Bundesliga

14.02.2016 - 10:30 Uhr


Yannick Gerhardt: "Wir sind durch die Bank sehr stark"

Yannick Gerhardt lässt sich feiertn, weil er zum 3:1-Sieg des 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt einen Treffer und eine Vorlage beisteuert

Da können die Eintracht-Spieler nur zuschauen: Gerhardt zieht ab

Köln - Im vierten Anlauf ist dem 1. FC Köln der erste Rückrundensieg gelungen. Gegen Eintracht Frankfurt gelang der Geißbockelf am Tag der Vereinsgründung vor 68 Jahren ein verdienter 3:1-Erfolg.

Zu den herausragenden Akteuren in der Elf von FC-Trainer Peter Stöger zählte einmal mehr Yannick Gerhardt, der mit einem Tor und einem Assist glänzte. Im Interview spricht der 21-Jährige über die Bedeutung des Sieges, die mentale Stärke der Mannschaft und seinen Stolz über eine Geste des Coaches.

Frage: Yannick Gerhardt, ein besseres Geschenk hätte die Mannschaft dem 1. FC Köln zum 68. Geburtstag nicht machen können oder?

Yannick Gerhardt: Nein. Es war trotz des Regens ein sehr schöner Abend unter Flutlicht. Wir konnten uns an diesem bedeutsamen Tag für das Hinspiel (das 2:6 verloren ging, Anm. d. Red.) revanchieren. Es hat alles gepasst.

"Konzentrieren und auf unsere Stärken"

Frage: Sie haben das wichtige Tor zum 1:1-Ausgleich geschossen und ein Assist zum 3:1 beigesteuert. Wie fühlt sich für Sie dieser 3:1-Sieg an?

Gerhardt: Ich bin sehr glücklich, dass ich mit zwei Torbeteiligungen der Mannschaft helfen konnte. Viel wichtiger aber ist der Sieg und die Tatsache, dass wir drei Tore erzielt haben. Wir hatten wieder viele Torchancen und konnten sie diesmal besser verwerten. Ich bin froh, dass wir endlich für unsere Leistung mit einem Dreier belohnt wurden.

Frage: Steckte hinter Ihrer Vorbereitung zum dritten Tor tatsächlich so viel Coolness, wie es aussah, oder auch das Gefühl der vergebenen Torchance kurz zuvor?

Gerhardt: Ich hatte sehr viel Druck, weil ich bei der Szene vorher selbst abgeschlossen habe und vielleicht besser den besser postierten Mitspieler gesehen hätte. Deshalb wollte ich auf Nummer sicher gehen, Ruhe bewahren und schauen, ob noch einer mitläuft. Es war perfekt, dass ich Anthony Modeste gefunden habe.

Frage: Inwieweit haben Sie die Choreographie vor dem Anpfiff wahrgenommen?

Gerhardt: Die Choreographie war sehr atemberaubend. Wenn man auf den Platz geht, sieht man das schon. Die ganze Südkurve war abgedeckt. Das hat mich noch einmal ungemein motiviert.

Frage: Wo nimmt die Mannschaft diese mentale Stärke her, schon zum dritten Mal in dieser Saison ein Heimspiel nach Rückstand noch gewonnen zu haben?

Gerhardt: Wir konzentrieren uns auf unsere eigenen Stärken. Auch nach der plötzlichen Verletzung von Simon Zoller ist der Spielfluss trotz der Umstellung nicht verloren gegangen. Es ist ein Zeichen der Mannschaft, dass wir durch die Bank sehr stark sind und nie aufgeben. Wir waren sehr motiviert. Wir wollten aggressiv nach vorne gehen. Das Gegentor ist aus dem Nichts gefallen, wir haben selber wieder den Fehler gemacht. Dann war es sehr gut, dass wir uns schnell wieder zurück ins Spiel kämpfen konnten.

"Hart arbeiten für den Derbysieg"

Frage: Wie gut hat Ihnen persönlich das Erfolgserlebnis getan?

Gerhardt: Das tat mir sehr gut. Ich muss immer an meine Leistungsgrenze gehen, um die Chance auf einen Platz in der Startelf zu bekommen. Ich spüre natürlich den Konkurrenzkampf. Aber wenn ich dann auch der Mannschaft einmal mit Torbeteiligungen direkt helfen kann, gibt einem das sehr viel Selbstvertrauen. Ich habe in der Trainingswoche versucht, Gas zu geben und war froh, dass ich die Chance wieder bekommen habe.

Frage: Fühlen Sie sich in Köln manchmal zu kritisch bewertet?

Gerhardt: Nein. Kritik tut jedem Spieler gut. Wenn man immer an seine Leistungsgrenze gehen muss, verbessert man sich auch. Bei der großen Konkurrenz kann man sich nie ausruhen. Wenn ich am Ende zurückblicke und mich immer entwickeln konnte, ist es mir letztendlich auch egal, ob ich oft kritisiert wurde oder nicht.

Frage: Peter Stöger hat nach dem Spiel seine Kappe vor Ihnen gezogen. Was hat Ihnen diese Geste bedeutet?

Gerhardt: Sehr viel. Ich bin sehr stolz darauf, wenn der Trainer mir eine solche Wertschätzung gibt und seinen Hut zieht.

Frage: Wie stellt sich die tabellarische Situation des FC für Sie nun dar?

Gerhardt: Das Wichtige wird sein, dass wir konstant punkten. Wenn wir das schaffen, können wir nach oben gucken. Aber wir tun erst einmal gut daran, von Spiel zu Spiel zu denken.

Frage: Am nächsten Samstag kommt es zum Derby bei Borussia Mönchengladbach. Will die Mannschaft dort ihre Derby-Siegesserie ausbauen?

Gerhardt: Ja. Wir haben in der Hinrunde schon sehr gut vorgelegt. Wir werden wieder in der Woche hart arbeiten, um den Fans aber auch uns vielleicht den nächsten Derbysieg bescheren zu können.

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski

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