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2. Bundesliga

25.04.2013 - 13:15 Uhr


"Mir wäre ein Rheinderby viel lieber"

Harry Koch (l.) und Stephan Engels stellten sich einem Doppelinterview zum Aufstiegskampf

Harry Koch nach dem Abstieg der Lauterer 1996

Stephan Engels war von 1978 bis 1989 als Profi beim 1. FC Köln aktiv

München - Sie waren beide Publikumslieblinge: Harry Koch (43) beim 1. FC Kaiserslautern und Stephan Engels (52) beim 1. FC Köln. Der Franke Koch verteidigte von 1996 bis 2003 bei Lautern (220 Spiele in 1. und 2. Bundesliga / 23 Tore), der Rheinländer Engels zog von 1976 bis 1989 im FC-Trikot (236 Bundesligaspiele/39 Tore) die Fäden im Mittelfeld.
Dem Fußball sind beide Idole noch verbunden: Koch, der als Gesundheitsberater arbeitet, nach seiner Demission als Trainer des SV Dörbach in Rheinland-Pfalz derzeit etwas distanzierter; Engels ganz eng, nachdem der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Köln am vergangenen Montag zusätzlich die Aufgaben des als Trainer der U 21 entlassenen Dirk Lottner übernommen hat.

Im Doppel-Interview mit bundesliga.de bewerten die beiden Altstars die Ausgangslage ihrer (Ex-)Clubs im Kampf um Relegationsrang 3 in der 2. Bundesliga. Vor den letzten vier Spieltagen hat der FCK als Dritter zwei Punkte Vorsprung auf Köln (Tabellenrechner).

bundesliga.de: Herr Koch, Herr Engels, es sind noch vier Spieltage in der 2. Bundesliga. Welche Faktoren sind jetzt ausschlaggebend?

Harry Koch: Man darf sich einfach nicht von seinem Weg abbringen lassen und muss Nervenstärke haben. Der 1:1-Ausgleich, den Köln am Montag gegen Duisburg in der Nachspielzeit kassierte, war sicher auch einer gewissen Nervosität geschuldet. So kurz vor Schluss muss ich meinen Plan einfach durchziehen.

Stephan Engels: Wichtig ist, die Nerven zu behalten und bei engen Spielständen nicht hektisch oder bei einem Rückstand ungeduldig zu werden. Man muss ganz normal weiterspielen und einfach cool bleiben. Je näher die letzten beiden Spiele rücken, um so mehr Druck kommt für beide Mannschaften auf, wenn man weiß, dass mit einem Aussetzer das Thema Aufstieg erledigt sein kann. Höchste Konzentration ist gefordert.

bundesliga.de: Wo können noch Stolperfallen liegen?

Koch: Die Lauterer haben meiner Meinung nach das schwierigere Restprogramm. Die Kölner haben es vielleicht einfacher, könnten die Aufgaben aber auch auf die leichte Schulter nehmen, was ich aber nicht glaube. Wenn aber nur einer aus der Mannschaft denkt, er könnte ein bisschen weniger machen, dann könnte das schon ausschlaggebend sein, um die Relegation zu erreichen oder eben nicht.

Engels: Dass man hektisch wird und unnötige Verwarnungen kassiert. Bei uns gibt es den einen oder anderen, der noch eine Gelbsperre bekommen könnte. Dumme Aktionen muss man einfach vermeiden.

bundesliga.de: Welche Rolle spielt in einer solchen Phase das Umfeld?

Koch: Wie die Spieler müssen auch die Verantwortlichen die Nerven behalten. Das Umfeld fiebert natürlich auch mit und will aufsteigen, dadurch wird der Druck auf die Spieler noch größer. Auch auf die Fangesänge im Stadion muss man richtig reagieren. Wenn es zehn Minuten vor Schluss noch 0:0 steht, muss man die Ruhe bewahren.

Engels: Wir in Köln haben nicht so den großen Druck aus dem Umfeld, der liegt bei Lautern. Die haben von Anfang an den Wiederaufstieg ganz klar als Muss deklariert. Bei uns war die Marschroute: Wenn der Aufstieg möglich ist, nehmen wir ihn gerne mit, aber er ist nicht das erklärte Ziel.

bundesliga.de: Was würde der Aufstieg für die Stadt und die Region bedeuten?

Koch: Der Aufstieg wäre sehr wichtig. Für den FCK vor allem aus finanzieller Sicht, mit der Stadionmiete und den vielen anderen Kosten. Aber auch für die Region wäre die Bundesliga von großer Bedeutung, da hängen ja viele Arbeitsplätze dran. Lautern gehört einfach auch in die Bundesliga.

Engels: Der Aufstieg würde bedeuten, dass wir ihn mit einer runderneuerten Mannschaft und vielen jungen Spielern, die aus unserer Nachwuchsabteilung kommen, geschafft hätten. Das würde die Fans und den Verein noch enger zusammenwachsen lassen.

bundesliga.de: Es geht ja nur noch um Platz 3 und die Relegation. Nach derzeitigem Stand wäre Augsburg der Gegner. Wie stehen die Chancen, dass sich der Zweitligist durchsetzt?

Koch: Das sind zwei Spiele, bei denen es auf die Tagesleistung ankommt, ähnlich wie im Pokalfinale in Berlin. Da musst du einfach gewinnen. Wenn du ein Jahr gearbeitet hast und dafür mit einem Entscheidungsspiel belohnt wirst, musst du dann einfach präsent sein und gewinnen wollen. Augsburg hat eine gute Mannschaft, die darf man mit Sicherheit in der Relegation nicht unterschätzen. Wenn Augsburg derzeit auch unten drin steht, kann man sie mit Sicherheit nicht mit einer Zweitligamannschaft vergleichen. Da muss der Zweitligist schon noch eine Schippe drauflegen.

Engels: Da bin ich mir gar nicht sicher, dass Augsburg in die Relegation muss. Die haben sich gut verstärkt und spielen in der Rückrunde richtig gut. Mir wäre ein Rheinderby mit Düsseldorf als Gegner viel lieber, auch wenn wir dann gegen meinen Freund Norbert Meier antreten müssten. Aber egal wer auf wen trifft: Es ist ein Pari-pari-Spiel.

Das Interview führte Reinhard Sogl
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