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16.11.2012 - 12:59 Uhr


Aachen plant Neuanfang in der Regionalliga

Aachen - Der vom Aufsichtsrat des Fußball-Drittligisten Alemannia Aachen beauftragte Restrukturierungsbeauftragte Rechtsanwalt Michael Mönig hat in seiner Analyse die Zahlungsunfähigkeit des Vereins festgestellt. Demnach fehlt dem Verein zum jetzigen Zeitpunkt mehr als vier Millionen Euro an Liquidität. Da dieser Fehlbetrag mit jedem weiteren Monat deutlich zunehmen würde, ist ein Insolvenzantrag unvermeidlich.
"Wir werden nun einen vorläufigen Gläubigerausschuss einsetzen, den Insolvenzantrag vorbereiten und in der kommenden Woche beim zuständigen Amtsgericht in Aachen einreichen", sagt Mönig.

"Wollen den Traditionsverein retten"



Diese Vorgehensweise soll der erste Schritt zu einer nachhaltigen Sanierung von Alemannia Aachen sein. "Wir wollen den Traditionsverein retten und haben das Ziel, den Verein über ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung zu sanieren", so Mönig weiter. Das Gericht würde dabei einen Sachwalter bestellen, der gemeinsam mit dem Restrukturierungsbeauftragten umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erarbeiten und umsetzen wird, um die Ausgaben des Vereins deutlich zu reduzieren. In einem Insolvenzplan würde dann die Entschuldung des Vereins festgeschrieben und mit dem Gericht und den Gläubigern abgestimmt.

Voraussetzung dafür ist es, dass der Spielbetrieb von Alemannia Aachen bis zum Saisonende aufrechterhalten wird und das Insolvenzverfahren nicht vor dem letzten Spieltag der laufenden Saison eröffnet wird. Nach Insolvenzeröffnung wäre der Verein laut Statuten des Deutschen Fußball Bundes zwar abgestiegen, könnte aber die Lizenz für die Regionalliga beantragen und nach erfolgreicher Annahme des Insolvenzplans durch die Gläubiger dort schuldenfrei einen Neuanfang starten.

"Ich habe bereits erste Signale von potenziellen Geldgebern erhalten, die sowohl den Geschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren für die laufende Saison als auch den Neuanfang in der Regionalliga in der Saison 2012/13 unterstützen würden", sagt Mönig. Konkrete Zahlen gebe es zwar noch nicht, aber die Gespräche laufen bereits. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns und es gibt noch viele Unwägbarkeiten, aber das ist ein gutes Zeichen und lässt uns die kommenden Schritte motiviert angehen", gibt sich Mönig hoffnungsfroh.
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