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2. Bundesliga

28.06.2013 - 16:47 Uhr


Schmadtke startet in Köln: "Mehr Chance als Risiko"

Jörg Schmadtke tritt am 1. Juli 2013 seine neue Aufgabe als Geschäfstführer Sport beim 1. FC Köln an (© Imago)

Als Aktiver hütete Schmadtke für Fortuna Düsseldorf (244 BL-Spiele) und den SC Freiburg (131 BL-Spiele) das Tor, außerdem stand er für einen Saison bei Bayer Leverkusen unter Vertrag (© Imago)

Von Juli 2009 bis April 2013 war Schmadtke als Sportdirektor bzw. Geschäftsführer Sport bei Hannover 96 tätig

Köln - Der 1. FC Köln hat seinen Wunschkandidaten bekommen. Ab dem 1. Juli übernimmt Jörg Schmadtke die Position des Geschäftsführers Sport beim rheinischen Traditionsverein. Der Vertrag läuft bis 2017. Am Freitag wurde der ehemalige Bundesliga-Torhüter von Fortuna Düsseldorf und des SC Freiburg in der Domstadt bei einer Pressekonferenz vorgestellt.
"Erstklassigkeit zieht Erstklassigkeit nach sich, Zweitklassigkeit zieht dagegen Drittklassigkeit nach sich." FC-Präsident Werner Spinner machte bei der Präsentation des neuen starken Manns in Köln gleich klar, wohin der Weg gehen soll. Trotz klammer Kassen investiert der erste Meister der Bundesliga-Geschichte in qualifiziertes und teures Personal.

"Wir wollten kein Schnäppchen"



"Wir wollten kein Schnäppchen, sondern die Schlüsselpositionen auf hohem Niveau besetzen", betonte Spinner. Jörg Schmadtke ist sehr erfahren, eine glaubwürdige Persönlichkeit mit nachweisbaren Erfolgen. Trotz unserer wirtschaftlich nicht einfachen Situation wollen wir eine Aufbruchstimmung erzeugen."

Bei Alemannia Aachen und Hannover 96 hat sich Schmadtke den Ruf eines exzellenten Managers erarbeitet, der aus überschaubaren Möglichkeiten das Optimum herausgeholt hat. In Köln gehört er nun der Geschäftsführung an.

Ein Knipser soll her



"Ich bin froh, dass ich wieder eine Aufgabe gefunden habe, die mich reizt", sagte der gebürtige Düsseldorfer. "Ein wichtiger Grund war auch, dass ich wieder mit Jörg Jakobs (Kaderplaner, d. Red) zusammenarbeiten kann, den ich schon lange kenne und zu meinen Freunden zähle. Wir werden versuchen, den FC wieder dorthin zu führen, wo ihn sich ganz Köln wünscht."

Zu den finanziell begrenzten Möglichkeiten in Köln meinte Schmadtke: "Man muss zwischen Chance und Risiko abwägen. Wir wollen keinen Schnellschuss, sondern die Dinge in Ruhe entwickeln." Nach dem 5. Platz im Vorjahr darf es gerne besser werden. "Aber damit meine ich nicht Platz 4", scherzte der gut aufgelegte Fußballfachmann. Doch: "Die Saison wird kein Selbstgänger. Wir müssen noch vor Saisonstart zwei Baustellen schließen und vor allem noch einen Stürmer holen, der Tore garantiert."

Keine Angst vor dem Kölner Klüngel



Konfrontiert mit einige Aussagen aktueller und ehemaliger Kölner Fußballgrößen, bewies Schmadtke Schlagfertigkeit und einen trockenen Humor. So meinte er zum Zitat des früheren Kölner Sportdirektoren Volker Finke, der FC sei für ihn, Finke, eine Supervorbereitung für sein Engagement in Afrika gewesen, nur: "Ich war jetzt gerade fünf Tage in Istanbul und schon wurden zwei Istanbuler Clubs von der UEFA gesperrt. Ich habe keine Angst vor dem Kölner Klüngel, ich mache mir keine Sorgen, werde nicht weglaufen und mich den Dingen stellen."

Dass er vom Kölner Vizepräsidenten Toni Schumacher zum zweitbesten Fußballmanager in Deutschland nach Uli Hoeneß gekürt wurde, entlockte Schmadtke auch einen Spruch. "Toni war ja auch Torhüter. Die haben immer eine etwas andere Sichtweise. Das muss man ihm nachsehen", lachte der 49-Jährige. "Ich habe lange darüber nachgedacht, ob es mit zwei ehemaligen Torhütern schwierig werden würde. Aber es wird schon klappen."

Schmadtke wie Kaymer?



Ein Risiko in seinem Engagement in Köln für sich persönlich sieht Schmadtke nicht. "Ich sehe eine große Chance. Der Club hat Tradition, die Fans begeistern sich für den Verein, die Stadt steht zum Club, die Infrastruktur des Stadions ist überragend", meinte der Sportchef, der zur Erläuterung einen Vergleich aus dem Golf hinzuzog.

"Es gab einmal vier Nachwuchsgolfer, die eine schwere Bahn zu spielen hatten. Ein Wald war zwischen Abschlag und Ziel. Es gab den sicheren Weg, um den Wald herumzuspielen. Oder die Möglichkeit, es mit einem Schlag über die Bäume zu versuchen. Drei gingen auf Nummer sicher. Einer suchte seine Chance. Der wurde später Nummer 1 der Welt und ist übrigens auch ein Sympathisant des Vereins." Die Rede ist von Golfprofi Martin Kaymer. Der ist auch gebürtiger Düsseldorfer und FC-Fan. Wenn die Parallelen mit Schmadtke noch weitergehen, steht dem FC eine rosige Zukunft bevor.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski
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