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2. Bundesliga

30.08.2013 - 17:43 Uhr


"Überraschungsteam? Warum nicht?"

Kevin Pezzoni und Co. stehen nach den ersten fünf Spieltagen auf Platz 2

Pezzoni wechselte nach der vergangenen Hinrunde ins Erzgebirge

Kevin Schlitte wird Aue wegen eines Muskelrisses bis zum Jahresende nicht zur verfügung stehen

Aue - Der FC Erzgebirge Aue ist das Überraschungsteam der noch jungen Saison. In der vergangenen Spielzeit nur knapp an der Relegation vorbeigeschrammt reisen die Sachsen nun als Tabellen-Zweiter zum Spitzenspiel beim noch ungeschlagenen 1. FC Köln. Für FCE-Mittelfeldspieler Kevin Pezzoni ist die Partie gegen seinen Ex-Verein immer noch ein besonderes Spiel, wie der 24 Jahre alte Profi im Gespräch mit bundesliga.de verriet.
bundesliga.de: Herr Pezzoni, der FC Erzgebirge Aue hat einen sehr guten Start in die 2. Bundesliga erwischt und steht zur allgemeinen Überraschung auf dem 2. Platz. Wie überraschend kommt das gute Abschneiden für die Mannschaft?

Kevin Pezzoni: Das ist eine schöne Momentaufnahme. Das gute Abschneiden und die Tatsache, dass wir drei von fünf Spielen gewonnen haben, kommt schon für alle ein bisschen überraschend. Aber wir wissen auch um unsere Stärken. Wir haben einen guten Trainerstab, der uns gut auf die Spiele einstellt. Wir haben eine gute Mannschaft und haben den Platz auch verdient, auf dem wir jetzt stehen.

bundesliga.de: Sie sprechen von einer schönen Momentaufnahme. Welche Rolle kann Aue in dieser Saison spielen? Wie sehen die Ziele aus?

Pezzoni: Im Moment ist die Tabelle eine schöne Momentaufnahme, sie sieht sehr schön für uns aus. Was am Ende herauskommt, wird man sehen. Jetzt haben wir erst einmal ein schweres Auswärtsspiel in Köln, in dem wir nachlegen können. Es gibt in jedem Jahr eine Überraschungsmannschaft. Im letzten Jahr war es Braunschweig. Vielleicht sind wir es in diesem Jahr. Das wäre natürlich schön. Unser Ziel sind aber erst einmal die 40 Punkte. Danach können wir noch gucken, was noch kommt.

bundesliga.de: Was zeichnet die Mannschaft aus?

Pezzoni: Wir haben einen super Zusammenhalt, die Einstellung stimmt. Jeder gönnt jedem, dass er spielt. Die gegenseitige Unterstützung ist unser großer Pluspunkt.

bundesliga.de: In der vergangenen Spielzeit entging Aue den Relegationsspielen nur knapp. Was sind die Gründe für den aktuellen sportlichen Aufschwung in dieser Saison? Welche Rolle spielt dabei der Trainer Falko Götz?

Pezzoni: Wir haben im letzten Jahr erst am letzten Spieltag die Klasse gehalten. Das schweißt zusammen. Der Trainer hatte auch einen wesentlichen Anteil daran. Dank seiner Erfahrung konnte er die Spieler schon einmal auf die Seite nehmen und ihnen erklären, wie es läuft. Wie gesagt, wir haben eine tolle Truppe, die zusammengeschweißt und nur schwer zu knacken ist.

bundesliga.de: Sie sind selbst unumstrittener Stammspieler beim FCE. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer persönlichen Entwicklung im letzten Jahr?

Pezzoni: Nach meiner schweren Zeit in Köln und meiner Auszeit bin ich froh, dass ich wieder zurück bin und in Aue helfen konnte. Ich hoffe, dass es weiter so positiv für mich und die Mannschaft läuft.

bundesliga.de: Am Sonntag gastiert Aue bei Ihrem Ex-Verein 1. FC Köln. Ist es ein besonderes Spiel für Sie oder eins wie jedes andere auch?

Pezzoni: Es bleibt immer ein besonderes Spiel für mich. Ich habe fünf Jahre für den FC gespielt. Meine Verlobte kommt aus Köln, ich bin noch öfter in der Stadt. Es bleibt immer ein besonderer Verein für mich. Ich bin mit Köln auf- und abgestiegen und habe viel erlebt. Aber im Endeffekt können wir auch dort nur drei Punkte holen und die wollen wir uns schnappen.

bundesliga.de: Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielern?

Pezzoni: Nein, zu den Spielern, die dort aktuell spielen, habe ich keinen Kontakt mehr.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie die noch ungeschlagenen Kölner ein? Ist der FC ein Aufstiegskandidat?

Pezzoni: Der ganze Verein und das Drumherum sind erstklassig. Der Verein hat Perspektive, ist aber nicht ganz so gut gestartet. Wir haben die Chance, dort etwas mitzunehmen. Die Saison ist noch lange. Es ist schwer zu sagen, wer am Ende das Rennen macht.

bundesliga.de: Abschlussfrage: Sie haben damals den FC verlassen, weil Sie vor allem bei den Kölner Fans einen schweren Stand hatten. Wie sensibel reagieren Sie, wenn Sie sehen, dass auch Kollegen wie der Düsseldorfer Tobias Levels vom eigenen Anhang ausgepfiffen werden? Muss ein Profi das wegstecken oder werden Grenzen überschritten?

Pezzoni: Das war ein Deja-vu-Erlebnis für mich. Das gönnt man keinem. Pfiffe muss man als Fußballer ertragen können. Aber wenn es ins Private geht, muss man einen Schlussstrich ziehen.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski
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