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2. Bundesliga

07.04.2014 - 09:57 Uhr


Auf der Zielgeraden

Mit dem 2:0-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld ist der 1. FC Köln seinem großen Ziel - den Aufstieg in die 1. Bundesliga - wieder ein Stück näher gekommen

Dennoch warnt FC-Coach Peter Stöger vor aufkommendem Leichsinn: "Für den Club steht zu viel auf dem Spiel"

Stattdessen wollen die Domstädter weiter ihr "Ding durchziehen" um so schnell wie möglich den Aufstieg klarzumachen

Köln - Jetzt fehlen dem 1. FC Köln nur noch zwei Siege, um die Rückkehr in die Bundesliga perfekt zu machen. Während die Konkurrenz Punkte liegen ließ, fuhren die Domstädter einen 2:0-Heimsieg gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld ein.

Daniel Halfar und Anthony Ujah schossen mit ihren Toren den kaum gefährdeten Erfolg heraus, der das Stadion in ein Tollhaus verwandelte. "Das war noch nicht der Aufstieg", versuchte FC-Keeper Timo Horn nach dem Arbeitssieg pflichtbewusst die Euphoriebremse zu treten. Aber es war schon ein Vorgeschmack auf das, was bereits in gut zwei Wochen am Ostermontag passieren könnte. Denn schon beim nächsten Heimspiel gegen den VfL Bochum könnte die große Aufstiegsparty steigen.

Ausgerechnet Düsseldorf leistet Schützenhilfe

Mit dafür verantwortlich war ausgerechnet der rheinische Rivale Fortuna Düsseldorf, der mit seinem unerwarteten 2:1-Auswärtssieg beim SC Paderborn Schützenhilfe leistete. "Ich habe mich schon bei Helmut Schulte (dem Sportdirektor der Fortuna, d. Red.) bedankt", sagte FC-Manager Jörg Schmadtke nach dem Kölner Sieg zufrieden, der dem FC nun einen Vorsprung von neun Punkten auf den Relegationsplatz bescherte.

Rechnerisch fehlen den Domstädter noch sieben Punkte, wegen der klar besseren Tordifferenz reichen allerdings praktisch noch sechs Zähler.  "Wir haben einen großen Schritt getan, das war auch die Zielsetzung", freute sich Daniel Halfar, dem gegen Bielefeld sein erstes Heimtor gelang. "Das fühlt sich definitiv gut an. Wir sind auf einem guten Weg und müssen weitermachen. Dann werden wir auch unser großes Ziel erreichen."

Stöger warnt vor Leichtsinn 

Auch Coach Peter Stöger ist optimistisch, warnt aber dennoch: "Wir machen keine Rechenbeispiele", sagte er. "Wir versuchen in jedem Spiel, unser Ding durchzuziehen. Wir haben mit Ausnahme der ersten Partie gegen Paderborn kein Spiel im Jahr 2014 verloren. Unser Ziel ist, das bis zum Ende der Meisterschaft durchzuziehen. Für den Club steht zu viel auf dem Spiel, um jetzt in irgendeiner Weise leichtsinnig zu werden."

Zweifel am Aufstieg des 1. FC Köln dürften aber selbst ausgewiesene Pessimisten nach dem dritten Sieg binnen zehn Tagen nicht mehr haben. Dafür präsentieren sich die Rheinländer zu stabil. Die Mannschaft von Peter Stöger lieferte in dieser Spielzeit zwar nur selten spektakuläre Partien ab, agierte aber immer höchst effizient.  Seit dem 10. Spieltag führt der FC (abgesehen von einer einwöchigen Unterbrechung nach der 15. Runde) die Tabelle an. Seit neun Spielen sind die Kölner ungeschlagen, seit fünf Begegnungen ohne Gegentor. Die beste Abwehr im deutschen Profifußball (erst 15 Gegentore) ist der Garant für den Erfolg.

Im Sturm drückt der Schuh

Die Defensive bewährte sich auch in neuer personeller Besetzung gegen Bielefeld. Auch der Ausfall zweier Stammkräfte der Viererkette - Kapitän Miso Brecko war gelbgesperrt, Kevin Wimmer verletzt - brachte den FC nicht in Bedrängnis. Peter Stöger konnte es sich sogar leisten, zur allgemeinen Überraschung Routinier Kevin McKenna dem etatmäßigen Ersatzmann Roman Golobart vorzuziehen.  "Wir haben uns für Kevin entschieden, weil es ein Heimspiel war. Das kennt er, er liebt die Kulisse. Er lässt sein Herz für den Verein auf dem Platz", lobte der Trainer den häufig etwas ungelenk wirkenden 34-jährigen Kanadier, der von den Fans vielleicht gerade deshalb bei jedem Ballkontakt gefeiert wurde.

Während die Abwehr unüberwindbar ist, drückt im Angriff trotz der hochkarätigen Namen der Schuh. 43 Tore in 29 Spielen sind nicht unbedingt ein furchteinflößender Wert. Zudem zeigen die eigentlich gesetzten Patrick Helmes und Anthony Ujah immer wieder Schwächen. Gegen Bielefeld tauchte Helmes komplett ab. "Er hatte nicht seinen besten Tag", meinte Stöger, der den Ex-Nationalspieler kurz nach der Pause aus dem Spiel nahm.

"Aufstieg so schnell wie möglich klarmachen"

In der Schlussphase wechselte der österreichische Erfolgstrainer Anthony Ujah ein, der prompt das erlösende 2:0 markierte. Es war der erste Treffer des Nigerianers im Jahr 2014. "Jeder hat sich für ihn gefreut", so Stöger. "Tony ist ein sensibler Spieler, der wieder zur Ruhe gekommen ist. Die Mannschaft weiß, dass er viel zu Platz 1 beigetragen hat und vergisst ihm das nicht."

Am kommenden Freitagabend gastiert der FC nun bei Union Berlin. "Wir wollen in Berlin drei Punkte mitnehmen und den Aufstieg so schnell wie möglich klar machen", gibt Timo Horn die Marschrichtung vor. Damit die Feierlichkeiten im RheinEnergieStadion bald steigen können.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski 

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