Bundesliga

30.01.2017 - 17:26 Uhr


TSG 1899 Hoffenheim: Das Ende der Serie

Hoffenheim muss die nächsten beiden Spiele ohne Torjäger Sandro Wagner auskommen

Leipzig - Nach der ersten Niederlage wollen die TSG 1899 Hoffenheim schnell eine neue Serie starten. Dabei müssen sie aber auf ihren Topstürmer Sandro Wagner erstmal verzichten.

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Nun ist es also doch passiert. Durch das 1:2 bei RB Leipzig kassierte die TSG 1899 Hoffenheim die erste Saisonniederlage in der Bundesliga. Seit Mai, als die TSG zum Abschluss der vergangenen Spielzeit in Hannover und gegen Schalke verlor, war man in der Bundesliga ungeschlagen geblieben und damit der einzige Bundesligist, dem dieses Kunststück bis Ende Januar gelang.

Nagelsmann: "Gott hat uns einen Mund geschenkt"

"Wir waren die schwächere Mannschaft von zwei guten Bundesligateams, deshalb haben wir verdient verloren", brachte es TSG-Coach Julian Nagelsmann nach der Partie auf den Punkt. Dabei waren die Kraichgauer nach 18 Minuten sogar in Führung gegangen, als Nadiem Amiri einen lehrbuchmäßigen Konter über mehrere Stationen zum 1:0 abschloss. "Das war fast nicht zu verteidigen, das war richtig gut gespielt. Da hat man die Klasse des Gegners gesehen", zollte der Leipziger Trainer Ralph Hasenhüttl den Hoffenheimern seinen Respekt.

Doch insgesamt war es an diesem kalten Wintertag in der sächsischen Messestadt zu wenig gewesen, um die Serie auszubauen. "Zu viele Umschaltsituationen" hätten sie liegenlassen, "zu viele leichte Fehler gemacht", sagte Nagelsmann. Als Grund hatte der 29-Jährige zu wenig Kommunikation zwischen seinen Spielern erkannt. "Dafür hat uns der liebe Gott einen Mund, Stimmbänder und eine Zunge geschenkt", wurde der Youngster der Trainergilde fast schon philosophisch. Nagelsmanns Resümee: "Wir hätten es als Gruppe besser machen können."

Süle: "Müssen mehr investieren"

"Schade um unsere Serie, aber darum ging es uns nicht. Wir wollen in jedem Spiel drei Punkte holen", sagte Abwehrchef Niklas Süle. Tatsächlich war den Hoffenheimern das schon vor der Niederlage in Leipzig viel zu selten gelungen. Schon zehn Mal spielte die TSG remis – so oft wie kein anderer Bundesligist. In Zeiten der Drei-Punkte-Regel bringen Unentschieden einen nun mal nur sehr bedingt voran. Doch nur in zwei der letzten neun Partien konnten die Kraichgauer einen Dreier einfahren. Kein Wunder, dass der Rückstand auf RBL nun schon elf Punkte beträgt. Jetzt musste 1899 auch noch Frankfurt und Dortmund vorbeiziehen lassen.

"Wir haben nächste Woche zuhause gegen Mainz die Chance, eine neue Serie zu starten und drei Punkte zu holen", sagt Süle mit Blick auf den nächsten Spieltag. Der künftige Bayern-Spieler weiß allerdings: "Da müssen wir ein bisschen mehr investieren." Zumal Hoffenheim im Duell mit dem Tabellenzehnten möglicherweise auf Abwehrmann Kevin Vogt verzichten muss, der in Leipzig mit Keeper Oliver Baumann zusammengerasselt war und eine Schädelprellung erlitt. Ganz sicher nicht dabei sein wird Topstürmer Sandro Wagner, der nach seinem Platzverweis mindestens zwei Spiele gesperrt werden dürfte. Der 29-Jährige wusste, dass er damit seine Mannschaft geschwächt hat, und entschuldigte sich folglich nicht nur bei seinem Gegenspieler Stefan Ilsanker, sondern auch bei seinem eigenen Team.

Löw: Berufung von Wagner "denkbar"

Dass Wagner der Aussetzer vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw passierte, war für den Angreifer besonders bitter. Doch Löw machte Wagner durchaus Hoffnung, die lange ersehnte Einladung zur Nationalmannschaft dennoch zu bekommen. "Das ist durchaus denkbar", sagte der Bundestrainer im ZDF. Man kenne Wagners Qualitäten. Auf die Nagelsmann zunächst verzichten muss - gegen Mainz müssen es Andrej Kramaric und Mark Uth richten, die zusammen ein Tor weniger erzielt haben als Wagner alleine.

Für Nagelsmann selbst genügt vielleicht ein Blick in die Vergangenheit, um sich neuen Mut zu holen. Ziemlich genau ein Jahr es her, dass er die TSG als jüngster Cheftrainer der Bundesligageschichte übernahm – mit sieben Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegszone. Nagelsmann führte die TSG bekanntlich zum Klassenerhalt – und diese Saison in den Kampf um die Europapokalplätze.

Aus Leipzig berichtet Andre Anchuelo

Video: Trainer-Wunderkind Nagelsmann

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