2. Bundesliga
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09.11.2012 09:49:29
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Braunschweig bei heimstarken Auern, Rhein-Derby in Köln

  • Erfolgswelle: Eintracht Braunschweig ist noch ungeschlagen, zuletzt führten zwei Treffern von Domi Kumbela (2.v.r.) zum 2:1-Erfolg über Sandhausen. Trifft er auch in Aue?
  • Peter Niemeyer (h.) steht Hertha BSC nach seiner Sperre wieder zur Verfügung. Hertha muss nach Sandhausen
  • Gegen den VfR Aaalen setzte es für Miso Breckos (l.) Kölner am vergangenen Spieltag eine 0:2-Niederlage. Jetzt geht es gegen den MSV Duisburg
München - Eintracht Braunschweig, ungeschlagener Tabellenführer der 2. Bundesliga, tritt am Freitag in Aue an und will seinen furiosen Lauf fortsetzen. Der Tabellen-Dreizehnte aus Sachsen baut nach wie vor auf seine Heimstärke: Elf von zwölf Saisonpunkten hat Aue zuhause ergattert (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).


Zeitgleich erhofft sich Braunschweigs Verfolger Hertha BSC durch einen Sieg in Sandhausen den Sprung auf Rang 2, während es zwischen dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg zum Rheinischen Duell kommt.

Erzgebirge Aue zeigt in dieser Saison zwei Gesichter: Während der dreimalige DDR-Oberligameister auswärts erst ein Unentschieden erreicht hat und zuletzt mit 1:4 beim 1. FC Kaiserslautern verlor, sammelte Karsten Baumanns Mannschaft elf seiner insgesamt zwölf Punkte vor eigener Kulisse - darunter waren der überzeugende 2:0-Erfolg gegen Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln und der 6:1-Kantersieg gegen den VfL Bochum. Baumann sieht die Stärke Braunschweigs im Zusammenhalt: "Sie haben keine so herausragenden Spieler, der Star ist in Braunschweig die Mannschaft." Über mehrere Jahre sei das Team gewachsen, "das merkt man ihrer Spielweise an, sie stehen sehr kompakt, sehr geordnet, sie verlieren nie die Ruhe." Angreifer Jakub Sylvestr steht Aue wegen seiner Roten Karte aus dem Spiel gegen Kaiserslautern nicht zur Verfügung, außerdem fallen die verletzten Thomas Paulus, Guido Kocer, Christian Capek und Enrico Kern aus.

Torsten Lieberknecht kennt Erzgebirges Heimstärke: "Jedem ist bewusst, was uns in Aue erwartet. Wir werden es mit einem hochmotivierten und aggressiven Gegner zu tun bekommen, der alles in die Waagschale werfen wird, um uns ein Bein zu stellen", meint Braunschweigs Trainer. Der 39-Jährige lobt die jüngsten Fortschritte der Sachsen, "sie haben sich in der letzten Zeit gerade im spielerischen Bereich weiterentwickelt und kommen mittlerweile nicht mehr ausschließlich über Kampf und Einsatzbereitschaft." Welche 18 Akteure zum Kader für die Begegnung bei Erzgebirge gehören werden, entscheidet Lieberknecht kurzfristig, auch weil noch nicht feststeht, ob Abwehrchef Deniz Dogan rechtzeitig fit wird - den 33-Jährigen plagen Adduktorenprobleme. Als mögliche Alternativen stünden Benjamin Kessel oder Emre Turan bereit, Lieberknecht hat aber angedeutet, dass er sich auch eine Variante mit Ken Reichel als Innenverteidiger vorstellen könne, dann müsste dessen Linksverteidiger-Position neu besetzt werden. Sicher fallen die Langzeitverletzten Marcel Correia, Kevin Kratz, Björn Kluft, Oliver Petersch und Matthias Henn aus.

Fakten zum Spiel und mögliche Aufstellungen

Schiedsrichteransetzungen
Für Hertha BSC ist die 640 Kilometer lange Reise zum SV Sandhausen eine der weitesten Auswärtsfahren der Saison. Hertha-Trainer Jos Luhukay will beim Zweitliga-Aufsteiger einen Sieg einfahren, um auf 26 Punkte aus zwölf Partien zu kommen - zwei Punkte pro Spiel peilt der Holländer im Schnitt an. "Ich denke, dass man mit dieser Quote am Ende auch aufsteigt." Auf einige Langzeitverletzte muss der frühere Coach des FC Augsburg verzichten, für Linksverteidiger Fabian Holland wird Felix Bastians nach seinem auskurierten Außenbandanriss in den Kader rücken. "Er ist der logische Ersatz", sagt Luhukay. Hertha ist seit zehn Partien ungeschlagen, musste aber am vergangenen Spieltag durch das Remis gegen Ingolstadt den 2. Tabellenplatz an den 1. FC Kaiserslautern abgeben. Kapitän Peter Niemeyer, der nach seiner Gelb-Sperre wieder von Beginn an spielen wird, gibt die Marschroute für Freitag vor: "Wir müssen dort über den Kampf und die Leidenschaft in die Partie kommen. Wenn wir dort Druck aufbauen und unserer Chancen nutzen, werden wir gewinnen. Ein Sieg ist Pflicht, das ist unser Anspruch!"

Für Gastgeber Sandhausen ist es nach vielversprechendem Saisonstart zuletzt nicht gut gelaufen. "Nach dem wir auf den Abstiegsrängen gelandet sind, ist es eigentlich egal, gegen wen wir spielen", sagt Trainer Gerd Dais, "wir benötigen dringend etwas Zählbares." Zwei der Profis, die alle bisherigen 14 Pflichtspiele der aktuellen Spielzeit absolviert haben, fallen aus: Torhüter Daniel Ischdonat und Mittelfeldakteur Jan Fießer stehen wegen Magen- und Darmproblemen nicht zur Verfügung. "Für den Daniel wird Michael Langer zu seinem ersten Einsatz kommen", kündigt Dais an, "Michael trainiert sehr gut und ist sicherlich mehr als nur Ersatz". Eine weitere Änderung wird es im Angriffszentrum geben, wo Frank Löning auf seine an gestammte Position zurückkehren wird. Nicht zur Verfügung stehen neben Ischdonat und Fießer Daniel Schulz, Regis Dorn sowie Sören Halfar.

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Schiedsrichteransetzungen
Das Rheinische Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem MSV Duisburg ist eines mit langer Tradition: Allein seit 1963, dem Jahr der Einführung der Bundesliga, hat es in dieser, der 2. Bundesliga und im DFB-Pokal 62 Pflichtspiele gegeben. Zuletzt haben die Duisburger am 22. Dezember 2010 im DFB-Pokal mit 2:1 beim damaligen Erstligisten triumphiert, beim bisher letzten Zweitliga-Vergleich vor fast sechs Jahren siegte der MSV in der Domstadt mit 3:1. Rund 3.500 Gästefans werden erwartet.

Duisburg ist mit acht Zählern Tabellenletzter, FC-Coach Holger Stanislawski warnt jedoch, den Gegner nicht zu unterschätzen, insbesondere da die "Zebras" auswärts stärker seien. "Der MSV wird hier sehr kampfbetont auftreten. Es liegt an uns, inwiefern wir Duisburg die Möglichkeit geben, diesen Strohhalm zu ergreifen." Zwei Spieler haben es Stanislawski besonders angetan: "Allein Baljak vorne drin und Sukalo im Zentrum als Schlüsselspieler haben enorme Qualität. Sukalo ist für mich einer der kopfballstärksten Spieler der Liga", sagt der 43-Jährige. Köln befindet sich derzeit im Niemandsland der 2. Bundesliga, gegen Duisburg sollen Punkte geholt werden, damit die Aufstiegsränge in Sichtweite bleiben. "Wir müssen Gas geben und druckvoll agieren. Es geht nur, wenn wir mutig und offensiv spielen, wir haben uns vorgenommen, das Spiel zu dominieren", erklärt Stanislawski. Stürmer Thomas Bröker, der bisher zwei Tore erzielt hat, fällt aufgrund von Rückenproblemen weiter aus.

Erst ein Mal hat Köln in dieser Spielzeit zuhause gewonnen bei vier Remis und einer Niederlage - durchaus ein Mutmacher für Duisburgs Kosta Runjaic. "Ich hab‘ Bock auf Köln", sagt der frühere Trainer des SV Darmstadt 98, der hofft, dass die Atmosphäre im RheinEnergieStadion sein Team beflügeln wird, "ein Ruck durch die Mannschaft geht. Vor so einer Kulisse zu spielen, ist ein Highlight." Zurück im Training ist nach überstandener Zerrung Ranisav Jovanovic, auch Benjamin Kern hat nach seinem Rippenbruch wieder mit der Mannschaft trainiert und wird voraussichtlich gegen Köln zur Verfügung stehen. Fehlen wird neben den Langzeitverletzten Jurgen Gjasula und Timo Perthel Flamur Kastrati, den an einer Virusinfektion leidet.

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