Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein besseres Online Erlebnis anbieten zu können. Indem Sie "OK" anklicken ohne Ihre Cookie Einstellungen zu verändern, geben Sie uns Ihre Einwilligung Cookies zu verwenden. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien, sofern Sie weitere Informationen wünschen. OK

Bundesliga

25.01.2016 - 19:14 Uhr


Werder Bremens Sieg: Reife Leistung, Clemens Fritz!

Clemens Fritz zieht ab und versenkt die Kugel zum 1:1 im Schalker Tor

Mit rechts zwirbelt der Bremer Kapitän den Ball um alle Schalker Verteidiger in die rechte Ecke

Zum ersten Mal in 300 Bundesliga-Spielen war Fritz an drei Treffern direkt beteiligt

Gelsenkirchen - Clemens Fritz stand geduldig da und lächelte. Immer wieder wurde Werder Bremens Kapitän nach dem Abpfiff gefragt, ob er seinen angekündigten Rücktritt nicht doch noch einmal verschieben will. Ein Tor und zwei Vorlagen zum 3:1-Sieg auf Schalke (Spielbericht) waren ausgerechnet in seinem 300. Bundesligaspiel im wahrsten Sinne des Wortes eine reife Leistung des 35-Jährigen. Und dieser Mann will im Sommer tatsächlich seine Fußballschuhe ausziehen?

Um es vorwegzunehmen: Er will. "Einen Rücktritt vom Rücktritt wird es nicht geben", ließ Clemens Fritz trotz aller Fragen erst gar keinen Zweifel aufkommen. "Ich habe gesagt, dass ich auch körperlich auf einem sehr, sehr guten Niveau aufhören will. Das ist das Entscheidende für mich."

Premiere im 300. Bundesliga-Spiel

Dieses erstklassige Niveau hat Werders Urgestein gegen Schalke nachdrücklich unter Beweis gestellt – mit einer grundsoliden Defensivleistung und einer Explosion in Sachen Offensive. Seit August 2011 hatte Fritz kein Tor mehr für Werder erzielt, jetzt leitete er mit seinem Schuss aus der Drehung kurz vor dem Pausenpfiff die Wende ein, "nachdem wir uns gegen die Schalker zunächst schwer getan haben". Dazu legte er seinen Mitspielern den Ball in der zweiten Halbzeit per Flanke noch zwei Mal für einen Treffer auf – drei Scorer-Punkte in einem Spiel, das hatte es für Clemens Fritz in 299 Partien zuvor noch nie gegeben (zu den Top-Scorern der Bundesliga).

Seine Top-Leistung auf höchstem Bundesliga-Niveau auch im reiferen Alter wollte Fritz aber nicht gesondert gewürdigt wissen. "Na ja, es war sicher eines meiner besseren Spiele", wehrte er bescheiden ab. "Top-Leistung wird von uns verlangt, deswegen sind wir da. Wenn ich das nicht mehr könnte, wäre ich nicht hier. Aber noch bin ich es." Sprach es, grinste zufrieden – und schwieg zur eigenen Personalie.

Viel lieber wollte Bremens Matchwinner über das Auftreten der Mannschaft sprechen und rückte die Teamleistung gegen Schalke in den Vordergrund. Nach dem Ausgleich sei man besser ins Spiel gekommen. "Dann haben wir die Räume enger gemacht, nicht mehr viel zugelassen und auch sehr mutig gespielt", analysierte Fritz. "Wir haben immer wieder den Weg nach vorne gesucht, unsere Chancen konsequent verwertet und uns mit den Toren dann auch für unseren Mut belohnt."

Stolzer Kapitän

Werders Kapitän war sichtlich stolz auf das Spiel gegen Schalke und auf das Ergebnis: "Wir haben mit unheimlicher Leidenschaft gespielt und hart gearbeitet." Und genau das könne und müsse Bremen jetzt auch mit in die nächsten Spiele nehmen. Am kommenden Samstag kommt Hertha BSC (zur Vorschau). "Man hat gesehen, was in uns steckt und welches Potenzial wir haben", machte Fritz sich und seinen Mitspielern Mut für die Aufgabe gegen den Tabellendritten (zur Tabelle).

Der Routinier vergaß im Moment des Hochgefühls aber auch die mahnenden Worte nicht. Woche für Woche müsse man so auftreten wie gegen die Schalker. Tag für Tag hart arbeiten und immer an die eigenen Grenzen gehen, wenn man im Abstiegskampf bestehen will. Dann hält Fritz vielleicht sogar wieder eine Serie für möglich wie zum Beginn der Rückrunde der vergangenen Saison. Vier Siege in Folge konnte Werder damals verbuchen. "Da hatten wir einen Lauf. Natürlich wäre es schön, das zu wiederholen."

Vielleicht sogar mit weiteren Treffern von einem Clemens Fritz, der auf seine alten Tage nochmal richtig aufdreht? "Für mich zählt nur der Klassenerhalt", erklärte der Routinier. "Da ist es mir egal, wer die Tore macht. Hauptsache, wir machen sie."

Dietmar Nolte

Weitere Artikel
Artikel bewerten:
         
Tabelle
Statistik
Stats&Facts
Saison

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH