Bundesliga

07.05.2016 - 22:20 Uhr


Unvergessene Momente auf dem Weg nach Europa

Jhon Cordoba hat in dieser Saison fünf Treffer für die Mainzer erzielt

Mit Stolz kann das Team von Trainer Martin Schmidt auf die schon jetzt geglückte Saison zurückblicken

Stuttgart - Bärenstarke Vorstellung, 3:1 beim VfB Stuttgart gewonnen und auf dem Weg nach Europa. Der 1. FSV Mainz 05 hat eine Saison hinter sich, die unvergessen bleibt. Und für die es jede Menge Gründe gibt.

Schöner kann ein Abschied kaum sein, glücklicher ist ein Fußball-Manager selten. Als Christian Heidel nach dem 3:1-Erfolg seiner Mannschaft beim VfB Stuttgart die Katakomben der Stuttgarter Arena betritt, sieht er müde, aber happy aus. Während draußen auf dem Feld der Stuttgarter Anhang für massiven Ärger sorgt, zieht Heidel entspannt ein Fazit. "Das sind Momente, die haften bleiben", erzählt Heidel. "Wir spielen in einem Stadion mit 60.000 Menschen und qualifizieren uns dort für Europa". "Das ist ein bewegendes Gefühl", so Heidel sichtlich angefasst.

Sogar die direkte Qualifikation ist möglich

In der Tat ist es mittlerweile so, dass man den "kleinen" Mainzern schon lange nicht mehr das "Underdog-Image" anheften kann. Auch beim VfB, mitten im Abstiegskampf, zeigten die Rheinhessen nach einem holprigen Start ihre spielerische Klasse und mannschaftliche Reife. Spätestens mit dem Ausgleich durch Yunus Malli in der 37. Spielminute hatten die Rheinhessen die Partie im Griff und sorgten mit ihren blitzschnellen und technisch hochwertigen Angriffen immer wieder für Gefahr vor dem Tor der Gastgeber. Einzig VfB-Keeper Mitchell Langerak sorgte mit bärenstarken Paraden dafür, dass die Mainzer keinen Kantersieg einfuhren.

Nun stehen die Mainzer vor dem letzten Spieltag auf Rang fünf der Tabelle. Das bedeutet, dass sie  im kommenden Jahr in jedem Fall in der Europa League starten werden. Bezwingen sie Hertha BSC am kommenden Samstag, benötigen sie dafür nicht einmal die Qualifikation. Ein Moment, und das merkte man am Samstagabend in Stuttgart, der für alle Beteiligten unvergessen bleiben wird.

"... die Jungs hätten trotzdem weitergespielt"

Der Mainzer Erfolgsweg ist in der in der Mentalität und Kaderzusammenstellung begründet. "Auch wenn die Jungs total platt waren, hätten sie gerne noch eine halbe Stunde weitergespielt", sagte Heidel. "So viel Lust hatten die, heute Fußball zu spielen." Und auch Trainer Martin Schmidt, sicher einer Gründe für den Erfolg, sagte in der Pressekonferenz: „"Wir haben schnell gezeigt, dass auch wir wach sind." Und: "Ich habe gesehen, wir drehen unsere Werte." Sicher ein besonderer Typ, dieser Schmidt, das nächste Trainertalent aus Mainz.

Klar ist: Die Mainzer haben in dieser Saison jede Menge richtig gemacht. Sie haben einen Kader zusammengestellt, der sowohl in der Breite als auch in der qualitativen Tiefe so funktioniert, dass man sogar den bis jetzt dauerenden verletzungsbedingten Ausfall des japanischen Sturmführers Yoshinori Muto kompensieren konnte. Dafür kam mit Jhon Cordoba ein Angreifer, der die überforderten Verteidiger der Stuttgarter 90 Minuten lang schwindelig spielte. Ein Transfer-Volltreffer sondergleichen.

"Wir haben eine Geschichte geschrieben"

Die Mainzer haben kurz vor dem Ende eine überragende Saison hinter sich. Das wusste auch Heidel bei seinem Fazit nach seinem letzten Mainzer Auswärtsspiel vor dem Wechsel nach Schalke. "Das ist mir heute nahgegangen", so Heidel. "Wir haben eine Geschichte geschrieben, an der nicht nur Trainer, Manager, Vorstand oder Spieler beteiligt sind." Die Zuschauer gehörten da ebenfalls dazu.

Ein Schlusswort, ein Fazit, dass am Ende am Samstagsabend wohl alles aus Mainzer Sicht umschreibt. Doch halt, Heidel hat noch einen: "Ich kann mir nichts Schöneres wünschen, als den Verein so zu übergeben, wie er jetzt ist." Noch Fragen?

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer

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