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2. Bundesliga

07.08.2012 - 08:47 Uhr


Yilmaz: Treffsicher und mit "Bayern-Gen"

Deniz Yilmaz (l.) stürmte lange für die zweite Mannschaft des FC Bayern und stand zuletzt beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag

Hier versenkt Alban Meha (r.) den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 2:1 für den SCP

Der neue Trainer Stephan Schmidt formuliert keine Aufstiegsambitionen

Berlin - Zwölf Abgänge, darunter Torschützenkönig Nick Proschwitz und weitere Stammkräfte, elf Neuzugänge sowie ein neuer Schmidt auf der Trainerbank: Auch wenn zum Saisonstart nur drei Neulinge in der Startelf standen, besteht kein Zweifel, dass der SC Paderborn sich mitten im Umbruch befindet.
Mit dem 2:2 bei der Berliner Hertha konnte die Überraschungsmannschaft der letzten Saison indes gleich zum Auftakt ein Ausrufezeichen setzen.

Stephan Schmidt setzt auf Konter



Der neue SCP-Coach Stephan Schmidt, der seinen zu RB Salzburg abgewanderten Namensvetter Roger Schmidt erst während der Vorbereitung ersetzte, stellte sein Team ganz auf Konter ein. Das hätte den Ostwestfalen bei den Hauptstädtern, für die Schmidt einst selbst als Juniorentrainer fungierte, fast einen "Dreier" beschert. Zwei Mal ging der Tabellenfünfte der vergangenen Spielzeit in Führung, doch zwei Mal konnte die feldüberlegene Hertha noch ausgleichen.

SCP-Coach Schmidt resümierte: "Wenn mir vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass wir hier einen Punkt holen, wäre ich zufrieden gewesen." Nach dem Spielverlauf, mit der zweimaligen Führung duch Deniz Yilmaz und Alban Meha, wäre "es aber auch verdient gewesen, wenn wir die Partie für uns entschieden hätten", betonte der neue Mann auf der Paderborner Trainerbank.

Vom Probespieler zum Torjäger



Besonders im Blickpunkt stand bei den Ostwestfalen Torschütze Deniz Yilmaz. Der von Mainz 05 ausgeliehene Stürmer soll den letztjährigen Toptorjäger Nick Proschwitz vergessen machen. Erst in der Vorwoche war der 24-Jährige verpflichtet worden. Zuvor hatte der Deutsch-Türke im Probetraining überzeugt und beim 2:1-Testspielsieg gegen Bundesligist Werder Bremen gleich mal eingenetzt.

Das hat dem bei Bayern München ausgebildeten Rechtsfuß offenbar viel Selbstvertrauen gebracht. "Das Tor gegen Werder hat mich sehr gefreut und mir die Hoffnung gebracht, für Paderborn noch viele weitere Treffer erzielen zu können", so Yilmaz. Gesagt, getan - sogleich verkündete der Angreifer, der für die zweite Mannschft des FC Bayern in 88 Drittligapartien immerhin 26 Tore schoss, höhere Ambitionen: "Hertha ist zwar der Topfavorit für den Aufstieg, aber auch wir möchten aufsteigen - das ist unser Ziel."

Aufstieg offiziell kein Thema



Das wollte Yilmaz' Coach Stephan Schmidt dann doch nicht so stehen lassen. "So möchten wir uns nicht positionieren", erteilte der 35-Jährige den offen geäußerten Aufstiegsambitionen seines Stürmers eine klare Absage. Böse war er Yilmaz deswegen aber nicht: "Ich denke, das war die erste Euphorie, das muss man ihm auch zugestehen", und suchte augenzwinkernd die Gründe dafür in Yilmaz' sportlicher Heimat bei den Bayern: "Da sieht man, dass er aus der Münchner Jugend kommt und dieses 'Gen' noch in sich trägt."

Immerhin weiß auch Yilmaz, dass die neu zusammengestellte Paderborner Mannschaft noch weiter zusammenwachsen muss. Und dass auch das erste Heimspiel gegen den VfL Bochum, nominell vielleicht eine einfachere Aufgabe als die Partie in Berlin, am kommenden Samstag erstmal gespielt werden muss: "Wir unterschätzen keine Mannschaft - das ist bei uns oberste Priorität." Zumal die Bochumer ihr Auftaktmatch bei Dynamo Dresden mit 2:1 für sich entschieden.

Yilmaz' Teamkollege Alban Meha, der mit seinem Elfmetertor für die zwischenzeitliche Paderborner 2:1-Führung gesorgt hatte, brachte das Standing des SCP so auf den Punkt: "Wir haben gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können." Ob es zu mehr reicht, wird man an der Pader wohl erstmal abwarten müssen.

Aus Berlin berichtet Andre Anchuelo
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