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2. Bundesliga

03.02.2014 - 10:02 Uhr


Die 2. Bundesliga im Check: Plätze 1 bis 6

München - Die Winterpause in der 2. Bundesliga neigt sich dem Ende zu. bundesliga.de nimmt die Clubs im großen Check unter die Lupe und beleuchtet die Problemzonen, Ziele und Hoffnungsträger. In diesem Teil: die Teams auf den Plätzen 1 bis 6.

1. FC Köln

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Mit vier Siegen vor der Winterpause hat sich der FC vor der Winterpause als Topfavorit auf den Aufstieg in Stellung gebracht. Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz. "Jetzt müssen wir die Mission zu Ende bringen", sagte Trainer Peter Stöger während des Trainingslagers im türkischen Belek. Dort blieben die Kölner in vier Tests ohne Niederlage, spielten gegen Warschau und Wiener Neustadt aber nur remis.

Personal: Patrick Helmes plagte eine Reizung am Hüftbeuger, weswegen er alle Testspiele verpasste. Anfang der Woche stieg er wieder ins Teamtraininig ein. Es ist noch unklar, ob der Star-Stürmer beim Auftakt gegen Paderborn dabei ist. Sollte der 29-Jährige ausfallen, dürfte Stöger auf ein System mit einer Spitze setzen. Favorit auf den Platz im Angriff ist Anthony Ujah, sein ärgster Konkurrent Thomas Bröker, der eine starke Vorbereitung spielte. Die jungen Neuzugänge Bard Finne (18) und Kazuki Nagasawa (22, Foto) überzeugten im letzten Testspiel (alle Tests) und dürfen auf Kurzeinsätze hoffen.

Problemzone: Der Kader ist ausgewogen zusammengestellt, die Offensive gefährlich, die Defensive stabil. Die Reservisten verhalten sich ruhig. Noch. Ob das auch in schwächeren Phasen so bleibt, ist die große Frage. Stögers größte Herausforderung dürfte es sein, die Ergänzungsspieler bei Laune zu halten. Bislang glückt ihm das hervorragend. Dass er auch durchgreifen kann, bewies er mit der Strafversetzung von Adil Chihi in die zweite Mannschaft.

Ausblick: Alle ziehen mit, alles deutet auf eine erfolgreiche Rückrunde hin. Grund genug für Stöger, seinen Spielern ein besonderes Bonbon zu gönnen. Das Team fährt seit langem wieder einmal auf einem eigenen Wagen beim Rosenmontagszug mit. "Wenn man als Verein so verbunden ist mit der Stadt, sollte man es auch beim Karneval sein", meint der Österreicher. Wie ausgelassen die Party ausfällt, entscheidet sich am 22. Spieltag. Dann trifft der FC im Spitzenspiel auf Verfolger Fürth.

Wussten Sie, dass ... Köln noch ohne Konter-Gegentor ist? Die FC-Spieler sahen außerdem die wenigsten Karten (26).

SpVgg Greuther Fürth

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Im Gegensatz zur Konkurrenz verzichtete Frank Kramer in der Winterpause auf ein Trainingslager und bereitete sich stattdessen mit seiner Mannschaft in heimischen Gefilden auf die restlichen 15 Partien der Rückrunde vor. Vier Punkte hinter Spitzenreiter Köln sind die Franken mit dem gleichen Polster auf Rang 3 als Zweitplatzierter auf bestem Weg zurück in die Bundesliga. Aber: "Von Selbstzufriedenheit sind wir ganz weit weg", betont Kramer. Zum Start wartet mit Verfolger Kaiserslautern gleich ein echter Prüfstein auf die Kleeblätter. Die Vorbereitung lief insgesamt zufriedenstellend - einzig gegen die Bundesligisten Stuttgart und Augsburg gab es Niederlagen (alle Testspiele).

Personal: Goran Sukalo verpasste aufgrund einer langwierigen Kreuzbandzerrung große Teile der ersten Saisonhälfte und auch Nikola Djurdjic war wegen eines Kreuzbandrisses lange Zeit außer Gefecht. Sukalo sammelte im Testspiel gegen Sandhausen erstmals wieder Spielpraxis. "Bei Goran werden wir Schritt für Schritt vorgehen. 45 Minuten zu spielen war schon mal gut für ihn", sagte Kramer. Djurdjic arbeitet ebenfalls fleißig an seinem Comeback, muss sich aber noch ein wenig in Geduld üben. Ansonsten kann Kramer abgesehen von Thomas Kleine (Muskelfaserriss) aus dem Vollen schöpfen. "Das eine oder andere Rennen ist noch eng und die Spieler machen die Angebote", sagt Kramer. Mit Benedikt Röcker stieß noch ein Neuzugang zum Tabellenzweiten.

Problemzone: Die Ausgangssituation ist komfortabel, doch soll es am Ende für die Fürther mit dem Aufstieg klappen, muss das Team an seiner Konstanz arbeiten. Ein Aspekt, der sich im Übrigen auch auf die Konkurrenz im Rennen um die begehrten Plätze übertragen lässt. Speziell bei der SpVgg stechen vor allem die überraschenden Niederlagen gegen Bochum, Ingolstadt und Bielefeld - allesamt Teams aus den unteren Tabellenregionen - heraus.

Ausblick: Das Duell gegen die Lauterer ist bereits richtungsweisend für die Franken. Gelingt eine Wiederholung des Hinspielerfolgs könnten die Fürther zumindest einen der punktgleichen vier Verfolger vorerst auf Distanz halten. Den direkten Wiederaufstieg will am Ronhof jedoch niemand direkt thematisieren. "Wir haben noch 15 Spiele, darauf liegt unser Fokus und darauf verwenden wir jedes einzelne Korn", sagt Kramer im Interview mit den "Nürnberger Nachrichten".

Wussten Sie, dass ... die Fürther am seltensten die Punkte teilen? Die SpVgg spielte nur zwei Mal remis. 

1. FC Kaiserslautern

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Vier Punkte beträgt der Rückstand auf Platz 2, der zum direkten Aufstieg berechtigt. Das bleibt das erklärte der Ziel der Lauterer. "Für uns sind es 15 Endspiele", betont Trainer Kosta Runjaic. In sechs Vorbereitungsspielen setzte es eine Niederlage; lediglich gegen Borussia Dortmund zogen die Pfälzer den Kürzeren. Den zweiten Rang will Kaiserslautern mit zwei neuen Offensiv-Kräften erstürmen  (alle Transfers im Überblick).

Personal: Srdjan Lakic, der aus Frankfurt bzw. Wolfsburg kam, verschärft den Konkurrenzkampf im Sturm. "Ich habe meine beste Zeit noch vor mir", meint der 30-jährige Kroate. Allerdings muss er sich gegen starke Konkurrenten durchsetzen. Mit Mo Idrissou, Olivier Occean, Albert Bunjaku und dem derzeit verletzten Simon Zoller hatte der FCK eigentlich keinen Handlungsbedarf im Sturm. Wer beim Auftakt spielt, ist offen. Im Trainingslager in Belek probierte Coach Runjaic als Alternative zum 4-4-2 ein System mit nur einem Stürmer aus. Hinter den Spitzen soll Chinedu Ede wirbeln. Er wechselte auf Leihbasis aus Mainz zum FCK. Ermöglicht wurden die beiden Wechsel durch Abgänge: Christopher Drazan, Ariel Borysiuk und Andrew Wooten verließen den Verein und damit die Gehaltsliste.

Problemzone: Die Erwartungshaltung ist enorm und wurde durch die Rückkehr von Lakic noch gesteigert. Mit einer gewünschten Verstärkung für die Viererabwehrkette klappte es hingegen nicht. Individuelle Fehler in der Defensive kosteten vor Weihnachten wichtige Punkte, die gilt es abzustellen. 

Ausblick: Zum Auftakt trifft der FCK auf die zweitplatzierten Fürther, es geht also gleich ums Ganze. Drei Mitkonkurrenten weisen wie Lautern 31 Punkte auf. Die Devise lautet also: Patzen verboten!

Wussten Sie, dass ... Kaiserslautern die wenigsten Torschüsse zugelassen hat (177)? Keine andere Mannschaft erspielte sich außerdem so viele Großchancen.

 

Karlsruher SC

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Ein Dämpfer für die Überflieger: Gegen den Ligakonkurrenten FSV Frankfurt setzte es für den Überraschungsaufsteiger aus Nordbaden im letzten Testspiel eine 1:3-Niederlage. "Es war aufschlussreich, auch um zu sehen, was uns fehlt", urteilte Trainer Markus Kauczinski. Auch sonst wechselten sich in der Vorbereitung Licht und Schatten bei den Karlsruhern ab, so folgte dem überzeugenden Sieg gegen Drittliga-Spitzenreiter Heidenheim etwa eine enttäuschende Niederlage gegen -Kellerkind Saarbrücken (alle Testspiele).

Personal: Hinzu kommt, dass vor dem Spiel gegen Ingolstadt eine ganze Reihe Leistungsträger angeschlagen ist. Torwart Dirk Orlishausen, Selcuk Alibaz, Rouwen Hennings und Ilian Micanski verpassten allesamt den letzten Test gegen den FSV. Trainer Kauczinksi hofft jedoch auf eine rechtzeitige Rückkehr des Quartetts. Auf dem Transfermarkt hielt sich der Tabellenvierte ansonsten zurück - das sehr gute Abschneiden der Mannschaft in der bisherigen Saison liefert auch keinen Anlass zu Nachjustierungen.

Problemzone: Mit einer Serie von neun ungeschlagenen Spielen in Folge verabschiedete sich der KSC in die Winterpause - da fällt es schwer, auf den ersten Blick irgendwelche Schwachstellen auszumachen. Trainer Kauczinski lenkt daher den Fokus auf die Details - vor allem das Defensivverhalten im letzten Test gegen Frankfurt ließ zu wünschen übrig: "Wir waren in den Zweikämpfen und in der Aggressivität nicht konsequent genug." Wie schon in der Liga kassierte seine Elf drei Gegentore gegen den FSV, damals gar nach 3:0-Führung.

Ausblick: Nach dem FC Ingolstadt steigt am Ronhof das Topspiel gegen den Tabellenzweiten Fürth - da wird sich zeigen, ob der Aufsteiger ein ernsthafter Kandidat für die ersten drei Ränge ist. Die Verantwortlichen vermeiden das Wort "Aufstieg" jedoch. "Wenn wir 40, 41 Punkte haben, dann denken wir über alles weitere nach", sagte Sportdirektor Jens Todt dem kicker. Womöglich muss man sich in Karlsruhe recht bald mit dem weiteren Vorgehen auseinandersetzen.

Wussten Sie, dass ... der letzte direkte Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga ebenfalls einem Team aus Baden-Württemberg gelang? 2007/08 stieg Aufsteiger 1899 Hoffenheim als Zweitplatzierter ins Oberhaus auf. 

1. FC Union Berlin

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Das 0:4 in Köln war der Knackpunkt. Anschließend folgten vier Spiele ohne Sieg, ehe Union in den beiden ersten Partien der Rückrunde mit zwei überzeugenden Siegen dann doch einen versöhnlichen Jahresabschluss feierte. In der Vorbereitung machten die Köpenicker dann genau dort weiter und schossen Erstligist Freiburg zum Auftakt des Trainingslagers in Südspanien mal eben mit 5:0 ab. Den letzten Härtetest gewann die Elf von Uwe Neuhaus mit 1:0 gegen Bielefeld (alle Testspiele), doch der Trainer sieht noch Nachholbedarf. "Wir hatten zwei bis drei gute Ansätze, aber die Leistung von heute wird gegen Dresden nicht reichen, dessen sind wir uns bewusst", sagte Neuhaus nach der Partie am Samstag.

Personal: Einziger Winterneuzugang ist Abdallah Gomaa (Foto, © Imago). Der 18-jährige Ägypter ist im offensiven Mittelfeld beheimatet und erzielte im Test gegen den SC Freiburg gleich sein erstes Tor für seinen neuen Arbeitgeber. "Ich erwarte von einem so jungen Spieler allerdings keine Wunderdinge", sagt Neuhaus. "Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass er sich zügig eingewöhnt und schnell eine sportliche Bereicherung für uns sein kann." Die erhofft sich Neuhaus auch von Björn Jopek, der nach einer Kreuzbandverletzung im Test gegen die Arminia sein Comeback feierte.

Problemzone: Die Eisernen kassierten von allen Topteams die meisten Gegentore (26). Dass zuletzt gegen Bielefeld hinten die Null stand zeigt, dass die Mannschaft in der Winterpause offenbar an den richtigen Stellschrauben gedreht hat.

Ausblick: Der Kampf um die Aufstiegsränge ist eng. Und Union befindet sich mit 31 Punkten mitten drin. Die nächsten Gegner heißen Dresden, Düsseldorf und Frankfurt - auf den ersten Blick machbare Aufgaben, um sich im Aufstiegsrennen zu halten. Ganz offen wird an der Alten Försterei von der Bundesliga geträumt, doch unter Druck setzen lassen wollen sie sich in der Hauptstadt nicht. "Aber nicht nur ich, sondern auch viele Spieler sagen seit längerem, dass wir grundsätzlich aufsteigen wollen. Wer die Chance hat, in die Bundesliga zu kommen, der will sie auch wahrnehmen", sagt Trainer Neuhaus im Interview mit der "BerlinerMorgenpost".

Wussten Sie, dass ... Union Berlin die älteste Mannschaft der Liga stellt? Die eingesetzten Spieler waren im Schnitt 28,4 Jahre alt. 

FC St. Pauli

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Die Hamburger komplettieren als Sechstplatzierter das Quartett der punktgleichen Anwärter auf den Aufstiegsrelegationsplatz. Von größeren Verletzungssorgen verschont - einzig der Langzeitverletzte Fabian Boll fehlt - will der FC St. Pauli in den verbleibenden Partien möglichst lange ein Wörtchen im Kampf um den Aufstieg mitreden. In den Testspielen wusste das Team von Roland Vrabec (Foto, © Imago) jedenfalls zu überzeugen, der letzte Härtetest vor dem Spiel in Bielefeld am Sonntag endete 2:2 gegen Hannover 96 (alle Testspiele).

Personal: Tom Trybull wechselte in der Winterpause vom SV Werder Bremen ans Millerntor und soll dort das defensive Mittelfeld verstärken. Und auch die gesteckten Ziele hat der 20-Jährige in seiner neuen sportlichen Heimat gleich verinnerlicht: "Wir wollen oben dran bleiben und daran anknüpfen, wo die Mannschaft vor der Winterpause aufgehört hat." Der Hamburger Top-Torjäger Fin Bartels startet hingegen seine Abschiedstour. Der 26-Jährige wählt im Sommer den umgekehrten Weg und schließt sich Bremen an. Dafür verlängerte Leistungsträger Christopher Buchtmann seinen Vertrag vorzeitig.

Problemzone: Das Millerntor ist bekannt für seine besondere Atmosphäre - jedoch tut sich der FC St. Pauli trotz der leidenschaftlichen Unterstützung der Fans zuhause in dieser Saison schwer. Mit der ausgeglichenen Bilanz von vier Siegen, zwei Unentschieden und vier Niederlagen belegt das Team von Roland Vrabec nur Rang 11 in der Heimtabelle - wie gut, dass der Auftakt auswärts auf der Bielefelder Alm stattfindet. Allerdings warten die Hamburger seit 13 Jahren auf einen Sieg gegen die Ostwestfalen.

Ausblick: Mit den Partien gegen die um den Klassenerhalt kämpfenden Teams aus Bielefeld, Bochum und Dresden warten in den nächsten Wochen vermeintlich leichte Aufgaben auf den Tabellensechsten. Die entspannte Personalsituation eröffnen Vrabec zudem viele Möglichkeiten. Jetzt muss das Team nur auch noch zuhause konstant sein Potential abrufen.

Wussten Sie, dass ... der FC St. Pauli unter Roland Vrabec auswärts eine absolute Macht ist? Unter seiner Regie gewannen die Hamburger alle drei Partien in der Fremde zu null.

 

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