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Bundesliga

26.02.2016 - 14:47 Uhr


Wiedersehen mit dem Ex-Coach - Nagelsmann trifft Tuchel

In der A-Jugend war Thomas Tuchel sein Trainer. Jetzt trifft Julian Nagelsmann als Coach der TSG Hoffenheim erstmal auf den einstigen Mentor

Seinen ersten Sieg als Bundesliga-Coach feiert Julian Nagelsmann mit der TSG gegen Mainz

Im Training von Thomas Tuchel werden die Spieler "immer mindestens doppelt gefordert", sagt Nagelsmann

Zuzenhausen. Das erste Mal ist immer etwas Besonderes. Für Julian Nagelsmann gibt es in diesen Wochen ziemlich viele erste Male. Der 28 Jahre junge Trainer der TSG 1899 Hoffenheim erlebte beim 1:1 in Bremen vor zwei Wochen sein erstes Spiel als jüngster Chefcoach der Bundesliga-Geschichte und feierte vergangene Woche seinen ersten Sieg beim 3:2 gegen den 1. FSV Mainz 05. Am Sonntag nun coacht Nagelsmann erstmals im Stadion von Borussia Dortmund vor 80 000 Zuschauern - und trifft auf seinen ehemaligen Jugendtrainer Thomas Tuchel.

Den aktuellen BVB-Trainer als seinen Mentor zu bezeichnen, sei zu hoch gegriffen, sagt Nagelsmann. Unter Tuchel trainierte der ehemalige Innenverteidiger in der U23 des FC Augsburg drei Monate lang, bevor er seine Spielerlaufbahn früh wegen zwei schwerer Knieverletzungen aufgeben musste. Danach arbeitete er bis zum Saisonende als Scout für Tuchel und analysierte die Gegner "nach bestem Wissen und Gewissen", wie er schmunzelnd erzählt.

Mit Optimismus und Freude zum Erfolg

Nun stehen sich die beiden also erstmals in einem Bundesliga-Spiel gegenüber (Zur Vorschau). Tuchel hat Borussia Dortmund zur beeindruckenden zweiten Kraft hinter den Bayern in der Liga entwickelt. Nagelsmann hingegen hat durch seine mutige Herangehensweise und die vier Punkte in zwei Spielen aus Hoffenheim plötzlich wieder einen auf den Klassenerhalt hoffenden Tabellenvorletzten gemacht. Den Optimismus und die Freude, die zuletzt in Hoffenheim wieder eingekehrt sind, wolle Nagelsmann seinen Spielen auch nicht vor dem Spiel in Dortmund nehmen, sagt er. "Mit lobenden Worten muss man zwar vorsichtig sein, aber den Spielern tat das Lob nach dem Erfolg gegen Mainz und den vielen Wochen ohne Sieg auch gut", sagt der neue Hoffenheimer Hoffnungsträger, der vor zwei Wochen Huub Stevens abgelöst hatte. Der 62 Jahre alte Niederländer trat wegen Herzproblemen zurück.

Bisher fiel Nagelsmann mit einer bemerkenswert offensiven Herangehensweise an seine Aufgabe auf. Gegen Mainz standen sieben Spieler auf dem Platz, die ihre Stärken in der Offensive haben. Doch auch Dortmund ist grundsätzlich sehr offensiv ausgerichtet ist. Nagelsmann will vor dem Duell daher nicht verraten, ob er mit einer etwas defensiveren Sicherung antritt, oder weiter ganz mutig auftreten will. Wie sein ehemaliger Jugendtrainer Tuchel hält Nagelsmann nichts von vermeintlichen  Fußball-Weisheiten wie "Never change a winning team". Vor allem Taktikfans werden beim Aufeinandertreffen zweier Teams, die von zwei taktisch höchst flexiblen Trainern eingestellt werden, auf ihre Kosten kommen.

"Bei Tuchel war immer etwas für den Kopf dabei"

Geprägt haben Nagelsmann vor allem die Trainingsinhalte von Tuchel, der ganz selten die gleichen Übungen wiederholen ließ. "Selbst bei schnöden Passübungen war immer etwas für den Kopf dabei", erinnert sich Nagelsmann: "Man war immer mindestens doppelt gefordert." Von Tuchels Inhalten habe er sich viel abgeschaut und in seine Arbeit mit einfließen lassen, erzählt der gebürtige Landsberger, der 2014 die U19 der TSG zum Deutschen Meistertitel führte.

Eigentlich sollte er ja erst ab der neuen Saison die Profis in Hoffenheim übernehmen. Nun aber steht er schon vorzeitig im Rampenlicht und wirkt vorbereitet auf diese Herausforderung. Nach dem ersten Sieg gratulierte ihm übrigens sein Vorgänger Huub Stevens. Tuchel und Nagelsmann pflegen keine Freundschaft, aber aus den Augen haben sie sich auch nicht verloren. Als Tuchel noch den 1. FSV Mainz 05 trainierte, schaute Nagelsmann auch dort beim Training vorbei. Zuletzt habe es aber nur losen Kontakt via SMS gegeben, sagt der TSG-Trainer, der diesen Mittwoch eine der letzten Abschlussprüfungen (Thema: Ernährungslehre) seiner Fußballlehrer-Ausbildung absolviert hat.

"Sehr viel Respekt" vor Tuchels Karriere

Das erste Aufeinandertreffen mit einem ehemaligen Weggefährten in der Bundesliga hat Nagelsmann ja schon erfolgreich bestanden. Vergangene Woche gewann er gegen die Elf von Mainz 05, in der sein ehemaliger Mannschaftskamerad Julian Baumgartlinger als Kapitän auf dem Platz stand. Die beiden spielten zusammen ein Jahr lang in der U19 des TSV 1860 München, und Baumgartlinger erinnert sich an den Spieler Nagelsmann so: "Julian hat immer lautstark mitgecoacht." Im Winter sind sich die beiden "lustigerweise" (Baumgartlinger) in München im Urlaub über den Weg gelaufen. Bei den Auswärtsspielen teilte sich Nagelsmann damals in der 1860-Jugend übrigens das Zimmer bei Auswärtsfahrten mit dem heutigen Wolfsburger Defensivspieler Christian Träsch.

Nun aber trifft Nagelsmann erstmals auf Tuchel, vor dessen Karriere er "sehr viel Respekt" zeigt. Aber Respekt bedeutet für Nagelsmann keine Angst, er will ja so schnell wie möglich Tabellenplatz 17 mit der TSG verlassen - je früher, desto besser.

Von Tobias Schächter

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