Bundesliga

12.03.2016 - 12:26 Uhr


Vedad Ibisevic - Der Vedator

Berlin - Mit einem hochverdienten 2:0-Sieg verteidigte Hertha BSC am Freitagabend gegen Schalke 04 den 3. Platz. Einer war darüber besonders glücklich: Vedad Ibisevic.

"Ich bin tot." Zum Glück sah Vedad Ibisevic aber höchst lebendig aus, als er nach dem Sieg gegen Schalke 04 den Reportern in den Katakomben des Berliner Olympiastadions die obligatorische Frage nach dem Befinden beantwortete. Der Bosnier sagte es mit einem Lächeln, worauf er hinaus wollte, war klar: Obwohl das Spiel seines Teams phasenweise eine bezaubernde Leichtigkeit hatte, war es ein hartes Stück Arbeit gewesen.

Erst Unglücksrabe, jetzt Matchwinner

Auch für Ibisevic. Insgesamt 122 Kilometer waren die Männer von Pal Dardai auf dem neu verlegten Rasen gelaufen (Topdaten zum Spiel), fast elf davon gingen auf das Konto des Hertha-Stürmers. Ein toller Wert für einen Angreifer. Zudem gewann der 31-Jährige 56 Prozent seiner Zweikämpfe. Einer davon war besonders wichtig: In der 42. Minute setzte der 1, 88 Meter große "Vedator" im Mittelfeld erfolgreich seinen Körper zur Balleroberung ein. Über die Stationen Salomon Kalou und Genki Haraguchi landete die Kugel im Strafraum wieder bei Ibisevic, der gekonnt zur 1:0-Pausenführung für sein Team einschob.

In der Hinrunde war die Partie gegen die Königsblauen noch der pure Alptraum für Ibisevic gewesen. Schon in der 18. Spielminute hatte der Angreifer nach einem harten Foul die Rote Karte gesehen, trotzdem erzielte Schalke erst kurz vor Schluss den Siegtreffer. Ohne den Platzverweise wäre in der Partie sicher mehr drin gewesen. Diesmal war Ibisevic mit seiner Torgefährlichkeit, aber auch mit seiner Laufbereitschaft einer der Garanten für den 2:0-Erfolg der Hauptstädter. "Wenn man so viel laufen muss, vergisst man einiges", sagte Ibisevic lachend über seinen unglückliche Rolle im Hinspiel.

Reaktion auf das HSV-Spiel

Der Treffer war das erste Heimtor seit Anfang Oktober für den bosnischen Nationalspieler gewesen - zuletzt hatte er Anfang Oktober gegen den HSV daheim getroffen. »Ich bin Stürmer, mein Job ist es Tore zu machen«, sagte Ibisevic und räumte, für einen Goalgetter wenig überraschend ein: "Ich freue mich immer, wenn ich ein Tor schieße." Doch der WM-Teilnehmer von 2014 betonte vor allem den Teamgeist: "Ich habe einfach Spaß, mit diesen Jungs zu spielen und es freut mich vor allem, dass wir gewinnen."

Immerhin gelang das mit dem Gewinnen gegen Schalke das erste Mal seit knapp zehn Jahren. "Es ging um eine Reaktion auf letzte Woche", spielte Ibisevic auf die 0:2-Niederlage beim HSV an, denn "das war gar nicht gut". Damals hatten einige Beobachter schon geunkt, dass nun, da der Klassenerhalt faktisch unter Dach und Fach ist, auch der Höhenflug der Hertha enden würde. Am Freitagabend bewies die Dardai-Elf eindrucksvoll, das sie nicht gewillt ist, so einfach die internationalen Plätze zu räumen.

Kurs Königsklasse

Pal Dardai, beim letzten Erfolg der »Alten Dame« gegen die »Knappen« noch als Spieler auf dem Platz, wollte aber offiziell noch keine neuen Ziele ausgeben. "Mein Vater ist da und meinen Onkel. Unser Ziel ist es, jetzt erstmal eine gute Flasche Rotwein zu genießen", sagte der Ungar mit einem Augenzwinkern. Seinen Spielern hatte er da schon die nächsten zwei Tage freigegeben. Doch klar ist, dass sowohl von der Tabellensituation her als auch von den gezeigten Leistungen ein Champions-League-Platz ein immer realistischeres Ziel für die Berliner wird. (Stimmen zum Spiel) Zumal Genki Haraguchi, der Ibisevic das 1:0 auflegt hatte, verriet, dass intern die Königklasse sehr wohl ein Thema ist: "Co-Trainer Rainer Widmayer hat vor dem Spiel gesagt, wenn wir das gewinnen, dann können wir die Champions League erreichen. Das hat uns sehr motiviert."

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