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2. Bundesliga

19.04.2013 - 12:54 Uhr


"Der Kreis schließt sich"

Paul Freier (l.) kam in dieser Saison bisher 16 Mal für den VfL Bochum zum Einsatz, erzielte ein Tor und gab einen Assist

Bereits vor über zehn Jahren trainierte der ehemalige Nationalspieler unter Peter Neururer in Bochum. Damals gelang gemeinsam der Einzug in den UEFA-Cup

"Peter Neururer hat sich gar nicht verändert. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und ist sehr konsequent bei der Arbeit", so Freier

Bochum - Mit einem Paukenschlag hat sich Peter Neururer wieder zurück auf der Trainerbank gemeldet. Im ersten Spiel unter seiner Regie gewann der zuvor sechs Spiele lang sieglose VfL Bochum mit 2:0 bei Energie Cottbus und verließ dadurch wieder den Relegationsplatz. Wie der Trainer mit der Mannschaft gearbeitet hat und worauf er besonders großen Wert legt, verriet Bochums Routinier Paul Freier im Gespräch mit bundesliga.de . Der 33-jährige Ex-Nationalspieler trainierte unter dem Coach bereits vor über zehn Jahren.
bundesliga.de: Herr Freier, der VfL Bochum war seit sechs Spielen sieglos, hatte davon die letzten vier allesamt verloren. Dann kommt Peter Neururer, und die Mannschaft gewinnt 2:0 in Cottbus. Kann man das erklären?

Paul Freier: Nein. Das ist Fußball. So etwas kann nur im Fußball passieren.

bundesliga.de: Was hat der Trainer in den wenigen Tagen bewirken können?

Freier: Er hat in der letzten Woche sehr viel mit uns gesprochen. Wir haben viele Kleinigkeiten geändert, um wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. Umso schöner war es, dass es sofort mit dem Sieg in Cottbus geklappt hat. Diese Punkte und auch das Erfolgserlebnis haben wir dringend gebraucht.

bundesliga.de: Wo hat Peter Neururer den Hebel als erstes angesetzt?

Freier: Der Trainer hat Disziplin und Ordnung eingefordert. Auch bei Standardsituationen haben wir einiges verändert und neue Varianten einstudiert. Und dann fällt unser erstes Tor in Cottbus nach einer Standardsituation. Der Sieg war Balsam für die Seele.

bundesliga.de: Sie kennen Peter Neururer noch aus ihrer ersten gemeinsamen Zeit beim VfL Bochum in den Jahren 2001 bis 2004. Schon damals hat er auf Standards gesetzt.

Freier: Genau. Das haben wir schon damals oft geübt. Wir gehörten zu den Mannschaften, die besonders viele Tore nach Standardsituationen gemacht hatten. Man sieht, dass sie wirklich eine Waffe sein können, wenn man sie vorher einstudiert hat. Wir haben auch einige große Spieler, die dann gefährlich werden.

bundesliga.de: Hat sich Peter Neururer in den letzten Jahren verändert?

Freier: Er hat sich gar nicht verändert. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Er ist sehr konsequent bei der Arbeit. Das hat mir schon damals imponiert. Für mich ist es eine Freude, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten. Wir hatten auch immer zwischendurch mal Kontakt. Wir haben uns nie aus den Augen verloren. Es ist schön, dass sich nach all den Jahren der Kreis wieder schließt.

bundesliga.de: Was lief beim VfL Bochum in dieser Saison alles schief, dass die Mannschaft so tief in dem Schlamassel geraten konnte?

Freier: Es ist sehr schwer, das in wenigen Sätzen zu beantworten. Unter dem Strich haben wir zu wenig Spiele gewonnen. Dabei hatten wir immer wieder Phasen drin, in denen wir gut gespielt, aber nicht gepunktet haben. Wir sind dann in einen Negativlauf gekommen, bei dem das Spiel gegen Aue das i-Tüpfelchen war.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie selbst mit Ihrer Saison, in der Sie wieder etwas vom Verletzungspech gebeutelt wurden?

Freier: Ich möchte immer gesund bleiben. Wenn ich gesund bin, kann ich der Mannschaft immer noch helfen. Ich habe jetzt in den letzten beiden Spielen wieder von Anfang an gespielt. Ich hoffe, dass ich in meinen Rhythmus komme und in den letzten fünf Spielen noch einmal richtig angreifen kann.

bundesliga.de: Sie werden im Sommer 34 Jahre alt und haben in zwei Etappen 13 Jahre für den VfL Bochum gespielt. Sie haben sicher eine ganz besondere Beziehung zu dem Verein. Was kommt nach der Saison?

Freier: Ich fühle mich fit und würde gerne noch ein Jährchen dranhängen. Aber das hat jetzt nicht Priorität. Wir müssen uns jetzt ganz auf den Klassenerhalt konzentrieren und die nächsten Spiele abwarten. Die Personalien werden danach von Seiten der Vereinsführung geklärt. Wir werden uns dann zusammensetzen und eine Entscheidung treffen.

bundesliga.de: Nächster Gegner des VfL im Abstiegskampf ist am Freitag der FC St. Pauli. Was muss passieren, damit Bochum seine bislang schlechte Heimbilanz aufbessert?

Freier: Diese Heimbilanz haben wir nicht in den Köpfen. Wir freuen uns auf das Spiel. Die Hütte wird wohl nach allem, was ich so höre, ziemlich voll sein. Wir werden die Unterstützung von unseren Fans bekommen und wollen das Spiel gegen St. Pauli gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski
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