Bundesliga

20.04.2016 - 13:43 Uhr


Werder Bremen geht furchtlos in die vier Finals

Bremens Lebensversicherung heißt Claudio Pizarro. Der Peruaner hat schon 13 Tore in dieser Saison erzielt, davon elf in der Rückrunde

Fin Bartels bejubelt die Führung gegen Wolfsburg. Im Nordderby will der Stürmer nachlegen

München - Noch auf dem Spielfeld begann für den SV Werder Bremen die Vorbereitung auf das kommende Spiel. Während die mitgereisten Werder-Fans ihr Team für die starke Leistung bei der 0:2-Niederlage beim FC Bayern München feierten, versammelte Trainer Viktor Skripnik seine Spieler im Kreis um sich. Trotz des Ausscheidens im DFB-Pokal blickt Werder zuversichtlich auf die entscheidenden Wochen im Abstiegskampf der Bundesliga - dank der Unterstützung der Anhänger und der Rückkehr der Lebensversicherung.

"Wie die 8000 Fans uns auch nach dem Spiel gefeiert haben, ist Wahnsinn. Das ist ein Kompliment für uns", sagte Skripnik. "Wir können auch ein bisschen stolz auf unseren Auftritt sein. Das macht uns Mut für die vier Finals gegen die Gegner auf Augenhöhe." Das erste wartet bereits am Freitag mit dem Nordderby beim Hamburger SV (zur Vorschau). Es folgen die Spiele gegen den VfB Stuttgart, beim 1. FC Köln und schließlich gegen Eintracht Frankfurt. "Vor den letzten vier Spielen müssen wir keine Angst haben, wenn es so weitergeht", sagte Skripnik nach dem beherzten Auftritt gegen die Bayern.

Fritz fordert Leidenschaft

Vor allem zu Beginn des zweiten Durchgangs setzte seine Mannschaft die Gastgeber gehörig unter Druck. Zur Pause konnte Werder gar eine mit 51 Prozent gewonnener Duelle knapp positive Zweikampfbilanz aufweisen, nach dem Abpfiff war die Bilanz immerhin noch ausgeglichen. "Wir brauchen von der Leidenschaft, dem Mut und der Aggressivität in den Zweikämpfen genau solch eine Leistung auch in Hamburg", fordert Kapitän Clemens Fritz.

Zum 104. Mal steigt am Freitag in der Bundesliga das Nordderby. Und Werder will alles dafür tun, dass es nicht zum vorerst letzten Mal stattfindet. In den vergangenen beiden Spielzeiten steckten jeweils die Hamburger vor den Duellen mit dem Nordrivalen tiefer im Keller, nun ist es umgekehrt. Allerdings können die Grün-Weißen als Tabellen-16. mit einem Sieg am Freitag nach Punkten mit den Rothosen auf Platz zwölf gleichziehen und den Rivalen damit unmittelbar in den Abstiegskampf reinziehen.

"Auf unsere Stärken konzentrieren"

Hinzu kommt, dass der HSV in dieser Saison bislang alle fünf Heimspiele gegen Teams, die vor der Begegnung in der Tabelle hinter den Hamburgern lagen, verloren hat. "Man kann da immer eine Story drumherum bauen: So brisant war es lange nicht mehr", sagt Fritz. "Wir sollten gar nicht so viel danach schauen. Wichtig ist, dass wir uns auf uns und unsere Stärke konzentrieren."

Die trägt in der Offensive vor allem den Namen Claudio Pizarro. Der Peruaner ist die personifizierte Lebensversicherung der Bremer. Am vergangenen Wochenende krönte er sich mit seinem 102. Bundesliga-Treffer für Werder zum alleinigen Rekordtorschützen. Und Punkte holte Werder zuletzt nur mit Pizarro. Drei der vergangenen acht Spiele verpasste der 37-Jährige verletzt, alle drei gingen verloren. In den anderen fünf holten die Bremer elf Punkte - auch weil Pizarro in jedem dieser Spiele traf.

In seiner langjährigen Karriere hat Pizarro am häufigsten gegen den Hamburger SV gespielt. Das Spiel am Freitag ist für ihn das 13. Nordderby in der Bundesliga. "Ein Derby ist immer etwas Besonderes", sagt der Bremer Torjäger, der seine persönliche Torserie in diesem wichtigen Spiel nur allzu gerne ausbauen würde: "Ich habe gegen Hamburg schon viele Male getroffen. Und ich hoffe, dass ich am Freitag wieder treffe."

Aus München berichtet Maximilian Lotz

Weitere Artikel
#BLFantasy
#BLTippspiel
Zu- und Abgänge

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH