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Spieltag & Spielplan

26. Spieltag

18.03.2012 | 13:30 Uhr

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  • FC Erzgebirge Aue
  • 2 : 1
    0 : 1
  • FC St. Pauli

19.03.2012 - 10:33 Uhr


Grübeln über die Niederlage

St. Pauli-Torwart Benedikt Pliquett (l.) bereitete den einzigen Treffer der Hamburger von Florian Bruns (r.) vor

Ausgerechnet gegen die Mannschaften aus dem Tabellenkeller hat das Team von Andre Schubert vier von sechs Duellen verloren

Top-Scorer Max Kruse ist seit sieben Spielen ohne Torbeteiligung

Aue - Die weite Reise von Hamburg ins Erzgebirge hatten sich die Spieler des FC St. Pauli sicher anders vorgestellt. Am Ende stand die Mannschaft von Trainer Andre Schubert durch das 1:2 in letzter Minute mit leeren Händen da. Jetzt ist Ursachenforschung angesagt.
Besonders auffällig ist, dass die "Kiezkicker" vier der sechs Niederlagen gegen Abstiegskandidaten kassierten. Nach dem 2:3 gegen Aue in der Hinrunde auch in Ingolstadt (0:1) und Aachen (1:2). Und jetzt wieder eine Niederlage gegen die "Veilchen". Es war die erste Pleite für St. Pauli nach fünf Spielen ohne Niederlage (drei Siege, zwei Remis). Zudem erzielten die Hanseaten in den vergangenen fünf Partien nie mehr als ein Tor, mehr als zwei Treffer gelangen ihnen sogar letztmals im November - zu wenig für einen Aufstiegsaspiranten.

Hadern mit den ausgelassenen Chancen



"Da fehlte heute das nötige Quäntchen Glück und ein bisschen mehr Entschlossenheit", suchte der amtierende St. Pauli-Kapitän Fabian Boll nach den Gründen für die schmerzhafte Niederlage beim FC Erzgebirge. "Wenn Du die Dinger vorne nicht machst, dann kriegst Du sie hinten rein - so ist halt das Gesetz des Fußballs", resümierte der Routinier. "Wir sind einfach enttäuscht."

Auch Keeper Benedikt Pliquett, der beim 1:0-Führungstreffer St. Paulis seinen ersten Assist im Profifußball verbuchte, haderte mit der Chancenverwertung: "Wir müssen uns einfach mal den Gefallen tun und das zweite Tor machen, dann nimmt uns keiner mehr die Butter vom Brot. Das sah auch Andre Schubert so: "Wir hätten unsere vielen klaren Torchancen zu mindestens drei bis vier Toren nutzen müssen", betonte der Trainer der Hamburger.

"Einer muss mal rein"



"Wenn wir wüssten, was uns derzeit im Abschluss fehlt, würden wir es abstellen", war Boll ein wenig ratlos. "Wir hatten sehr viele Aktionen in und um den Sechzehner, und von denen muss halt mal einer reingehen", verwies der 32-Jährige auf das Torschussverhältnis von 20:13 aus Sicht der Schubert-Elf. 15 der 20 Versuche wurden von innerhalb des Strafraums abgegeben - die Chancen waren also da.

Doch Marius Ebbers, die nominelle Nummer eins im Sturm, sucht nach Verletzungen noch nach Form und Fitness. Er kam erst in der 57. Minute für den jungen Petar Sliskovic in die Partie. Der 21-jährige Kroate hatte es bis dahin lediglich auf einen einzigen Torschuss gebracht. Mahir Saglik fehlte in Aue wegen Grippe und hat zudem ein angespanntes Verhältnis zu Trainer Schubert. Der in der Schlussviertelstunde eingewechselte Deniz Naki vergab fünf Minuten später eine Großchance. Max Kruse, mit zehn Treffern und fünf Vorlagen bester St. Pauli-Scorer, ist seit mittlerweile sieben Partien ohne jede Torbeteiligung.

Weitere Punktverluste verboten



"Selbst, wenn Du hier mit einem Unentschieden nach Hause fährst, ist das eigentlich zu wenig in unserer Lage", sprach Teilzeit-Kriminaloberkommissar Boll ein Verbot weiterer Punkteverluste aus. In der Tat beträgt der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz jetzt schon fünf Zähler. Und selbst das Erreichen des Relegationsplatzes 3 wird angesichts der starken Konkurrenz an der Tabellenspitze immer schwieriger: Dort steht Fortuna Düsseldorf mit 51 Punkten, wobei die Fortuna am Montagabend in Cottbus noch nachlegen kann. Ist der Aufstieg vielleicht schon in Aue verspielt worden? St. Pauli-Coach Schubert hält von diesen Überlegungen nichts: "Jedes Spiel ist entscheidend, egal ob diese Woche, nächste Woche, oder vor zwei Wochen." Der 36-Jährige betonte, dass "jeder Punkt gleich viel zählt".

Fakt ist: Am kommenden Sonntag gastiert Wundertüte Energie Cottbus am Millerntor, am darauffolgenden Spieltag muss die Schubert-Elf zum "Sechs-Punkte-Spiel" in Düsseldorf antreten. Boll ist sich indes sicher, dass es "der komplett falsche Ansatz wäre", jetzt "alles zu hinterfragen". "Wir müssen Ruhe bewahren. Es sind immer noch acht Spiele, da sind noch 24 Punkte zu holen." Boll folgert: "Es ist noch nicht aller Tage Abend."

Aus Aue berichtet André Anchuelo

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