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2. Bundesliga

23.08.2013 - 12:02 Uhr


"Köln ist Favorit"

Der Fürther Daniel Brosinski trifft am Sonntag im Topspiel auf seinen ehemaligen Club 1. FC Köln

Bei seiner letzten Station, dem MSV Duisburg, erzielte Brosinski in 65 Zweitliga-Spielen acht Tore und bereitete neun weitere vor

In Köln debütierte der Abwehrspieler an der Seite von Lukas Podolski (2.v.r.) und Petit (r.) in der Bundesliga

Köln - Am Samstag treffen die beiden einzigen ungeschlagenen Vereine der 2. Bundesliga aufeinander. Der Tabellenführer SpVgg Greuther Fürth empfängt den 1. FC Köln. Vor dem Spitzenspiel sprach der Fürther Neuzugang Daniel Brosinski bei bundesliga.de über den Fürther Höhenflug und das anstehende Duell. Für Brosinski ist es ein besonderes Spiel: Er debütierte einst bei den Domstädtern in der Bundesliga.
bundesliga.de: Herr Brosinski, die SpVgg Greuther Fürth hat in der 2. Bundesliga einen Traumstart hingelegt. Ist die Tristesse nach dem Abstieg damit wieder verflogen?

Daniel Brosinski: Die Stimmung ist gut. So einen Start hatte man sich ja nur erträumen können. Wir sind mit der Punktausbeute zufrieden, mit dem Spielerischen noch nicht so ganz. Aber es ist ja noch früh in der Saison, es wäre ja fast schon schlimm, wenn wir kein Steigerungspotenzial mehr hätten.

bundesliga.de: Sie haben Ihren Wechsel vom MSV Duisburg nach Fürth relativ frühzeitig bekanntgegeben. Was hatte den Ausschlag für die "Kleeblätter" gegeben?

Brosinski: Ich habe einfach etwas Neues gebraucht. Fürth ist in Deutschland schon immer eine gute Adresse gewesen, die für offensiven und erfrischenden Fußball steht. In Fürth soll eine junge und hungrige Mannschaft aufgebaut werden. Das hat mir gefallen. Die Gespräche mit dem Sportlichen Leiter Rouven Schröder und Trainer Frank Kramer haben mich dann dazu bewegt, das Angebot anzunehmen und die Aufgabe anzugehen.

bundesliga.de: Kommen der gute Start und das gute Spielverständnis der neuen Mannschaft auch für Sie und die Mannschaft ein bisschen überraschend?

Brosinski: Vier Siege in den ersten vier Spielen konnten wir natürlich nicht erwarten. Davon haben wir alle geträumt. Wir haben gehofft, dass wir einen guten Start hinlegen. Aber dass es so gut läuft, kam auch für uns etwas überraschend. Wir freuen uns darüber. Aber es gibt noch ein paar Stellschrauben, an denen wir noch drehen müssen.

bundesliga.de: Welche sind das?

Brosinski: Unser Umschaltspiel von der Defensive auf die Offensive und umgekehrt. Wir müssen das schneller und besser machen. Wir müssen versuchen, noch mehr Kontrolle im Spiel zu haben und nicht nur phasenweise, sondern über 90 Minuten konzentriert zu Werke gehen. Wir dürfen dem Gegner nicht so viele Chancen gewähren, wie es in den letzten Spielen manchmal der Fall war.

bundesliga.de: Die SpVgg Greuther Fürth ist relativ chancenlos aus der Bundesliga wieder abgestiegen. Hat die Mannschaft jetzt eine Art Trotzreaktion gezeigt und den Willen gehabt, den Fans zu beweisen, dass sie besser ist als die letzte Saison ohne einen eigenen Heimsieg vermuten ließ?

Brosinski: Auch. Die Mannschaft ist aber fast komplett neu. Es sind noch einige Spieler aus dem letzten Jahr dabei, aber auch zehn neue Spieler dazugekommen. Es herrscht ein neuer Geist, der Abstieg ist nicht so in den Köpfen drin. Wir können relativ befreit aufspielen. Wir haben eine junge Truppe, die sich einiges vorgenommen hat. Wir hätten nichts dagegen, wenn es so weitergeht.

bundesliga.de: Die Konkurrenz dürfte die "Kleeblätter" allerdings jetzt wieder mehr auf der Rechnung haben, nachdem anfangs vor allem Vereine wie der 1. FC Kaiserslautern, Fortuna Düsseldorf oder der 1. FC Köln als Topfavoriten gehandelt wurden.

Brosinski: Ich sehe die anderen Clubs immer noch als Favoriten. Wir haben erst vier Spieltage gespielt und sollten die Kirche im Dorf lassen. Im Fußball kann es ganz schnell gehen. Im Moment denken wir nur von Spiel zu Spiel. Wir wollen auch am Samstag unsere Punkte holen. Köln ist aber sicherlich auch gegen uns der Favorit.

bundesliga.de: Das werden die Kölner aktuell anders sehen.

Brosinski: Köln ist einer der Aufstiegsfavoriten. Man kann unseren Etat nicht mit dem der Kölner vergleichen.

bundesliga.de: Sie haben eine Vergangenheit in Köln, waren dort Bundesliga-Spieler. Gibt es noch Kontakt zum FC oder ist das Kapitel abgeschlossen?

Brosinski: Es gibt noch zu ein, zwei Spielern einen losen Kontakt. Aber das Thema ist durch und ist ja auch schon eine ganze Weile her.

bundesliga.de: Was ist Ihnen aus Ihrer Kölner Zeit in Erinnerung geblieben?

Brosinski: Mein erstes Bundesliga-Spiel mit dem Tor in München. Ich durfte mit so Größen wie Petit, Maniche, Geromel oder Lukas Podolski in einer Mannschaft spielen und viel von ihnen lernen. Das ist hängen geblieben.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie die Kölner Mannschaft ein? Worauf wird es am Samstag ankommen?

Brosinski: Sie hatten ein paar Startschwierigkeiten, haben jetzt den ersten Sieg geholt. Das wird ihnen Selbstvertrauen und einen kleinen Schub geben. Die Mannschaft muss sich unter dem neuen Trainer noch finden. Das braucht seine Zeit. Der FC ist aber auch noch ungeschlagen. Es wird ein schweres Spiel.

bundesliga.de: Geht der Fürther Höhenflug weiter?

Brosinski: Wir gehen das Spiel wie jedes andere an. Auch in der Partie geht es nur um drei Punkte. Wir werden auch nach den vier Siegen keinen Gegner unterschätzen oder denken, dass es von alleine geht. Wir versuchen von Anfang an, wieder Gas zu geben und dürfen uns nicht den Schneid abkaufen lassen. Wir werden auf Sieg spielen, die Sache aber mit kühlem Kopf angehen. Wenn wir das machen, was wir auch in den letzten Spielen gemacht haben und uns auch nach einem Rückstand nicht hängen lassen, dann haben wir eine gute Chance. Zumal wir auf die Unterstützung unserer Fans bauen dürfen und es in der Trolli ARENA eine richtig gute Kulisse geben wird.

bundesliga.de: Wo führt der Fürther Weg hin? Ist ein Platz unter den Top 3 ein Ziel?

Brosinski: Nein. Unser Ziel ist es, oben mitzuspielen. Der Aufstieg ist keine Pflicht und kein Thema.

bundesliga.de: Aber Sie würden schon noch einmal gerne Bundesliga spielen?

Brosinski: Wer will das nicht? Wenn ich mit dem Jetzt-Zustand zufrieden wäre, wäre das Stillstand. Für jeden Zweitliga-Fußballer ist die Bundesliga ein Ziel.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski
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