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Spieltag & Spielplan

4. Spieltag

12.08.2011 | 20:30 Uhr

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  • VfL Bochum
  • 1 : 2
    1 : 1
  • FC St. Pauli

15.08.2011 - 15:22 Uhr


"Nur eine Momentaufnahme"

Philipp Tschauner wechselte in diesem Sommer zum FC St. Pauli

Bisher bestritt der 25-Jährige 53 Zweitliga-Spiele

Von 2006 bis 2011 stand Tschauner beim TSV 1860 München unter Vertrag

Bochum - Nach vier Spieltagen und dem Sieg beim VfLBochum steht der FC St. Pauli schon dort, wo ihn die Fans auch am Saisonende sehen wollen - auf einem Aufstiegsrang. Für Torhüter Philipp Tschauner ist der Platz an der Sonne aber nicht mehr als eine schöne Momentaufnahme.
Der Neuzugang vom TSV 1860 München ist im Tor des FC St. Pauli noch ungeschlagen. Auch beim 2:1-Erfolg in Bochum hielt der 25-Jährige seiner Mannschaft den Sieg fest. Im Interview mit bundesliga.de spricht der 25-Jährige über Dominanz und "Hallo wach"-Effekte, Euphoriebremsen und Chancenverwertung.

bundesliga.de: Vier Spiele, zehn Punkte, ein Aufstiegsplatz als Lohn - kann man von einem perfekten Start für den FC St. Pauli sprechen?

Philipp Tschauner: Es ist zweifellos ein richtig guter Start. Und ein richtig schönes Gefühl, dort oben zu stehen. Das hätten wir vor der Saison so unterschrieben, am vierten Spieltag mit zehn Punkten ganz weit vorne mit dabei zu sein. Aber es ist trotzdem nur eine Momentaufnahme und hat überhaupt keine Aussagekraft für den weiteren Verlauf dieser Saison. Es sind eben auch erst vier Spiele gespielt. Wir sollten den zehnten Spieltag abwarten, dann wird sich alles in der Liga ein bisschen sortiert haben. Und dann müssen wir noch einmal schauen, wo wir stehen.

bundesliga.de: Immerhin gab es zuletzt drei Punkte beim VfL Bochum, der sich selbst den Aufstieg zum Ziel gesetzt hat. Spricht das nicht ganz klar für St. Pauli?

Tschauner: Wir hatten zunächst in Frankfurt und dann in Bochum zwei richtig schwere Auswärtsspiele bei zwei Aufstiegsfavoriten, die dieses Ziel auch so formuliert haben. Umso schöner ist es natürlich, dass wir in diesen Spielen ohne Niederlage geblieben sind und vier Punkte eingefahren haben. In Bochum hatten wir seit 26 Jahren keinen Sieg mehr geholt, da tat der 2:1-Erfolg natürlich doppelt gut. Es ist gut zu sehen, dass wir auch in fremden Stadien dominant spielen können.

bundesliga.de: Am Anfang der Partie in Bochum war St. Pauli allerdings in Schwierigkeiten. Hat Sie der Offensivdrang der Gastgeber kalt erwischt?

Tschauner: Die Bochumer haben uns schon überrascht, weil sie personell einiges verändert haben im Vergleich zur letzten Partie und auch ein neues System gespielt haben. Sie haben uns ordentlich unter Druck setzen können, gut gepresst und sind verdient in Führung gegangen. Für uns war das allerdings ein richtiger "Hallo wach"-Effekt. Wir haben danach gut ins Spiel zurückgefunden, hatten noch einige gute Chancen in der ersten Halbzeit und haben auch den Ausgleich geschossen. In der zweiten Hälfte haben wir dann guten Fußball gespielt mit schönen Kombinationen und einigen Tormöglichkeiten. Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg.

bundesliga.de: Was hat in diesem Spiel am Ende den Unterschied ausgemacht zu einem der Aufstiegsfavoriten?

Tschauner: Es war für Bochum nicht ganz einfach, dass wir uns so ins Spiel zurück gebissen und sie dann in ihrem eigenen Stadion streckenweise auch dominiert haben. Für die Bochumer war es schwer - sie spielen zuhause, sie haben nach dem eher schwachen Start Druck, die Fans werden unruhig. Wir konnten befreiter aufspielen, haben das für uns genutzt und dann diese Dominanz ausgestrahlt und wenig zugelassen.

bundesliga.de: Nach dem Abpfiff hat die Mannschaft noch auf dem Rasen einen Kreis gebildet. Ein besonderes Zeichen von Teamgeist?

Tschauner (lacht): Das habe ich auch erst gelernt in den letzten Wochen. Das ist eine kleine Tradition hier beim FC St. Pauli, wohl schon seit einigen Jahren. Der Trainer sagt ein paar Worte, auch der Kapitän. Da wurden einige positive Dinge angesprochen. Aber auch, dass wir uns nicht ausruhen dürfen und es immer weitergehen muss.

bundesliga.de: Muss man bei der Mannschaft etwa doch schon auf die Euphoriebremse treten?

Tschauner: Die sollten wir immer treten! Es sind schließlich erst vier Spieltage vorbei, wir haben noch 30 Spiele. Es ist wirklich noch nichts gewonnen, auch wenn wir den Start in die Saison gut erwischt haben. Aber wir können das auch innerhalb der Mannschaft alle ganz gut einschätzen. Wir wissen, dass wir ruhig bleiben und auch weiter ganz ruhig und intensiv arbeiten müssen. Schließlich wollen wir topfit in das nächste Spiel gegen Duisburg gehen und dann auch zuhause die nächsten Punkte einfahren.

bundesliga.de: Vor der Saison wurde bei St. Pauli nicht die Zielsetzung ausgegeben, unbedingt sofort wieder aufsteigen zu müssen. Steigt nach dem guten Start und der Spitzenplatzierung jetzt der Druck?

Tschauner: Nein, auf keinen Fall! An unseren Zielen hat sich ja nichts geändert. Wir wollen oben mitspielen und uns so lange wie möglich in der Spitzengruppe festsetzen. Was dann am Ende dabei herauskommt, müssen wir einfach mal abwarten. Zu viel zu rechnen, bringt nichts. Wir haben mehr davon, von Spiel zu Spiel zu denken und dabei möglichst viele Punkte mitzunehmen.

bundesliga.de: In welchen Bereichen ist der FC St. Pauli aus Ihrer Sicht dabei noch ausbaufähig?

Tschauner: Da hat das Spiel in Bochum ein gutes Beispiel geliefert. Wir haben zahlreiche Chancen gehabt, aber nur zwei Tore erzielt und mussten bis zum Ende zittern. Wenn wir den Sack eher zumachen, haben wir auch mehr Ruhe im Spiel. Unsere Chancen können wir künftig sicher noch besser nutzen. Aber wenn wir unsere Spielweise so beibehalten, wird sich das hoffentlich automatisch einstellen.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte

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