Bundesliga

14.02.2016 - 14:13 Uhr


VfB Stuttgart: Das heiSSeste Team der Bundesliga

Seit Jürgen Kramny den VfB Stuttgart trainiert, agieren viele Spieler wie ausgewechselt und haben einen deutlichen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht

Torhüter Przemyslaw Tyton wehrt in der Rückrunde bis jetzt 78 Prozent der Bälle auf sein Tor ab

Emiliano Insua hat sich nach einem halben Jahr in der Bundesliga akklimatisiert

Köln - Fünf Siege in Folge, binnen fünf Spieltagen vom letzten auf den zehnten Platz geklettert (zur Tabelle), Tabellenführer der Rückrunde und Spieler, die im Vergleich zur Hinrunde kaum wiederzuerkennen sind: Stuttgart ist wieder da! Der VfB ist derzeit das heißeste Teams der Bundesliga und surft nach dem 2:0-Sieg gegen Hertha BSC weiter auf der Erfolgswelle.

Seit Jürgen Kramny Trainer der Schwaben ist, wirkt die gesamte Mannschaft, ja sogar der ganze Club wie ausgewechselt. Wo vorher Verunsicherung war, ist nun Selbstvertrauen. Der Mangel an Balance zwischen Defensive und Offensive ist einer beeindruckenden Stabilität gewichen. Doch wer sind die Garanten für die jüngsten Erfolge der Stuttgarter, die seit sieben Bundesliga-Spielen ungeschlagen sind?

Individuelle Klasse und Geschlossenheit

Ein Geheimnis des Stuttgarter Erfolgs ist sicherlich die mannschaftliche Geschlossenheit. Die elf Rückrunden-Tore wurden von sieben verschiedenen Spielern erzielt (plus ein Eigentorschütze). Mit Artem Kravets traf ein Winterneuzugang, Georg Niedermeier erzielte sein erstes Saisontor, Serey Die sein erstes Bundesliga-Tor überhaupt.

Blickt man auf einzelne Protagonisten, fällt zunächst Keeper Przemyslaw Tyton auf, der sich zum echten Rückhalt entwickelt hat. In der Rückrunde wehrte er starke 78 Prozent der Bälle, die auf sein Tor flogen, ab. Zum Vergleich: In der Hinrunde hielt er in seinen ersten vier Bundesliga-Spielen nur 53 Prozent der Bälle.

Vor ihm vertraut Kramny auf Routinier Niedermaier, der unter Vorgänger Alexander Zorniger keine Rolle spielte und nun unumstrittener Abwehrchef ist. Der 29-Jährige gewann in der Rückrunde 73 Prozent seiner Zweikämpfe. Das ist Bestwert beim VfB und gehört auch ligaweit zu den Top-Werten.

Kramny: "Die Serie muss nicht enden"

Auch auf den Außenbahnen hat der VfB mit Kevin Großkreutz (kam im Winter) und Emiliano Insua, der sich nach einem halben Jahr in der Bundesliga akklimatisiert hat, wieder zuverlässige Verteidiger, die trotz offensiver Akzente ihre eigentliche Aufgabe in der Defensive nicht aus den Augen verlieren.

Während Christian Gentner, Serey Die und Daniel Didavi schon in der Hinrunde ansprechende Leistungen zeigten, sind es vor allem Lukas Rupp und Filip Kostic, die einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht haben. Rupp, lange Zeit nur Mitläufer im VfB-Kader, ist inzwischen eine zentrale Figur im Aufbauspiel, bestritt 2016 die meisten Zweikämpfe und ist mit vier Torvorlagen der beste Vorbereiter des Teams. Auch Kostic agiert inzwischen wesentlich effizienter, trifft häufiger und hat in der Rückrunde schon 18 Torschüsse vorbereitet.

Angesichts der kollektiven und individuellen Fortschritte, die der VfB in den letzten Wochen gemacht hat, stellt sich zwangsläufig die Frage, was in dieser Saison noch möglich ist. Die internationalen Plätze sind seit Samstag näher (sechs Punkte) als die Abstiegsplätze (sieben Punkte). "Die Serie muss ja nicht enden, das kann auch weitergehen. Wir werden fleißig dran bleiben, bleiben ganz ruhig und gehen weiter unseren Weg", sagt Trainer Kramny. Klingt so, als sei der Stuttgarter Hunger auf Erfolge gerade erst geweckt.

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