DFB-Pokal

19.05.2016 - 09:14 Uhr


Borussia Dortmund: Weiter Weg nach Berlin

Die Profis von Borussia Dortmund wollen sich mit dem Titel für einen gute Saison belohnen

Dortmund - Nach der Bundesliga ist vor dem Pokalfinale – und die Spieler von Borussia Dortmund lassen keinen Zweifel daran, dass am Wochenende in Berlin der Pott her soll. Mitten hinein in die Vorfreude auf das Endspiel gegen die Bayern aber schlägt Thomas Tuchel Alarm und richtet an die Profis einen Weckruf der besonderen Art.

Unterschiedlicher hätten die Szenen nicht sein können. Unten in den Stadionkatakomben sprachen die Spieler von Borussia Dortmund nach dem 2:2 gegen den 1.FC Köln ganz entspannt über den nicht ganz so gelungenen Ausklang der Saison, der dem BVB nach der Niederlage in Frankfurt das Remis gegen die Rheinländer beschert hatte. "In den letzten beiden Spielen war die Luft ein bisschen raus. Aber gegen die Bayern wird es ein ganz anders Spiel. Ich mache mir da keine Sorgen", gab etwa Gonzalo Castro offen zu. "Man kann durch unsere letzten beiden Spiele keine Rückschlüsse auf das Finale in Berlin ziehen. Es wird ein komplett anderes Fußballspiel", versicherte auch Mats Hummels.

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"Weit von Topform entfernt"

Einige Etagen weiter oben setzte derweil Thomas Tuchel zu einer Brandrede an, wie es sie seit Beginn seiner Amtszeit noch nicht gegeben hat. Einigen seiner Spieler dürften noch im Stadion ordentlich die Ohren geklingelt haben bei dem, was ihr Trainer da schonungslos direkt ansprach: "Wir sind von unserer Topform derzeit so weit entfernt wie vielleicht noch nie in dieser Saison. Die Aufgabe ist jetzt deutlich schwieriger geworden und daran sind wir selbst schuld."

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Vor dem Köln-Spiel hatte Tuchel noch angemahnt, es ginge in dieser Partie auch darum, "mit einem guten Gefühl" zum Gipfeltreffen mit dem Deutschen Meister nach Berlin zu fahren. Davon ist beim Trainer allerdings nichts übrig geblieben. Im Gegenteil: "Ich finde es sehr schade, dass wir die Saison nach dem 32. Spieltag beendet haben. Wir haben jeden Spieltag am Limit gespielt, damit aber vor zehn  Tagen aufgehört", konstatierte Tuchel mit schneidender Stimme und sprach über einen Spannungsverlust im Spiel und in der Haltung. Die Konsequenz aus seiner Sicht: "Das ist nicht gut. Das gehört nicht zu uns. Das gibt uns kein gutes Gefühl."

"Wollen einen Titel holen"

Zwar verbuchte der BVB gegen Köln wie gewohnt viel Ballbesitz, wusste damit aber wie schon in Frankfurt nicht allzu viel Effektives anzufangen. Hinzu gesellte sich teils dilettantisches Verhalten in der Defensivarbeit, das den Gästen einige Male Tor und Tür geöffnet hatte. Für Tuchel ergab das alles ein Gesamtbild, das ihm die Sorgenfalten ins Gesicht trieb: "Es geht jetzt darum, Form und Haltung wiederzufinden. Wir können in Berlin nur in absoluter Topform gewinnen. Aber die Form zurückzufinden ist deutlich schwieriger, als sie zu halten. Bis wir soweit sind, wird es ein weiter Weg für uns."

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Vieles wird von der aktuellen Trainingswoche abhängen, in der Tuchel seine Profis wieder auf den Punkt herrichten muss. Er muss ihnen die Intensität der vergangenen Wochen und Monate erneut einimpfen, um die Sehnsucht nach dem Pokal am Samstag in Berlin Realität werden zu lassen. "Wir wollen unbedingt nach langer Zeit wieder einen Titel holen. Es ist für uns alle eine enorm wichtige Geschichte, aus diesem Spiel als Sieger hervorzugehen", sprach Mats Hummels das aus, was ganz Dortmund antreibt. Seit dem Double-Gewinn 2012 stand man in jedem Jahr in einem großen Endspiel. Keines davon konnte man gewinnen, zog dabei zwei Mal gegen die Bayern den Kürzeren.

Der krönende Abschluss

Genau das soll jetzt ein Ende haben, zumal nur ein Pokal auch wirklich die insgesamt doch so erfolgreiche und teils spektakuläre Spielzeit der Borussia angemessen widerspiegel kann. "Das ist nach dieser tollen Saison nicht nur ein absolutes Highlight, sondern könnte auch ein krönender Abschluss werden", hofft Julian Weigl. Im Gegensatz zu den meisten seiner Mitspieler wird das Endspiel in Berlin für den Youngster eine echte Premiere und "alle haben mir gesagt, dass man das mal mitgemacht haben muss."  Einer, der mit dem BVB sogar schon fünf Mal in Berlin und auch 2012 beim 5:2-Triumph über die Bayern dabei war, ist Marcel Schmelzer. Und der lässt überhaupt keinen Zweifel, was diesen Pokalsieg so wertvoll macht: "Es ist etwas ganz Besonderes, mit dem Pokal wieder nach Dortmund zurückzukommen und dann mit dem Pott durch die Stadt zu fahren. Das wird man nie mehr vergessen."

 

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

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