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2. Bundesliga

05.02.2014 - 09:45 Uhr


Die 2. Bundesliga im Check: Plätze 7 bis 12

München - Die Winterpause in der 2. Bundesliga neigt sich dem Ende zu. bundesliga.de nimmt die Clubs im großen Check unter die Lupe und beleuchtet die Problemzonen, Ziele und Hoffnungsträger. In diesem Teil: die Teams auf den Plätzen 7 bis 12.

SC Paderborn

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Die Winterpause ist auch immer eine Zeit der Weichenstellungen. So hat der SCP den Vertrag mit dem erst im vergangenen Sommer verpflichteten Trainer Andre Breitenreiter vorzeitig verlängert. Der Ex-Profi soll mit der Mannschaft nun "die nächste Entwicklungsstufe" anpeilen, sagte Präsident Wilfried Finke. Und angesichts von Platz 7 und nur zwei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang könnte es mit der Realisierung dieses Ziels erheblich schneller klappen als gedacht. 

Personal: Während auf der Trainerbank also für Kontinuität gesorgt wurde, hat man am Kader geringfügige Korrekturen vorgenommen. Mit Manuel Zeitz (1. FC Saarbrücken) und Fabian Scheffer (FC Carl Zeiss Jena) wurden zwei Spieler verliehen, die in der ersten Saisonhälfte kaum eine bzw. gar keine Rolle gespielt haben. Neu dabei sind dafür der von Eintracht Frankfurt ausgeliehene Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz und Stürmer Süleyman Koc, für den in der Regionalliga Nordost nach 14 Spielen für den SV Babelsberg immerhin acht Tore und sechs Vorlagen zu Buche standen. 

Problemzone: Angesichts von 32 Gegentoren in 19 Spielen eindeutig die Abwehr. Ganz im Griff hat Paderborn dieses Problem nach wie vor nicht. Denn auch in den Testspielen stand die Null nur gegen Teams aus niedrigeren Ligen (alle Testspiele). 

Ausblick: Auch wenn die Defensive der Ostwestfalen gelegentlich wackelt, gehört deren Abteilung Attacke zu den stärksten der Liga (32 Tore). Die vielen Gegentreffer werden dadurch wieder einigermaßen wettgemacht, so dass ein Platz im vorderen Mittelfeld durchaus drin sein sollte. 

Wussten Sie, dass ... Paderborn das effektivste Team der Liga ist und durchschnittlich bloß sieben Torschüsse für ein Tor benötigte?

1860 München

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Bald zehn Jahre nach dem Abstieg drängen die Löwen mit Macht zurück in die Bundesliga. Nach den ersten 19 Spieltagen einer bislang noch eher durchwachsenen Saison beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bloß drei Punkte - das große Ziel ist also bereits in greifbarer Nähe. Darum wurde im Winter nochmal kräftig nachgerüstet (alle Transfers). 

Personal: Mit dem international erfahrenen Mittelfeldspieler Markus Steinhöfer (Betis Sevilla) und dem japanischen Nationalstürmer Yuya Osako (Kashima Antlers), den Trainer Friedhelm Funkel vorerst für gesetzt erklärt hat, wurde die Qualität im Offensivbereich deutlich gesteigert. Zum Abschluss der Transferperiode verpflichtete der TSV dann noch Andreas Ludwig (ausgeliehen von 1899 Hoffenheim). Wirklich eingespielt wirkt die Mannschaft aber noch nicht, denn abgesehen von der Generalprobe gegen den SV Grödig (3:0) wurde kein anderes der insgesamt vier Testspiele gewonnen. 

Problemzone: Magere 18 Tore in 19 Spielen sind für höhere Ansprüche oder sogar den Aufstieg offenkundig zu wenig. Das wissen natürlich auch die Verantwortlichen, die darum gezielt in Sturm und Mittelfeld nachgebessert haben. Nachdem die Münchner bisher von allen Mannschaften die wenigsten Spieler eingesetzt haben, ist der Kader nun breiter - und der Konkurrenzkampf größer.  

Ausblick: Auf die direkten Aufstiegsplätze 1 und 2 haben die Löwen bereits elf bzw. sieben Punkte Rückstand - das ist schon eine Menge Holz. Im Rennen um den Relegationsplatz dürfte man aber - auch dank der personellen Verstärkungen - durchaus ein Wörtchen mitreden.  

Wussten Sie, dass ... nur der 1. FC Köln häufiger an Latte oder Pfosten gescheitert ist (13 Mal) als 1860 (neun Mal)? 

SV Sandhausen 

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Wer wissen möchte, wie man aus wenig viel macht, muss sich nur die Saisonbilanz des SVS anschauen: Mit den wenigsten Toren aller Teams (17) hat man nach 19 Spieltagen immerhin 27 Punkte eingefahren - das entspricht Platz 9 in der Tabelle. Vorderes Mittelfeld statt Abstiegskampf. Der Weg dorthin führt über eine extrem stabile Defensive. 

Personal: Drei Spieler wurden abgegeben, drei Neuzugänge verpflichtet (alle Transfers). Mit Frank Löning (Erzgebirge Aue), der in der Hinrunde nicht mehr über die Jokerrolle hinausgekommenwar, hat der langjährige Kapitän und Top-Torjäger der Vorsaison den Verein verlassen. Mit dem vom 1. FC Nürnberg ausgeliehenen Markus Mendler und Eike Uzoma hat Sandhausen dafür aber auch zwei Profis geholt, die ihr Können schon in der Bundesliga unter Beweis gestellt haben. 

Problemzone: Die mangelnde Torgefahr und Durchschlagskraft. Die 17 Treffer verteilen sich auf gerade mal sieben Profis - damit sind die Kurpfälzer nicht allzu schwer auszurechnen. Dass man hier auch nach der Vorbereitung noch Luft nach oben hat, zeigten die fünf Testspiele, in denen der SVS gleich drei Mal ohne Torerfolg geblieben ist.

Ausblick: Der Vorsprung zur Abstiegszone beträgt momentan sechs Punkte. Obwohl die Probleme in der Offensive nicht zu übersehen sind, sollte die zweitstärkste Defensive der Liga (17 Gegentore) schon dafür sorgen, dass der SVS den Klassenerhalt in diesem Jahr zeitig sicher hat. 

Wussten Sie, dass ... Sandhausen nach Eckbällen noch ohne Gegentor ist? 

Fortuna Düsseldorf

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Als Bundesliga-Absteiger mit großen Ambitionen gestartet, erlebten die Düsseldorfer in der ersten Saisonhälfte ein echtes Wechselbad der Gefühle: Erst musste Trainer Mike Büskens Ende November gehen. Mit Interimscoach Oliver Reck arbeitete sich die Fortuna mühsam aus dem Keller heraus, ehe zur Winterpause mit Lorenz-Günter Köster dennoch ein erfahrener Fußballlehrer verpflichtet wurde. Die Tabellensituation ist nämlich nicht ungefährlich, schließlich beträgt der Rückstand auf Platz 3 momentan nur sechs, der Vorsprung auf den Relegationsrang 16 aber sogar bloß vier Punkte. 

Personal: Gerrit Wegkamp (MSV Duisburg, Leihe) und der schon in der Hinrunde zeitweise suspendierte Stefan Reisinger (1. FC Saarbrücken) haben den Verein verlassen. Mit dem Österreicher Michael Liendl haben die Rheinländer dafür einen neuen Spielmacher verpflichtet, der sich im Trikot des Wolfsberger AC mit elf Toren und fünf Assists in 21 Spielen  für einen Wechsel empfohlen hatte.

Problemzone: In den bisherigen 19 Spielen hat den Rheinländern besonders die nötige Abstimmung gefehlt. 30 Spieler wurden eingesetzt, eine echte Stammelf hat sich dementsprechend nicht herauskristallisiert. Dazu sind 21 Tore für eine Topmannschaft einfach zu wenig und wenn dann auch noch acht davon auf das Konto eines einzigen Spielers gehen, ist das Team auch vergleichsweise leicht auszurechnen: Wird Charlison Benschop aus dem Spiel genommen, ist das die halbe Miete. Gleichzeitig sind 29 Gegentreffer ebenfalls zu viele - in der Vorbereitung war also einiges zu tun (alle Testspiele).

Ausblick: Mit dem Trainerfuchs Köstner auf der Bank und einem Kader, der für die 2. Bundesliga allemal ausreichen sollte, dürften sich die Düsseldorfer im Mittelfeld der Tabelle stabilisieren. Mehr ist in diesem Jahr wohl nicht drin.

Wussten Sie, dass ... die Fortuna von allen Teams die drittwenigsten Torschüsse zugelassen hat (222)?

VfL Bochum

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Stolze acht Mal ist beim VfL an den bisherigen 19 Spieltagen die Null gestanden - allerdings auf der falschen Seite. Das ist natürlich ein Problem, denn im Fußball gehen wenige Tore in den meisten Fällen mit einer geringen Punktausbeute einher. Und so ist der Revierclub auf Rang 11 mit nur zwei Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 in die Winterpause gegangen. 

Personal: Trotz der durchwachsenen ersten Saisonhälfte vertraut Trainer Peter Neururer auf das vorhandene Spielermaterial und hat daher auf externe Neuzugänge verzichtet. Durch die Abgänge von Mounir Chaftar und Mario Jelavic wurde das Aufgebot sogar noch verkleinert. Mit Routinier Lukas Sinkiewicz, der nach elf Monaten Verletzungspause vor der Rückkehr steht, erhält Bochum aber Verstärkung aus den eigenen Reihen. 

Problemzone: 18 Tore sind die zweitwenigsten der Liga. Dass es so natürlich schwer wird, eine Partie für sich zu entscheiden, zeigte sich auch in den vier Testspielen, von denen kein einziges gewonnen wurde (alle Testspiele). Wobei aber auch nicht verschwiegen werden soll, dass Bochum in der Vorbereitung gleich drei Mal gegen Bundesligisten angetreten ist und zum Beispiel Borussia Dortmund (1:2) das Leben sehr schwer gemacht hat. 

Ausblick: Auch wenn der Schuh im Sturm noch ziemlich drückt, steht zumindest die Abwehr (20 Gegentore). Mit Neururer steht außerdem ein im Kampf um den Klassenerhalt extrem erfahrener Trainer am Ruder - unter dem Strich sollte das für einen Platz im gesicherten Mittelfeld genügen. 

Wussten Sie, dass ... die Verteidiger des VfL die torgefährlichsten der Liga sind (fünf Treffer)?

VfR Aalen

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Von Zeit zu Zeit muss man einfach mal ein Zeichen setzen. Während anderswo nach nur einem Sieg in den letzten sechs Spielen vor der Winterpause womöglich eine langwierige Trainerdiskussion ausgebrochen wäre, hat der VfR die Vertragsverlängerung mit Stefan Ruthenbeck verkündet. Bis 2017 soll der ehemalige Nachwuchscoach den Verein der 2. Bundesliga etablieren. Dafür muss zunächst die sportliche Wende her - und zwar schnell.  

Personal: Mit Maximilian Oesterhelweg (Eintracht Frankfurt II) und Nejmeddin Daghfous (1. FSV Mainz 05 II) wurden zwei neue Offensivkräfte verpflichtet (alle Transfers). Außerdem hat sich Jürgen Mössmer nach seiner Sprunggelenksverletzung Anfang November zurückgemeldet. Mit dem 24-Jährigen hat Aalen nun wieder eine weitere Alternative für die Mittelfeldzentrale. 

Problemzone: Zehn Mal ist Aalen in der ersten Saisonhälfte ohne Torerfolg geblieben - das ist einsame Liga-Spitze. Dabei ist es nicht so, als würde man es nicht versuchen: Nur bei zwei Teams haben die Stürmer bislang mehr Torschüsse abgegeben als die des VfR (104). Was vielen Profis fehlt, ist die Durchschlagskraft. Im Ergebnis zeichnen Enrico Valentini (fünf Treffer) und Robert Lechleiter (vier) zusammen für die Hälfte der 18 Tore verantwortlich. 

Ausblick: Der VfR hat nicht nur die letzten drei Partien vor der Winterpause verloren, sondern auch lediglich das erste seiner sieben Testspiele gewonnen - die Tendenz ist alarmierend. Zum Auftakt muss Aalen nun gleich gegen Erzgebirge Aue und Energie Cottbus ran, zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Gelingt hier endlich die Wende, winkt ein Platz im unteren Mittelfeld. Andernfalls droht man im Abstiegssumpf zu versinken.

Wussten Sie, dass ... die Spieler des VfR bislang die wenigsten Fouls begangen haben (217)? 

 

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