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2. Bundesliga

06.12.2013 - 10:30 Uhr


Adlung: "Man sieht Funkels Handschrift immer mehr"

Daniel Adlung musste lange auf seinen Premierentreffer für 1860 München warten. Beim Auswärtssieg in Bochum war es soweit

Adlung und Dominik Stahl (3.v.r., in grün) trafen beide per Kopf. Jetzt geht es für die dreimal in Folge erfolgreichen Löwen gegen Union

Adlung (l.) spielte vor seinem Engagement in München drei Jahre lang in Cottbus. Zuvor kickte er in Aachen, Wolfsburg und bei der SpVgg in seiner Heimatstadt Fürth

München - Der TSV 1860 München rollt derzeit das Feld in der 2. Bundesliga von hinten auf. Nach zuletzt drei Siegen am Stück haben sich die Löwen von Platz 14 bis auf Position 7 verbessert. Die Aufstiegsränge sind nur noch vier Punkte entfernt. Vor dem Verfolgerduell der Sechzger gegen Union Berlin am Samstag (ab 12:45 im Live-Ticker) stellte sich Daniel Adlung, letzte Woche noch Siegtorschütze in Bochum, zum Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Adlung, die Löwen haben die letzten drei Spiele in Folge gewonnen. Da dürfte die Stimmung rund um die Mannschaft gut sein?

Daniel Adlung: Ja, wenn man drei Spiele in Serie gewinnt, ist die Stimmung natürlich besser als in Phasen, in denen man die Ergebnisse nicht so positiv gestaltet hat.

bundesliga.de: Am vergangenen Spieltag ist Ihnen in Bochum nicht nur das Siegtor gelungen, es war auch Ihr erster Saisontreffer überhaupt. Was überwog danach: die Freude oder die Erleichterung?

Adlung: Die Freude darüber, dass wir wieder einen Dreier einfahren konnten. Ich habe lange genug auf das erste Tor gewartet und darauf hingearbeitet. Diesmal war nach der tollen Vorarbeit von "Stoppel" (Moritz Stoppelkamp, die Red.)  das Quäntchen Glück dabei. Ich musste dann ja nur noch aus kurzer Distanz den Ball über die Linie drücken.

bundesliga.de: Es schien als hätten Sie in den ersten Monaten in München noch mit einigen Eingewöhnungsproblemen zu kämpfen gehabt. Die scheinen nun überwunden zu sein.

Adlung: Ja, wir haben uns jetzt auch als Mannschaft mehr gefunden. Der Anfang war schwer, dann kam der Trainerwechsel dazu. Im Moment läuft es ganz gut. Man sieht die Handschrift von Friedhelm Funkel immer mehr. Je mehr Spiele wir positiv gestalten, umso mehr Sicherheit bekommen wir auch. Das hat man in den letzten Spielen gemerkt. Und das spiegelte sich auch in den Ergebnisse wider.

bundesliga.de: Woran erkennen Sie die Handschrift von Friedhelm Funkel? Worauf legt er am meisten Wert?

Adlung: Er legt darauf Wert, dass wir kompakt in der Defensive stehen. Unser Stürmer ist unser erster Verteidiger. Wir funktionieren jetzt als Mannschaft. Das ist ganz wichtig für unser Spiel. So können wir auch in der Offensive immer wieder gefährliche Akzente setzen. Und wir bekommen auch im Spiel nach vorne immer mehr Sicherheit.

bundesliga.de: Die Offensive der Sechziger war in dieser Saison bislang das große Problem. Noch immer haben die Löwen mit 14 Treffern die wenigsten Tore der 2. Bundesliga erzielt. Glauben Sie, dass in den letzten Spielen eine Besserung eingetreten ist?

Adlung: Ja, ich denke schon. Es ist natürlich nicht einfach, mit wenigen Toren Spiele zu gewinnen. Aber trotzdem hat es in den letzten Wochen sehr gut funktioniert. Wir können uns darauf verlassen, dass wir in der Offensive immer Chancen kreieren und Tore erzielen können.

bundesliga.de: Wie wohl fühlen Sie sich selbst in München?

Adlung: Ich fühle mich in der Mannschaft und im Umfeld absolut wohl. Wenn der Erfolg da ist, ist es umso schöner.

bundesliga.de: Inwieweit verfolgen Sie noch die Entwicklung Ihres Ex-Vereins Energie Cottbus?

Adlung: Ich habe noch Kontakt mit einigen Spielern. Es ist bitter, was dort im Moment passiert. Aber ich hoffe, dass die Mannschaft irgendwie aus der Situation herauskommen wird.

bundesliga.de: Am Samstag steigt in München das Verfolgerduell zwischen 1860 und Union Berlin. Der Sieger bleibt dem Spitzentrio auf den Fersen. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein, bei dem es seit einigen Wochen nicht mehr rund läuft?

Adlung: Union ist trotz allem ein sehr gefährlicher Gegner, der eine hohe Qualität in seinen Reihen hat. Sie hatten in den letzten Wochen nicht so viel Erfolg, obwohl einige gute Spiele dabei waren. Aber die Mannschaft ist gefestigt und wird bei uns Punkte mitnehmen wollen. Das ist der Anspruch von Union Berlin, dem wir natürlich einiges entgegen setzen werden.

bundesliga.de: Die Löwen sind jetzt wieder in Schlagdistanz zu den Topteams. Und Trainer Friedhelm Funkel hat bei seiner Verpflichtung das Ziel ausgegeben, um den Aufstieg mitspielen zu wollen. Wie bewerten Sie die sportlichen Perspektiven des Vereins?

Adlung: Wenn wir den eingeschlagenen Weg weitergehen, sieht es ganz gut aus. Aber vom Aufstieg wollen wir jetzt momentan nicht sprechen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir vor einigen Wochen nur knapp über dem Relegationsplatz standen. In der 2. Bundesliga geht das ganz schnell. Wir wollen bis zur Winterpause gut punkten. Dann werden wir weiter sehen.

bundesliga.de: Sie selbst haben schon knapp 200 Spiele in der 2. Bundesliga absolviert und hätten sicher nichts dagegen, bald Bundesliga-Spieler zu werden?

Adlung: Natürlich nicht. In meiner Zeit in Wolfsburg kam ich in der Bundesliga leider nicht zum Einsatz. Ich bin trotz allem guter Dinge. Aber das hat für mich derzeit nicht oberste Priorität. Wir wollen in München in der 2. Bundesliga erfolgreich Fußball spielen. Was dann am Ende dabei herauskommt, wird sich zeigen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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