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2. Bundesliga

10.03.2014 - 18:52 Uhr


Djurdjic: "Dürfen uns keine Ausrutscher mehr erlauben"

Nikola Djurdjic hat sich beim 3:2-Sieg der SpVgg Greuther Fürth über den FSV Frankfurt am Sonntag zurückgemeldet (© Imago)

Der Angreifer (M.) hatte sich im August gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:1) das Kreuzband gerissen

Nun ist der Serbe (r.) wieder fit - und ein ganz wichtiger Mann im Konzept von Trainer Frank Kramer (© Imago)

München - 202 Tage musste Nikola Djurdjic warten, dann war es endlich soweit: Im Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (3:2) gab der Torjäger der SpVgg Greuther Fürth am vergangenen Sonntag sein Comeback nach langer Verletzungspause. Im Interview mit bundesliga.de spricht der Serbe über seine emotionale Rückkehr, die Situation im Aufstiegsrennen und das bevorstehende Auswärtsspiel beim VfL Bochum (ab 20 Uhr im Live-Ticker).

bundesliga.de: Herr Djurdjic, Sie haben am Sonntag beim 3:2 über den FSV Frankfurt nach 202 Tagen Verletzungspause Ihr Comeback gefeiert. Was war das für ein Gefühl, als Sie in der 60. Minute eingewechselt wurden?

Nikola Djurdjic: Das war schon ein wenig emotional, immerhin war es ein Heimspiel und die Fans haben mir zugejubelt. Ich hatte mich schon lange darauf gefreut und bin nun einfach nur noch froh, dass es letztlich auch ein erfolgreiches Comeback geworden ist und wir die drei Punkte geholt haben.

bundesliga.de: Sie hatten im Vorfeld ja eigentlich ein Jokertor angekündigt - warum hat es damit dann doch nicht geklappt?

Djurdjic: Das stimmt (lacht). Und ich hätte beim letzten Angriff ja sogar beinahe noch ein Tor erzielt. Aber mir ist es dann doch lieber, ich schieße am Montag das Siegtor in Bochum als ein weniger wichtiges zum 4:2 gegen Frankfurt.

bundesliga.de: Zum Zeitpunkt Ihrer Einwechslung lag das Kleeblatt noch mit 1:2 zurück. Wie sicher waren Sie sich, dass Sie dieses Spiel noch drehen können?

Djurdjic: Ich wäre bei meinem Comeback natürlich lieber beim Stande von 2:0 oder 3:0 für uns ins Spiel gekommen, das hätte es für mich einfacher gemacht. Stattdessen sind wir gegen eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller einem Rückstand hinterhergelaufen und die Fans im Stadion waren dementsprechend angespannt. Aber ich habe eine Siegermentalität, will einfach jedes Spiel gewinnen und bin jetzt umso glücklicher, dass das noch geklappt hat.

bundesliga.de: Ihr Sportdirektor Rouven Schröder hat nach dem Schlusspfiff von einem "Schweinespiel" gesprochen, das man "erstmal gewinnen" müsse. Ist es eine besondere Qualität, notfalls eben auch mal glücklich zu gewinnen? Anderen Aufstiegskandidaten wie dem 1. FC Kaiserslautern gelingt das momentan ja nicht...

Djurdjic: Wir wissen, dass der Sieg am Sonntag vielleicht etwas glücklich war und wir unser Level nicht erreicht haben. Jeder erwischt mal einen schlechten Tag - ob der 1. FC Köln, Kaiserslautern oder wir. Aber die Saison ist lang und deshalb ist es umso wichtiger, dass man auch aus schwächeren Partien seine Punkte mitnimmt. Jetzt können wir mit etwas weniger Druck in unser nächstes Auswärtsspiel gehen.

bundesliga.de: Durch den knappen Sieg hat Fürth Rang 2 vorerst verteidigt. Trotzdem ist in der Tabelle immer noch alles sehr eng beieinander - zwischen den Plätzen 2 und 7 liegen nur sechs Punkte (Die Tabelle der 2. Bundesliga). Wie schätzen Sie die Chancen auf den direkten Wiederaufstieg aktuell ein?

Djurdjic: Wenn wir nach oben wollen, müssen wir auf alle Fälle unsere Form verbessern. Wir haben noch nicht das Niveau, das wir haben sollten. Wir haben bislang zwar auch das nötige Quäntchen Glück, hätten in den vergangenen zehn, elf Spielen aber dennoch noch bessere Resultate erreichen müssen. Um in die Bundesliga zurückzukehren, müssen wir auch die Spitzenspiele gewinnen. Wir können nicht immer hoffen, dass die anderen Mannschaften auch mal stolpern. Ab sofort dürfen wir uns einfach keine Ausrutscher mehr erlauben!

bundesliga.de: Fürth ist in dieser Saison eine echte Wundertüte. Sie punkten zwar gegen Spitzenteams, verlieren aber auch immer wieder gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Warum fehlt Ihnen bislang noch die Konstanz?

Djurdjic: Wir haben eine der jüngsten Mannschaften der Liga. Hinzu kommt, dass mit Goran Sukalo und mir zwei der ältesten Spieler über Monate hinweg ausgefallen sind. Trotzdem hat das Team unsere Ausfälle gut kompensiert. Jetzt, wo wir beide wieder fit sind, können wir den Jungs mit unserer Erfahrung aber gerade in den schwierigeren Phasen wie in der Partie gegen Frankfurt durchaus noch weiterhelfen.

bundesliga.de: Ihr Trainer Frank Kramer hat neulich gesagt, er wünsche sich "noch mehr Durchschlagskraft nach vorne". Inwiefern können Sie der Mannschaft nach Ihrer langen Verletzungspause dabei schon weiterhelfen? Und wann sehen wir Sie wieder in der Startelf?

Djurdjic: Wann ich wieder von Beginn an spiele, liegt allein in den Händen des Trainers. Mit meiner Mentalität, meiner Einstellung und meiner Qualität kann in der Mannschaft aber definitiv weiterhelfen. Ich will immer gewinnen, dafür braucht man Tore - und ich weiß, wie man Tore schießt. Ich hoffe nur, dass mein Knie hält. Nach so einer langen Verletzungspause ist es nicht einfach, zurückzukommen und sofort wieder der Alte zu sein. Ich arbeite allerdings sehr hart daran und hoffe, dass wir es zusammen zurück in die Bundesliga schaffen.

bundesliga.de: Wie viele Tore haben Sie sich für diese Saison denn noch vorgenommen?

Djurdjic: So viele wie für den Aufstieg nötig sind... (lacht)

bundesliga.de: Am Montag ist die SpVgg nun beim VfL Bochum zu Gast, der mitten im Abstiegskampf steckt. Was für ein Spiel erwarten Sie dort?

Djurdjic: Bochum wird ein unangenehmer Gegner. Ich glaube nicht, dass es ein Spiel mit vielen Toren wird. Wer den ersten Treffer erzielt, ist dann natürlich im Vorteil. Und ich hoffe sehr, dass wir das sein werden.

bundesliga.de: Das Hinspiel in der Trolli ARENA hat der VfL mit 2:0 gewonnen. Spielt das in der Vorbereitung auf diese Partie noch eine Rolle?

Djurdjic: Ja, sie haben gewonnen, aber damals habe ich auch gar nicht mitgespielt. Von daher hoffe ich, diesmal den Unterschied machen zu können (lacht). Im Hinspiel ist Bochum außerdem sehr kompakt gestanden, zuhause werden sie vermutlich aber etwas offensiver agieren und uns damit auch mehr Räume geben. Das kommt uns entgegen.

Das Gespräch führte Stefan Missy

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