2. Bundesliga
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27.09.2007 14:53:56
Maximilian Nicu (r.) beim Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart, das der SV Wehen Wiesbaden knapp mit 1:2 verlor
"Den Tabellenplatz nicht überschätzen!"
Maximilian Nicu spielte bereits in Unterhaching, Erfurt, Koblenz und Burghausen. Im Gespräch mit bundesliga.de verrät der Offensivmann, warum es ausschließlich in Wehen so erfolgreich läuft.
bundesliga.de: Herr Nicu, wie bewerten Sie den Saisonstart des Aufsteigers SV Wehen Wiesbaden?
Maximilian Nicu: In Anbetracht dessen, dass wir Aufsteiger sind, ist das mehr als zufriedenstellend. Den Tabellenplatz darf man aber nicht überschätzen, da es auch schnell wieder abwärts gehen kann. Es kann natürlich gerne so weitergehen, ich denke dennoch, dass wir gegen den Abstieg spielen.
bundesliga.de: Zuletzt sorgte Ihre Mannschaft für Aufsehen, als sie erst in Augsburg mit 1:5 verlor, um eine Woche später Jena mit dem genau selben Resultat zu besiegen. Und nun der Erfolg beim 1. FCK. Ist der SV Wehen Wiesbaden eine launische Diva?
Nicu: Das war zuletzt natürlich schon ein wenig kurios zuletzt, den Begriff Diva würde ich aber nicht wählen. Fakt ist, dass wir oftmals zu unkonzentriert agieren und noch zu wenig Konstanz in unserer Leistung haben. Wenn wir das in den Griff bekommen, bleiben auch solche Schwankungen aus.
bundesliga.de: Das Potenzial dazu ist da?
Nicu: Sicherlich. Eine unserer großen Stärken sind Standardsituationen, alleine in Hoffenheim haben wir ja alle drei Tore nach Eckbällen erzielt. Aber auch aus dem Spiel heraus klappt es mittlerweile ganz gut, wie man ja gegen Jena gesehen hat. Aber das Wissen um unsere Stärken bei Standards ist für uns sehr wichtig. Es kann in der 2. Bundesliga sicherlich nicht schaden, wenn man eine solche Stärke hat, auf die man immer wieder zurückgreifen kann. Auch wenn die anderen mittlerweile um unsere Gefährlichkeit bei Standardsituationen wissen, werden sie uns im Laufe der Saison sicherlich noch weiterhelfen.
bundesliga.de: In vier von sechs Spielen erzielte der SV Wehen Wiesbaden in der ersten Halbzeit kein Tor. Braucht die Mannschaft so lange, um ins Spiel zu finden?
Nicu: Wir starten immer mit dem Vorsatz ins Spiel, erstmal die Null zu halten. Darunter leidet dann natürlich ein bisschen das Offensivspiel, so dass wir nach vorne erstmal weniger Aktionen haben. Aber trotzdem bieten sich ja noch vorne immer wieder Gelegenheiten…
bundesliga.de: … die die Mannschaft hervorragend nutzt. Sie haben bisher schon 15 Saisontore erzielt, die zweitmeisten aller Vereine. Keine schlechte Quote für einen Aufsteiger, oder?
Nicu: Auf jeden Fall. Wenn man die Mannschaften und deren Qualität in der 2. Bundesliga betrachtet, dann darf man aber auf keinen Fall ins offene Messer laufen. Man darf sich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und sagen: 'Jetzt spielen wir einfach mal mit'. Priorität hat zunächst einmal die Defensive.
bundesliga.de: Würden Sie dennoch sagen, Wehen steht für attraktiven Offensiv-Fußball?
Nicu: Jein. Wie gesagt wollen wir aus einer starken Defensive herausspielen, deshalb kann man unsere Spielweise nicht als offensiv bezeichnen. Wenn man aber in der Defensive ein bisschen wackelt, beziehungsweise die Konstanz noch nicht gefunden hat, dann muss man auch nach vorne mehr machen. Wenn wir gezielt nach vorne und unsere Qualitäten ausspielen, dann ist das schon ansehnlich, denke ich.
bundesliga.de: Die Chancenverwertung der Mannschaft liegt bei 22,8 Prozent, auch das ist der zweitbeste Wert aller Mannschaften. Kann man sich diese "Kaltschnäuzigkeit" antrainieren?
Nicu: Ein gewisser Grad an Training steckt da schon drin. Gerade die Standardsituationen werden bei uns sehr ausgiebig trainiert, daher ist das bisherige Ergebnis auch nicht ganz so überraschend. Was die Tore aus dem Spiel heraus angeht: Wenn man pro Spiel nicht durchschnittlich 20 Chancen hat, dann muss man schon sehen, dass man die sich bietenden Möglichkeiten auch nutzt. Bis jetzt gelingt uns das gut, und deshalb stehen wir auch ganz ordentlich da.
bundesliga.de: Kann man Konzentration beim Torabschluss trainieren?
Nicu: Es geht einfach um das Bewusstsein. Man muss die Torchancen bewusst angehen, auch wenn natürlich im Spiel alles ganz schnell geht. Aber wenn man sich im Spiel bei jedem Torschuss klar macht, dass der Ball ganz einfach reingehen muss, dann fällt es einem im Spiel leichter. Das selbe gilt natürlich auch für die Defensivarbeit. Konzentration und Körperspannung müssen einfach da sein, sonst passiert so etwas wie es uns in Augsburg passiert ist – man verliert sang- und klanglos.
bundesliga.de: Sie selbst haben bereits fünf Treffer erzielt, einen mehr als in der gesamten Vorsaison bei Wacker Burghausen. Im Jahr zuvor waren es, damals bereits beim SV Wehen, ganze 16 pro Saison. Wehen und Nicu – das scheint zu passen?
Nicu: Momentan auf jeden Fall. Vergangene Saison in Burghausen war mein erstes Jahr in der 2. Bundesliga und ich musste mich erst anpassen. Jetzt bin ich mit guten Erinnerungen zurück nach Wehen gewechselt und weiß, dass ich hier auch ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen muss. Die wird mir hier auch übertragen, so dass ich das Vertrauen auch gerne zurückgeben möchte. Das ist der Unterschied zur vergangenen Saison in Burghausen. Das Jahr dort war für mich ein Lehrjahr, aus dem ich viel Erfahrung mitgebracht habe.
bundesliga.de: Der Wechsel zurück nach Wehen erfolgte also auch deshalb, weil Sie sich dort wohlfühlen?
Nicu: Das war der ausschlaggebende Grund. Wehen war für mich sehr interessant, da ich das Umfeld kannte und ich wusste, dass gute Arbeit geleistet wird. Ich brauche ein gewisses Umfeld und das Wissen, dass man etwas auf die Beine stellen kann. All das ist hier gegeben.
bundesliga.de: Was ist vom SV Wehen Wiesbaden in dieser Saison noch zu erwarten?
Nicu: Der Start war schon sehr gut, aber ich will jetzt auch nicht zuviel erwarten. Man kann nicht erwarten, dass es jetzt so in dem Maße weitergeht. Mir bleibt nur zu versuchen, meinen Teil dazu beizutragen, dass wir so schnell wie möglich die Punkte sammeln, die uns gegen den Abstieg helfen. Persönliche Erfolgserlebnisse sind sehr schön, aber der mannschaftliche Erfolg ist wichtiger. Je mehr ich dazu beitragen kann, desto schöner ist es für mich.
Das Gespräch führte Gregory Straub
Maximilian Nicu: In Anbetracht dessen, dass wir Aufsteiger sind, ist das mehr als zufriedenstellend. Den Tabellenplatz darf man aber nicht überschätzen, da es auch schnell wieder abwärts gehen kann. Es kann natürlich gerne so weitergehen, ich denke dennoch, dass wir gegen den Abstieg spielen.
bundesliga.de: Zuletzt sorgte Ihre Mannschaft für Aufsehen, als sie erst in Augsburg mit 1:5 verlor, um eine Woche später Jena mit dem genau selben Resultat zu besiegen. Und nun der Erfolg beim 1. FCK. Ist der SV Wehen Wiesbaden eine launische Diva?
Nicu: Das war zuletzt natürlich schon ein wenig kurios zuletzt, den Begriff Diva würde ich aber nicht wählen. Fakt ist, dass wir oftmals zu unkonzentriert agieren und noch zu wenig Konstanz in unserer Leistung haben. Wenn wir das in den Griff bekommen, bleiben auch solche Schwankungen aus.
bundesliga.de: Das Potenzial dazu ist da?
Nicu: Sicherlich. Eine unserer großen Stärken sind Standardsituationen, alleine in Hoffenheim haben wir ja alle drei Tore nach Eckbällen erzielt. Aber auch aus dem Spiel heraus klappt es mittlerweile ganz gut, wie man ja gegen Jena gesehen hat. Aber das Wissen um unsere Stärken bei Standards ist für uns sehr wichtig. Es kann in der 2. Bundesliga sicherlich nicht schaden, wenn man eine solche Stärke hat, auf die man immer wieder zurückgreifen kann. Auch wenn die anderen mittlerweile um unsere Gefährlichkeit bei Standardsituationen wissen, werden sie uns im Laufe der Saison sicherlich noch weiterhelfen.
bundesliga.de: In vier von sechs Spielen erzielte der SV Wehen Wiesbaden in der ersten Halbzeit kein Tor. Braucht die Mannschaft so lange, um ins Spiel zu finden?
Nicu: Wir starten immer mit dem Vorsatz ins Spiel, erstmal die Null zu halten. Darunter leidet dann natürlich ein bisschen das Offensivspiel, so dass wir nach vorne erstmal weniger Aktionen haben. Aber trotzdem bieten sich ja noch vorne immer wieder Gelegenheiten…
bundesliga.de: … die die Mannschaft hervorragend nutzt. Sie haben bisher schon 15 Saisontore erzielt, die zweitmeisten aller Vereine. Keine schlechte Quote für einen Aufsteiger, oder?
Nicu: Auf jeden Fall. Wenn man die Mannschaften und deren Qualität in der 2. Bundesliga betrachtet, dann darf man aber auf keinen Fall ins offene Messer laufen. Man darf sich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und sagen: 'Jetzt spielen wir einfach mal mit'. Priorität hat zunächst einmal die Defensive.
bundesliga.de: Würden Sie dennoch sagen, Wehen steht für attraktiven Offensiv-Fußball?
Nicu: Jein. Wie gesagt wollen wir aus einer starken Defensive herausspielen, deshalb kann man unsere Spielweise nicht als offensiv bezeichnen. Wenn man aber in der Defensive ein bisschen wackelt, beziehungsweise die Konstanz noch nicht gefunden hat, dann muss man auch nach vorne mehr machen. Wenn wir gezielt nach vorne und unsere Qualitäten ausspielen, dann ist das schon ansehnlich, denke ich.
bundesliga.de: Die Chancenverwertung der Mannschaft liegt bei 22,8 Prozent, auch das ist der zweitbeste Wert aller Mannschaften. Kann man sich diese "Kaltschnäuzigkeit" antrainieren?
Nicu: Ein gewisser Grad an Training steckt da schon drin. Gerade die Standardsituationen werden bei uns sehr ausgiebig trainiert, daher ist das bisherige Ergebnis auch nicht ganz so überraschend. Was die Tore aus dem Spiel heraus angeht: Wenn man pro Spiel nicht durchschnittlich 20 Chancen hat, dann muss man schon sehen, dass man die sich bietenden Möglichkeiten auch nutzt. Bis jetzt gelingt uns das gut, und deshalb stehen wir auch ganz ordentlich da.
bundesliga.de: Kann man Konzentration beim Torabschluss trainieren?
Nicu: Es geht einfach um das Bewusstsein. Man muss die Torchancen bewusst angehen, auch wenn natürlich im Spiel alles ganz schnell geht. Aber wenn man sich im Spiel bei jedem Torschuss klar macht, dass der Ball ganz einfach reingehen muss, dann fällt es einem im Spiel leichter. Das selbe gilt natürlich auch für die Defensivarbeit. Konzentration und Körperspannung müssen einfach da sein, sonst passiert so etwas wie es uns in Augsburg passiert ist – man verliert sang- und klanglos.
bundesliga.de: Sie selbst haben bereits fünf Treffer erzielt, einen mehr als in der gesamten Vorsaison bei Wacker Burghausen. Im Jahr zuvor waren es, damals bereits beim SV Wehen, ganze 16 pro Saison. Wehen und Nicu – das scheint zu passen?
Nicu: Momentan auf jeden Fall. Vergangene Saison in Burghausen war mein erstes Jahr in der 2. Bundesliga und ich musste mich erst anpassen. Jetzt bin ich mit guten Erinnerungen zurück nach Wehen gewechselt und weiß, dass ich hier auch ein bisschen mehr Verantwortung übernehmen muss. Die wird mir hier auch übertragen, so dass ich das Vertrauen auch gerne zurückgeben möchte. Das ist der Unterschied zur vergangenen Saison in Burghausen. Das Jahr dort war für mich ein Lehrjahr, aus dem ich viel Erfahrung mitgebracht habe.
bundesliga.de: Der Wechsel zurück nach Wehen erfolgte also auch deshalb, weil Sie sich dort wohlfühlen?
Nicu: Das war der ausschlaggebende Grund. Wehen war für mich sehr interessant, da ich das Umfeld kannte und ich wusste, dass gute Arbeit geleistet wird. Ich brauche ein gewisses Umfeld und das Wissen, dass man etwas auf die Beine stellen kann. All das ist hier gegeben.
bundesliga.de: Was ist vom SV Wehen Wiesbaden in dieser Saison noch zu erwarten?
Nicu: Der Start war schon sehr gut, aber ich will jetzt auch nicht zuviel erwarten. Man kann nicht erwarten, dass es jetzt so in dem Maße weitergeht. Mir bleibt nur zu versuchen, meinen Teil dazu beizutragen, dass wir so schnell wie möglich die Punkte sammeln, die uns gegen den Abstieg helfen. Persönliche Erfolgserlebnisse sind sehr schön, aber der mannschaftliche Erfolg ist wichtiger. Je mehr ich dazu beitragen kann, desto schöner ist es für mich.
Das Gespräch führte Gregory Straub
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