Bundesliga

10.09.2016 - 10:36 Uhr


Typisch Lewandowski: Geduldig und eiskalt

Zwei Spiele, vier Tore: Robert Lewandowski ist auch 2016/17 nicht zu bremsen

Gelsenkirchen - Wenn es noch einen Zweifel gegeben haben sollte, dass der Weg zur Torjägerkanone auch in diesem Jahr nur über Robert Lewandowski führt, spätestens jetzt sind sie beseitigt. Der Pole schoss den FC Bayern München auf Schalke nicht nur auf die Siegerstraße, sondern schraubte seine Quote auch auf vier Tore in zwei Spielen. Dazu verbuchte Lewandowski noch eine Vorlage – und konnte den Spott seines Torhüters ganz lässig weglächeln.

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Manuel Neuer grinste bübisch, als er nach dem 2:0-Sieg gegen Schalke auf den Torgaranten der Münchner angesprochen wurde. Kurz überlegte er Keeper der Bayern und sah so aus, als wolle er sich eine kleine Lobeshymne zurecht legen. Dann entschied er sich anders und zog seinen so treffsicheren Mitspieler lieber ein bisschen auf. "Er hatte ja vor seinem Tor schon den einen oder anderen auf dem Schlappen", feixte Neuer, "und davon muss er einen mindestens machen."

Aus vier Metern über das leere Tor

Wahrscheinlich hatte auch der Torhüter der Bayern vor allem noch jene Szene aus der 74. Minute vor Augen. Als die Bayern gegen giftige und leidenschaftlich verteidigende Schalker noch sehnsüchtig auf den ersten Treffer warteten, war der Ball nach einer Flanke von Alaba plötzlich im Strafraum Lewandowski vor die Füße gefallen. Der schaffte das Kunststück, ihn aus vier Metern über das leere Tor zu bugsieren.

Nach dem zweiten Sieg im zweiten Spiel konnten die Bayern gemeinsam darüber schmunzeln, weil Robert Lewandowski im richtigen Moment doch wieder seine ganze Klasse gezeigt hatte. Als Javi Martinez neun Minuten vor Spielende genau in die Schnittstelle gepasst hatte, ließ sich der Stürmer diese Chance nicht nehmen. Allein vor Fährmann, eiskalt verwandelt. Treffer Nummer vier für den Torjäger, mit schönen Grüßen nach Dortmund. Neuer Zwischenstand im Wett-Schießen der besten Ballermänner der Bundesliga mit Pierre-Emerick Aubameyang: 4:2 für Lewy!

Zwischenstand: Lewy – Auba 4:2

Mit dem Spiel auf Schalke untermauerte Lewandowski nicht nur seinen Status als Mann für das wichtige 1:0. In der vergangenen Saison war es ihm gleich neun Mal gelungen, den Bann zu brechen und seine Mannschaft auf die Siegerstraße zu bringen. Der 28-Jährige bewies auch einmal mehr seine Dominanz auf dem Feld. Sieben der 18 Münchner Torschüsse gingen dieses Mal auf sein Konto; so oft kam kein anderer Spieler zum Abschluss.

Zugleich lieferte Robert Lewandowski auch einen Beleg für den Glauben an die eigene Stärke. "Es ist mein Job, regelmäßig zu treffen", hatte der Pole nach dem Hattrick am ersten Spieltag betont – und ließ jetzt prompt Taten folgen. Ein Angreifer seiner Klasse lässt sich dabei auch von einem schwierigen Spiel mit wenigen Tormöglichkeiten oder einer vergebenen Großchance nicht verunsichern. Bayerns Nummer neun bleibt geduldig, arbeitet für die Mannschaft– und belohnt sich am Ende dann eben doch noch in bester Torjägermanier.

"Wir wussten, dass wir Geduld haben müssen. Ich bin zufrieden, dass wir gewonnen haben", stellte Lewandowski nach der Partie trocken fest. Die beiden Scorerpunkte nahm er gerne mit aus Gelsenkirchen. Die launigen Anmerkungen überließ er lieber Manuel Neuer.

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte

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