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2. Bundesliga

06.04.2013 - 14:19 Uhr


Erstligareife Gala im gefühlten Endspiel

Strahlemann des Abends: Jan Simunek (r.) klatscht mit Marc Torrejon ab

Mo Idrissou ließ Worten Taten folgen: Er kündigte an, dass er gegen Köln treffen werde - und netzte dann doppelt ein

Franco Foda kletterte mit seinem Team wieder auf den 3. Rang: "Es liegt noch ein langer, steiniger Weg vor uns"

Kaiserslautern - Jan Simunek konnte nicht aufhören zu grinsen. Noch lange nach Abpfiff des Zweitliga-Duells mit zumindest für den 1. FC Kaiserslautern finalem Charakter gegen den Relegationsrang-Rivalen 1. FC Köln zogen sich die Mundwinkel des Innenverteidigers der Pfälzer bis zu beiden Ohren.
Es sei "ein super Gefühl", ein Tor erzielt zu haben, bekannte der bislang nicht als Kopfballungeheuer aufgefallene Tscheche, der den Ball mit der Stirn in der 50. Minute ins Netz befördert hatte.

"Es liegt noch ein langer, steiniger Weg vor uns"



Es war das erste Tor überhaupt in Deutschlands Ligen eins und zwei für den Mann aus Prag, dem der persönliche Erfolg aber nicht so wichtig war wie der kollektive: "Ich bin richtig froh über die drei Punkte." Mit dem verdienten 3:0 (2:0)-Sieg über den Mitabsteiger verdrängte der FCK den FC aus Köln wieder von Platz 3 und hat nun zwei Punkte mehr auf dem Konto als der Konkurrent.

Dass es ein "sehr wichtiger Sieg" war, den neben Simunek Doppeltorschütze Mo Idrissou mit seinen Saisontreffern 13 (41. Minute) und 14 (79.) sicherstellte, gab auch Franco Foda zu. Der Lauterer Trainer legte aber Wert auf die Feststellung, dass es sich um "kein Endspiel" gehandelt hatte, weil noch sechs Partien zu bestreiten sind. "Es liegt noch ein langer, steiniger Weg vor uns, aber ich bin überzeugt, dass wir dieses Ziel erreichen können", sagte Foda. "Dieses Ziel", also Platz 3, berechtigt bekanntlich zu zwei Qualifikationsspielen gegen den Drittletzten des Oberhauses.

Stanislawski: "Wir haben verdient verloren"



Reif für die Bundesliga präsentierten sich aber nur die Gastgeber und die Rekordkulisse von 49.780 Zuschauern auf dem Betzenberg. "Drei Dinge haben mich heute beeindruckt. Zum einen das volle Stadion. Zum zweiten, wie meine Mannschaft Fußball gespielt hat. Sie war von der ersten Minute an sehr präsent, war sehr kombinations- und ballsicher und aggressiv und hat den Gegner unter Druck gesetzt und zu Fehlern gezwungen. Zum dritten die Fans aus Köln, die auch nach dem 3:0 ihre Mannschaft noch angefeuert haben. So gehört sich das im Fußball", äußerte Foda, der seinem Team "Begeisterung, Leidenschaft und Spielfreude" attestierte.

Dass die 7000 Besucher aus Köln ihr erstmals nach 15 Spielen ohne Niederlage wieder besiegtes Team feierten wie einen bereits feststehenden Aufsteiger, war auch für FC-Trainer Holger Stanislawski das Erfreulichste an den ansonsten aus Gästesicht ernüchternden 90 Minuten. "Das war ein gebrauchter Tag. Wir haben verdient verloren", sagte Stanislawski. Seine Mannschaft sei von Anfang Beginn an zu passiv aufgetreten, habe nur reagiert und "nicht mutig gespielt". Dennoch mochte der Coach "nicht den Stab über die Mannschaft brechen, sie hat über Wochen gute Leistungen gezeigt".

Lautern durchgehend dominant



Während Stanislawski von "einer unserer schlechtesten Saisonleistungen" sprach, kam Lauterns Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann für die Roten Teufel zum gegenteiligen Urteil. "Das war mit Abstand unser bestes Saisonspiel", sagte Baumjohann, der die Assists zu den beiden ersten Toren geliefert hatte. Beim 1:0 setzte er Idrissou in Szene, der mit einem Linksschuss im Fallen seine Qualitäten unter Beweis stellte. Zum 2:0 musste Simunek nach Baumjohanns gefühlvoller Flanke auf den langen Pfosten nur noch einnicken. Das 3:0 war fast eine Kopie, nur dass diesmal der frühere Kölner Mitchell Weiser den Ball vors Tor segeln ließ und der in der Nachspielzeit nach einem Schlag gegen das Knie ausgewechselte Idrissou mit dem Kopf zur Stelle war.

Anders als in vielen Spielen dieser Saison, als die Lauterer nach einer Führung noch den Ausgleich hinnehmen und sich mit einem Punkt begnügen mussten, schalteten sie diesmal keinen Gang zurück. "Es war wichtig, dass wir auch nach der Pause weiter so dominant waren. Wir haben uns in der Kabine vorgenommen, weiter Gas zu geben", sagte Simunek. Eine Einstellung, die Franco Foda auch für die nächsten gefühlten Endspiele einfordert.

Aus Kaiserslautern berichtet Reinhard Sogl
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