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Bundesliga

28.01.2016 - 18:04 Uhr


Junuzovic: "Müssen uns die Heimstärke zurückholen"

Zlatko Junuzovic spielt seit vier Jahren für Werder Bremen und gehört zu den Leistungsträgern

"Wir müssen uns jetzt auf dieses eine Spiel konzentrieren und fokussieren", sagt der Österreicher

"Wir brauchen die Punkte aus den Heimspielen", so Junuzovic (mitte) weiter

Köln - Nach dem 3:1-Auswärtssieg beim FC Schalke 04 macht sich beim SV Werder Bremen Optimismus breit. Wie in der Vorsaison wollen die Hanseaten das Feld von hinten aufrollen und so schnell wie möglich den Relegationsplatz verlassen. Vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC spricht Zlatko Junuzovic im Interview mit bundesliga.de über das Deja-Vu-Erlebnis, seine vier Jahre in Bremen und den kommenden Gegner.

bundesliga.de: Zlatko Junuzovic, Werder Bremen hat einen guten Start in die Rückrunde erwischt. Wie überraschend kam für Sie der 3:1-Sieg auf Schalke?

Zlatko Junuzovic: Der Sieg war vor dem Spiel nicht unbedingt zu erwarten. Wir hatten darauf gehofft und uns entsprechend vorbereitet. Aber wir wussten auch, dass der Erfolg etwas glücklich war, weil wir in der ersten halbe Stunde einige Schalker Chancen zugelassen haben. Schalke lag auch in Führung, was uns die Sache nicht erleichtert hat. Umso erfreulicher war, dass wir die drei Punkte geholt haben.

bundesliga.de: Der gelungene Auftakt lässt sicher auch Erinnerungen an die vergangene Saison aufkommen. Damals ging Werder als Sechzehnter hinter Stuttgart in die Rückrunde und startet dann durch. In diesem Jahr war die Konstellation die Gleiche. Inwiefern war der Start in die Rückrunde ein Deja-Vu-Erlebnis?

Junuzovic: Ich hoffe, dass es ein Deja-Vu-Erlebnis wird. Wir arbeiten daran. Es wird aber sehr schwierig werden, die gute Serie aus dem letzten Jahr zu wiederholen, weil die Aufgaben nicht leichter werden. Wir haben jetzt mit Hertha gleich einen sehr starken Gegner, der konstant stark spielt und gegen den sich jede Mannschaft schwer tut. Gerade auswärts ist Hertha sehr stabil, weil die Mannschaft defensiv gut steht. Das wird ein harter Brocken für uns. Wir müssen uns jetzt auf dieses eine Spiel konzentrieren und fokussieren.

"Wir müssen konstanter und geschlossener werden"

bundesliga.de: Vor der Winterpause hat Werder gerade in den Heimspielen mit vier Zählern aus acht Partien wenig gepunktet. Lag das nur an dem strammen Programm, das Werder bereits die Gastspiele der Bayern, von Dortmund, Schalke, Leverkusen oder Mönchengladbach bescherte? Oder waren die Probleme gravierender?

Junuzovic: Natürlich wollten wir vor heimischem Publikum mehr Punkte holen. Das hat uns letzte Saison enorm stark gemacht. Jetzt heißt es, diese Stärke wieder zurückzuholen. Deshalb ist das Spiel gegen Hertha ganz wichtig. Wir brauchen die Punkte aus den Heimspielen. Das ist uns in der Hinrunde nicht geglückt. Auswärts lief es dafür umso positiver.

bundesliga.de: Sie sind inzwischen auch schon vier Jahre bei Werder Bremen. Wie haben Sie sich persönlich in dieser Zeit weiterentwickelt?

Junuzovic: Wenn man die vier Jahre Revue passieren lässt, war das schon eine Wahnsinnszeit. Wir hatten viele Höhen und einige Tiefen und Zeiten, in denen wir uns zurechtfinden mussten. Man entwickelt sich weiter, man denkt über sich nach und schlägt andere Wege ein. Man wird älter. Auch im Privaten hat sich einiges verändert. Die Zeit ging schnell vorüber. Ich habe viel übers Leben gelernt. In dieser Beziehung habe ich mich extrem weiterentwickelt.

bundesliga.de: Letztes Jahr war Ihre beste Saison in Bremen. Ihnen gelangen viele spektakuläre Freistoßtreffer, sie steuerten 15 Assists bei. Dieses Jahr liegen die Werte etwas darunter. Ist dies der Tatsache geschuldet, dass die Mannschaft allgemein in der Hinrunde Probleme hatte?

Junuzovic: Es kamen einige Faktoren zusammen. Ich hatte einen guten Start in die Saison. Dann hatten wir die Erfolge mit der Nationalmannschaft Österreichs, die Euphorie war nach der EM-Qualifikation groß. So schlecht war der Herbst nicht für mich. Erst am Ende war ich körperlich nicht mehr so auf der Höhe, wie ich mir das vorstelle. Ich war zwar fit genug, um die Spiele absolvieren zu können, aber nicht so fit, dass ich selber mit mir zufrieden sein konnte. Ich habe einige Fehler gemacht, indem ich manchmal zu früh wieder angefangen habe, als ich etwa einmal zwei Wochen krank war und Antibiotikum genommen habe. Da habe ich meine ganze Kraft verloren. Ich hatte vorher eine gute Phase und wollte so schnell wie möglich wieder auf dem Platz stehen. Durch solche Dinge lernt man seinen Körper besser einzuschätzen und weiß, woran es einem fehlt. Ich hoffe, dass meine Kraft wieder zurückkommt. Ich hatte eine gute Vorbereitung, das Schalke-Spiel lief auch recht positiv. Ich muss jetzt weiter hart an mir arbeiten. Und als Mannschaft müssen wir konstanter und geschlossener werden und als Einheit fungieren. Dann wird alles positiv weitergehen.

"Wir dürfen auf keinen Fall in Selbstzweifel verfallen"

bundesliga.de: Das große Plus in Bremen, dass im Umfeld und Verein Ruhe herrscht und am Trainer festgehalten wird. Wie gut tut das der Mannschaft?

Junuzovic: Das ist extrem wichtig. Trotzdem wissen wir, in welcher Situation wir uns befinden. Aber auch wenn Ruhe herrscht, ist nicht egal, was passiert. Jeder ist angespannt. Wir dürfen auf keinen Fall in Selbstzweifel verfallen oder ängstlich agieren. Wir müssen so wie in der zweiten Halbzeit auf Schalke auftreten. Das war richtig gut. Wir waren geschlossen, wir waren mutig. Wir sind in die Zweikämpfe reingegangen und waren aggressiv. So müssen wir auch gegen die Hertha zu Werke gehen.

bundesliga.de: Die Berliner kommen als Dritter ins Weserstadion, sie haben bislang sehr konstant gepunktet und nur gegen die Topteams verloren. In der Hinrunde hat Werder im Olympiastadion einen Punkt geholt. Ein Unentschieden könnte aber jetzt zu wenig sein?

Junuzovic: Unser Ziel ist natürlich, die Partie kontrolliert anzugehen und das Spiel zu gewinnen. Wie es sich dann entwickelt, werden wir am Samstag sehen. In Berlin haben wir die Anfangsphase verschlafen, haben ein Gegentor bekommen, waren dann aber am Ende dem Sieg näher als die Hertha. Wir hatten noch zwei Aluminiumtreffer. Hertha steht nicht zu unrecht oben, sie haben sehr gute Spiele absolviert. Es wird nicht einfach werden, wir müssen unsere beste Leistung bringen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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