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2. Bundesliga

27.09.2012 - 17:05 Uhr


Hertha dank Ronny in der Spur - sogar vor der Zeit

Er ist der Mann der Stunde bei der Hertha: Ronny (M.) leitete auch gegen Dresden das Siegtor ein

Hinten ließen Peter Niemeyer (l.) und Co. fast gar nichts zu - der Sieg war hochverdient, wenn auch vom Ergebnis her knapp

Vier Saisontore hat Ronny (l., mit Sandro Wagner) schon auf dem Konto - obwohl das Tor gegen Dresden als Eigentor von Romain Bregerie gewertet wurde

Berlin - Noch zu Saisonbeginn hatte Hertha-Coach Jos Luhukay um Geduld für sein neu formiertes Team bitten müssen. Erst im Oktober werde die Mannschaft ihre volle Leistungsstärke erreichen. Geduld braucht man in Berlin jetzt keine mehr, es läuft richtig rund bei der Hertha - sogar früher, als sich Luhukay es erhofft hat. Nach zwei sieglosen Spielen zum Ligaauftakt und dem peinlichen Pokalaus bei einem Viertligisten stehen nun satte vier Siege und 13 Punkte aus den letzten fünf Partien zu Buche.
Auch der 1:0-Sieg gegen Dynamo Dresden war klarer, als es das knappe Ergebnis vermuten lässt. 19:5 Torschüsse und 10:0 Ecken sprechen eine deutliche Sprache. Erneut bester Herthaner war Ronny. Der brasilianische Mittelfeldspieler, mit vier Treffern aktuell torgefährlichster Berliner, traf diesmal zwar nicht selbst - aber fast: Mit einem seiner gefürchteten Freistöße sorgte er für so viel Gefahr im Dresdner Strafraum, dass Dynamos Innenverteidiger Romain Bregerie die Kugel per Kopf ins eigene Tor beförderte.

Ronny läuft heiß



"Ich habe das gar nicht so richtig sehen können", schmunzelt Ronny, "erst durch die Reaktionen merkte ich, dass es ein Tor war." Angesprochen auf seinen persönlichen Höhenflug lobt der 26-Jährige artig seine Kollegen: "Wenn man gut zusammenspielt, kommt auch die individuelle Klasse der einzelnen Spieler besser zur Geltung."

"Wir sind froh, dass wir ihn haben", gab Defensivmann Fabian Lustenberger das Lob zurück. "Wohlgefühlt hat er sich hier sicherlich schon immer, aber jetzt bekommt er auch die Einsatzzeiten, um richtig in den Rhythmus zu kommen", erklärt der Schweizer. "Er hat die Vorbereitung voll mitgemacht, ist topfit und arbeitet auch im Training sehr gut."

Ein Sieg für Pechvogel Franz



Andere Herthaner sind alles andere als topfit. Maik Franz wurde am Mittwochmorgen erfolgreich an der verletzten Schulter operiert, wird aber noch etwa drei bis vier Monate fehlen. Das ist für den Innenverteidiger besonders bitter, hatte er sich doch nach seiner langwierigen Knieverletzung, die ihn die gesamte Rückrunde der vergangenen Saison gekostet hatte, gerade erst wieder zu alter Form zurückgekämpft. Auch für Hertha BSC ist das Fehlen des Abwehrchefs ein herber Verlust. Zumal am Spieltag auch noch Ersatzmann Roman Hubnik sich mit einer Grippe abmeldete.

So gab der eigentlich im Mittelfeldmann beheimatete Lustenberger den Abwehrchef, neben ihm spielte in der Innenverteidung der gelernte Außenverteidiger Felix Bastians, der zu Saisonbeginn noch auf der Tribüne gesessen hatte. Gemeinsam meldeteten sie Dresdens Topstürmer Mickael Pote komplett ab.

"Wir haben heute auch für Maik gewonnen", sagte Lustenberger. Kapitän Peter Niemeyer, der nach der Partie sogar demonstrativ ein Trikot mit Franz' Namenszug trug, ist froh, "dass wir einen ausgeglichenen Kader haben. Das merkt man jetzt".

Mit viel Selbstvertrauen nach Duisburg



Der breite Kader wird auch in den nächsten beiden Spielen vor der Länderspielpause eine Rolle spielen. Zunächst geht es am kommenden Montag zum noch sieglosen Tabellenschlusslicht MSV Duisburg. "Ich glaube nicht, dass die auf Angriff spielen werden", meint Lustenberger: "Da müssen wir wieder geduldig sein und auf unsere Chancen warten".

Doch bange ist dem 24-Jährigen dabei nicht: "Wir können da jetzt mit breiter Brust und viel Selbstvertrauen hinfahren." Ein weiterer Unterschied also zum Saisonbeginn, als dem Team die Verunsicherung aus der Abstiegssaison noch deutlich anzumerken war.

Aus Berlin berichtet André Anchuelo
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