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2. Bundesliga

25.11.2012 - 17:06 Uhr


"Wir sind nicht die Bayern"

In Cottbus kassiert Tabellenführer Eintracht Braunschweig die erste Saisonniederlage

Trainer Torsten Lieberknecht (r.) kann gar nicht hinschauen - seine Elf kassiert in der Lausitz in dieser Saison erstmals drei Gegentreffer

Domi Kumbela erzielt den zwischenzeitlichen Ausgleich für die "Löwen". Doch sein siebter Saisontreffer reicht nicht für einen Punktgewinn

Cottbus - Erstmals seit April hat Eintracht Braunschweig durch das 1:3 bei Energie Cottbus wieder ein Ligaspiel verloren. Der Vorsprung des Tabellenführers, der im nächsten Spiel nun auch noch auf den gesperrten Norman Theuerkauf verzichten muss, schmilzt dahin.
Nein, so richtig konnte sich hernach kein Braunschweiger erklären, woran es genau gelegen hatte. Denn wirklich schlecht gespielt hatte die Eintracht nicht. Einige haderten mit dem Schiedsrichter, andere, wie Innenverteidiger Deniz Dogan, sahen auch in Daniel Brinkmanns "Sonntagsschuss" den entscheidenden Moment. Denn in der "zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt und waren dem Tor näher als der FC Energie", konstatierte der Abwehrchef der "Löwen".

"Löwen" anfangs zu passiv



Doch auch Dogan musste einräumen: "In der ersten Halbzeit haben wir uns nicht gut angestellt und standen zu tief. Wir haben den Cottbusern zu viel Raum gegeben und sie spielen lassen." Dass die Gäste nach dem Seitenwechsel besser waren, habe letztlich nichts mehr genutzt, weil man so "von der ersten Minute an" hätte spielen müssen.

Trotzdem fand Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht: "Angesichts der zweiten Halbzeit wäre ein Unentschieden verdient gewesen." Dass sah auch Keeper Daniel Davari so, der meinte: "Unterschätzt haben wir Cottbus sicher nicht - wir wissen, dass wir immer noch Eintracht Braunschweig sind und nicht Bayern München."

Der Vorsprung schmilzt



Sicher ist: Es war ein enges, hochklassiges Spitzenspiel, mit Siegchancen auf beiden Seiten. Die Niedersachsen hatten am Ende zwar mehr Torschüsse auf dem Konto (26:12), dafür waren die Lausitzer insgesamt bissiger, was sich in 57 Prozent gewonnenen Zweikämpfen für die Hausherren niederschlug.

Nun steht für Braunschweig nicht nur die erste Saisonniederlage zu Buche. Auch der einst komfortable Vorsprung auf die Verfolger schmilzt dahin. Nur noch zwei Zähler sind es auf die zweitplatzierte Hertha aus Berlin, drei Punkte auf den FCK und sechs auf Energie Cottbus, das weiter Rang 4 belegt. Und jetzt müssen die Braunschweiger auch noch auf Theuerkauf verzichten.

Der defensive Mittelfeldmann spielt nicht immer spektakulär, ist aber dennoch eine zentrale Figur beim BTSV. Er hat bisher in dieser Saison noch keine einzige Minute verpasst. Doch nach Gelb-Rot wegen Meckerns, ausgerechnet in seinem 100. Ligaspiel für die Eintracht, wird der 25-Jährige im nächsten Spiel fehlen. "Das ist natürlich bitter für ihn, aber wir haben so viele gute Spieler - da muss ein anderer in die Bresche springen und seine Sache gut machen", sah Davari in der Sperre kein Drama.

"Gegen St. Pauli gewinnen"



Vielleicht ist es ganz gut für die Eintracht, dass jetzt eine Englische Woche folgt - schon am Mittwoch gegen den FC St. Pauli kann man die Scharte wieder auswetzen. So skizzierte Dogan schon mal, wie man sich auf die "Kiezkicker" vorbereiten will: "Ein bisschen Auslaufen, ein bisschen Pflege, ein bisschen Auflockerungsprogramm." Schließlich sei "am Dienstag auch schon wieder Abschlusstraining, wo wir uns auf Betriebstemperatur bringen, um dann am Mittwoch gegen St. Pauli zu gewinnen."

Denn darin sprach Dogan wohl für alle Braunschweiger: "Umhauen wird uns die Niederlage nicht." Vielmehr werde man draus lernen: "Das macht uns nur noch stärker." Schließlich gibt es für die "Löwen" keinen Grund zur Nervosität. Trotz der bislang starken Saison ist der Aufstieg für den BTSV kein "Muss". Im Gegenteil: Noch immer gilt zum Thema Saisonziel offiziell die Sprachregelung: So schnell wie möglich die magischen 40 Punkte sammeln. Und noch immer kann die Eintracht dieses Ziel schon in der Hinrunde erreichen. Mit aktuell 34 Zählern bei zwei noch ausstehenden Partien müssen dazu jetzt aber zwei Siege her.

Aus Cottbus berichtet Andre Anchuelo
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