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2. Bundesliga

01.01.1970 - 01:00 Uhr


"Noch backen wir kleine Brötchen"

Domi Kumbela erzielte bislang sechs Saisontore für den ungeschlagenen Tabellenführer Eintracht Braunschweig

Seit Januar 2010 läuft der Deutsch-Kongolese für die Niedersachsen auf. In dieser Saison stand der 28-Jährige immer in der Startelf der "Löwen"

Die Braunschweiger sind in der laufenden Saison als einziges Team im deutsche Profifußball noch ungeschlagen

Braunschweig - Eintracht Braunschweig ist in der 2. Bundesliga nach wie vor das Maß aller Dinge. Auch nach 14 Spieltagen sind die Niedersachsen ungeschlagen und steuern bei fünf Punkten Vorsprung auf den härtesten Verfolger Hertha BSC auf die Herbstmeisterschaft zu.
Allerdings wartet am Samstag beim Topspiel in Cottbus ein unangenehmer Gegner auf die Eintracht. Vor dem Hit stellte sich der Braunschweiger Stürmer Domi Kumbela den Fragen von bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Kumbela, die Eintracht marschiert weiterhin unangefochten durch die 2. Bundesliga. Es muss gerade richtig Spaß machen, in Braunschweig Profi zu sein.

Domi Kumbela: Ja, es macht sehr viel Spaß, in Braunschweig Fußball zu spielen. Wir freuen uns auf jedes Training und auf jedes Spiel.

bundesliga.de: Welche Erklärung haben Sie dafür, dass die personell gegenüber der Vorsaison nahezu unveränderte Mannschaft in diesem Jahr so einen Lauf hat? Was steckt dahinter?

Kumbela: Das Erfolgsgeheimnis liegt darin, dass wir sehr viele hungrige Spieler haben, die Erfolg haben wollen und sehr viel Potenzial besitzen. Wir haben gute Charaktere in der Mannschaft. Und der Trainer weiß uns immer perfekt auf das nächste Spiel einzustellen. Wichtig ist auch die Kontinuität im Verein. Es würde aber zu lange dauern, alle positiven Aspekte aufzuzählen.

bundesliga.de: Ein Erfolgsgarant scheint auch die sehr stabile Abwehr zu sein, die bislang erst sechs Gegentore in 14 Spielen zuließ. Man sagt ja, dass die Defensive die Titel gewinnt.

Kumbela: Unsere Abwehr ist schon beeindruckend. Die Defensive wird von Deniz Dogan als Chef mit Ermin Bicakcic und den anderen zusammengehalten. Sie machen das sehr gut. Das gibt uns Offensivspielern Sicherheit. Wir wissen, dass die Defensive steht und können vorne unsere Arbeit verrichten. Dann ist es meistens nur eine Frage der Zeit, bis unser erstes Tor fällt.

bundesliga.de: Kurioserweise haben Sie in den ersten fünf Spielen, die alle gewonnen wurden, nicht getroffen und Ihren ersten Treffer erzielt, als es erstmals nicht zum Sieg reichte. In den letzten drei Partien sind Ihnen dafür zwei Doppelpacks gelungen. Bei Ihnen scheint der Knoten geplatzt zu sein...

Kumbela: Das stimmt. Gott sei Dank läuft es jetzt auch bei mir. Es hat ein bisschen länger gedauert, bis ich ins Rollen gekommen bin. Ich habe trotzdem versucht, immer für die Mannschaft Gas zu geben und mich ins Spiel einzubringen. Ich habe auch immer versucht, den besser postierten Mitspieler zu finden, damit er das Tor machen kann, wenn ich nicht die Möglichkeit habe. Ich habe viel für die Mannschaft gearbeitet und wurde in letzter Zeit auch dafür belohnt. Das freut mich.

bundesliga.de: Ihr Trainer Torsten Lieberknecht hat vor der Saison das Ziel ausgegeben, dass sich die Eintracht in der 2. Bundesliga etabliert. Nach 14 Spieltagen hat die Eintracht 34 Punkte auf dem Konto, zum Klassenerhalt fehlt wohl nicht mehr viel. Ist es in der Rückrunde nicht vielleicht an der Zeit, die Ziele neu zu definieren?

Kumbela: Wir gucken erst einmal, was am Ende herauskommt. Wir schauen von Spiel zu Spiel und versuchen, die 40 Punkte so schnell wie möglich zu erreichen und den Klassenerhalt zu schaffen. Wir wollen uns etablieren in der 2. Bundesliga. Die Saison ist noch lang. Wir versuchen, so viele Spiele wie möglich zu gewinnen und so lange wie möglich ungeschlagen zu bleiben. Klar, irgendwann werden sich die Ziele auch ändern. Aber noch backen wir kleine Brötchen.

bundesliga.de: Hat in dieser Hinsicht auch die Erfahrung des Pokalspiels gegen Freiburg gut getan, weil man gesehen hat, dass die Bäume noch nicht in den Himmel wachsen und die Mannschaft von einem durchschnittlichen Bundesligisten ihre Grenzen aufgezeigt bekam? War das ein Dämpfer zu rechten Zeit?

Kumbela: Wir müssen uns in jedem Spiel neu konzentrieren und immer auf der Hut sein. Freiburg hat uns da in der ersten Minute eiskalt erwischt. Daraus müssen und werden wir lernen und uns in Zukunft auf einen solchen Gegner besser einstellen. Das Spiel ist abgehakt. Wir konzentrieren wir uns auf die Liga, das ist das Wichtigste.

bundesliga.de: Bis zur Winterpause stehen noch fünf Spiele an. Im vergangenen Jahr ist Herbstmeister Fortuna Düsseldorf nach der Unterbrechung völlig aus dem Rhythmus geraten. Wie groß ist diese Gefahr für Braunschweig? Würden Sie lieber durchspielen?

Kumbela: Nein. Für den einen oder anderen Spieler ist es gut, dass die Winterpause kommt. Man kann dann ein wenig runterfahren, sich erholen und neue Kräfte für die Rückrunde sammeln. Ich denke nicht, dass es uns aus dem Rhythmus bringen wird. Wir werden in der Winterpause nicht faulenzen, sondern uns gut vorbereiten, um gut in die Rückrunde zu starten. Aber noch haben wir fünf Spiele bis zur Winterpause, die wir erfolgreich bestreiten wollen.

bundesliga.de: Sie haben schon bei einigen Vereinen in Deutschland gespielt. In Braunschweig kommen Sie seit Jahren sehr gut zurecht. Warum fühlen Sie sich in Braunschweig besonders wohl?

Kumbela: Ich war schon vorher einmal in Braunschweig. Für mich war es eine bekannte Gegend, in der ich positive Erfahrungen gesammelt habe. Ich bin dann gerne wieder zurückgekommen. Ich mag die Region, die Fans, den Verein mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Stadion ist fast immer ausverkauft. Der Trainer hat mich damals wieder zurückgeholt. Ich war mir sicher, dass ich wieder Erfolg haben werde, wenn ich an mir arbeite und ich an mich glaube.

bundesliga.de: Was zeichnet den Trainer Torsten Lieberknecht aus?

Kumbela: Er kann sehr gut mit jungen Spielern umgehen. Er redet viel mit den Spielern. Er ist jeden Tag im Training und beim Spiel akribisch und will immer Erfolg haben. Er ist sehr erfolgsorientiert. Die Spieler geben ihm auch viel zurück. Das ist der Lohn für die Arbeit, die in Braunschweig geleistet wird. Man kann nur Positives berichten.

bundesliga.de: Am Samstag gastiert die Eintracht zum Spitzenspiel bei Energie Cottbus. Wie schwer schätzen Sie die Aufgabe ein?

Kumbela: Wir müssen sehr konzentriert in das Spiel gehen. Ein Auswärtsspiel in Cottbus war für uns nie einfach. Wir erwarten eine aggressiv spielende Cottbuser Mannschaft, die versuchen wird, uns zu schlagen. Wir müssen dagegenhalten, defensiv gut zu stehen und auf unsere Chancen lauern. Wir werden wahrscheinlich nicht viele Möglichkeiten bekommen und müssen die dann ausnutzen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski
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