Bundesliga

24.10.2016 - 03:42 Uhr


Trotz Niederlage: Alles stimmig beim 1. FC Köln

Trotz der Niederlage ist der 1. FC Köln voll im Soll

Berlin - Der 1. FC Köln musste sich am Samstag in Berlin gegen die Hertha mit 1:2 geschlagen geben. Erstmals seit über einem halben Jahr wieder verloren, dennoch haben sie beim 1. FC Köln keinen Grund zum Trübsal blasen.

Klar, nach Schlusspfiff ließen die Kölner im Olympiastadion die Köpfe hängen. Viel hätte nicht gefehlt, und die Serie wäre weiter gegangen. Über ein halbes Jahr hatten die Rheinländer nicht mehr verloren. Seit jenem 0:2 im Derby gegen den Lokalrivalen Leverkusen war der FC in zwölf Bundesligapartien und einem Pokalspiel ungeschlagen geblieben. "Wir waren nicht so gut wie in den letzten Wochen", konstatierte Jörg Schmadtke. Ihm habe »ein bisschen die Stabilität« gefehlt, so der Sportdirektor.

Stärke 1: Defensive Stabilität

Tatsächlich hatte der FC zuletzt stabil wie der Kölner Dom gestanden. In acht Pflichtspielen kassierte das Team von Peter Stöger nie mehr als ein Gegentor. Vor Timo Horn, der in Berlin mehrmals herausragend reagierte, stehen mit Weltmeister Jonas Hector sowie Mergim Mavraj, Frederik Sörensen und Dominique Heintz solide Defensivspezialisten, die effizient ihren Job erledigen. Im Mittelfeldzentrum sind Kapitän Matze Lehmann, Neuzugang Marco Höger und zuweilen der nach vorne gezogene Hector weitere Gründe dafür, dass die Domstädter mit sechs Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga stellen.

Hinter den Spielern, die derzeit die Nase vorn haben, machen andere, wie etwa Simon Zoller, Milos Jojic und Filip Mladenovic oder der wiedergenesene Dominic Maroh Druck – Stöger kann personell aus dem Vollen schöpfen. Über die Flügel inszenieren die schnellen Marcel Risse, Konstantin Rausch oder Leonardo Bittencourt immer wieder gefährliche Angriffe ein. Und ganz vorne ist vor allem auf einen Verlass: Anthony Modeste spielt bislang die Saison seines Lebens. Mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen Ausgleich in Berlin bringt es der schnelle Franzose auf acht Tore in acht Spielen – Bestwert, noch vor Weltstars wie Aubameyang oder Lewandowski.

Stärke 2: Schnelles Umschaltspiel

Zwischen Abwehr und Angriff steht beim »Effzeh« das schnelle Umschaltspiel, das in Berlin zu selten funktionierte, grundsätzlich aber eine der Stärken des Stöger-Teams ist. Damit hat man es als einziges Bundesligateam in dieser Saiosn geschafft, den Bayern in München einen Punkt abzutrotzen. Und auch gegen das Spitzenteam aus Leipzig holten die Kölner einen Zähler. Der sehr gute Platz 5 und im Schnitt fast zwei Zähler pro Spiel sind also beileibe kein Zufall oder einem leichten Auftaktprogramm geschuldet.

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Und nun – verfallen sie am Rhein jetzt wieder in Übermut und Euphorie? Zwei Eigenschaften, die der einst so launischen »rheinischen Diva« so oft das Leben schwer gemacht haben. Doch dafür spricht wenig. Selbst die Fans, die vom »Deutschen Meister FCK« singen, meinen es erkennbar ironisch. »Die Mannschaft hat gezeigt, dass wir auf einem guten Weg sind – das ist alles sehr stimmig.« Das sagte Stöger nach der Niederlage in Berlin über die zweite Halbzeit, in der sein Team nahe dran an einem Punktgewinn war. Es könnte aber auch das Motto der gesamten Saison sein.

Hennes gefällt das

Geißbock Hennes, Maskottchen des FC, darf sich nun auf die beiden kommenden Spiele freuen – es stehen zwei Heimspiele in Folge an erst am Mittwoch im Pokal gegen den Bundesliga-Vierten Hoffenheim, am Sonntag dann das Punktspiel gegen das Schlusslicht Hamburger SV. Danach wird man genauer sagen können, wie der Kölner Weg weitergeht.

Aus Berlin berichtet André Anchuelo

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