer einnehmbare Festung. Nur gegen das Spitzeduo aus Köln und Fürth kassierte der SVS Niederlagen.

+ Prunkstück der Kurpfälzer ist die Defensive: Nur 20 Gegentore sind zusammen mit Karlsruhe und hinter Köln die geringste Anzahl der Liga.

- In der Offensive drückt der Schuh: Mit nur 19 Toren stellt das Team von Alois Schwartz den harmlosesten Sturm der 2. Bundesliga.

- Seltenes Spektakel: Generell fallen in den Spielen mit Beteiligung der Sandhäuser die wenigsten Tore. Erst ein Mal schoss der SVS mehr als zwei Tore in einem Spiel.

Mike Büskens:

"Das Problem von Sandhausen und 1860 ist, dass oben so viele Mannschaften um die Plätze 2 und 3 konkurrieren. Für diese Teams wird es schwer, noch mal einzugreifen, weil gleich eine ganze Reihe von Mannschaften richtig Punkte liegenlassen müssten. Das erwarte ich eher nicht. Sandhausen selbst ist ein unangenehm zu spielendes Team. Prunkstück ist die Defensive mit nur 19 Gegentoren. Das Ziel ist schnellstmöglich die 40 Punkte zu holen - alles andere ist Bonus."

 

TSV 1860 München (30 Punkte)

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Form: 1860 ist seit fünf Spielen sieglos und belegt in der Rückrundentabelle Rang 16. Dem enttäuschenden Jahresauftakt (1:1 gegen Düsseldorf, 0:2 in Ingolstadt) folgte ein moralischer Sieg gegen Paderborn, als die Löwen dank Yuya Osako (M. /© Imago) ein 0:2 noch in ein 2:2 verwandelten.

Die Fakten: 

+ Winterneuzugang Yuya Osako hat bislang einen überzeugenden Eindruck gemacht und traf bereits zwei Mal in den ersten drei Spielen.

+ Mit nur drei Punkten legten die Sechziger einen klassischen Fehlstart in die Rückrunde hin. In der Hinrunde lagen die Löwen nach fünf Spieltagen mit einer Ausbeute von neun Punkten noch auf Rang 3.

- Die Löwen haben nur drei von elf Auswärtsspielen gewonnen: Mit acht Toren auf fremdem Platz ist die Offensive dort einfach zu harmlos.

- Die insgesamt 21 erzielten Tore sind ebenfalls noch ausbaufähig. Die negative Tordifferenz (-5) ist in diesem engen Aufstiegsrennen ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Nachteil.

Mike Büskens:

"Grundsätzlich haben die Sechziger den Anspruch, Bundesliga zu spielen. Mit Friedhelm Funkel haben sie einen Trainer, der am besten weiß, wie man aufsteigt. Gleichzeitig gibt es immer wieder Unruhe im Umfeld. Vielleicht sollte man den Löwen auch mal die Zeit geben. Man kann es eben nicht erzwingen. Mit Hilfe ihres guten Nachwuchses sollten sie besser eine Mannschaft in den kommenden Jahren entwickeln, die eine gute Perspektive hat. Ich denke nicht, dass es in diesem Jahr schon zum Aufstieg reicht."

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