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Bundesliga

16.01.2016 - 15:10 Uhr


Thomas Müller: "Beim FC Bayern gibt es immer Steigerungspotenzial"

Köln - Thomas Müller hat gut lachen. Der FC Bayern München führt die Tabelle der Bundesliga mit acht Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund an und überwintert auch aussichtsreich in der Champions League und im DFB-Pokal. Mit 14 Toren in der Hinrunde stellte der 26-Jährige zudem auch bereits eine persönliche Bestmarke auf. Im Interview mit bundesliga.de spricht der Sympathieträger des FC Bayern über die Hinrunde, die Entscheidung von Pep Guardiola und den größten Herausforderer der Münchener.

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bundesliga.de: Thomas Müller, das Jahr 2015 gehört der Geschichte an. Wie ordnen Sie es selbst im Rückblick ein?

Thomas Müller: 2015 war sicherlich kein schlechtes Jahr. Sportlich lief es die meiste Zeit ganz gut. Wir haben es in der Saison 2014/15 leider nicht geschafft, am Saisonende in die Finals zu kommen, weder in der Chalmpions League noch im DFB-Pokal. Dass wir jeweils im Halbfinale ausgeschieden sind, war ein kleiner Wermutstropfen. Ansonsten war es ein gutes Jahr. Wir haben die Fans öfter zum Lachen gebracht als zum Weinen. Das war schon mal positiv. Aber natürlich gibt es beim FC Bayern immer Steigerungspotenzial, wenn man nicht alles gewinnt.

bundesliga.de: Es gab fantastische Spiele des FC Bayern, man denke nur an den Fünferpack von Robert Lewandowski gegen den VfL Wolfsburg. Gehört die Partie auch zu Ihren persönlichen Highlights?

Müller: Ganz sicher. Es gab einige Highlights. Auch 2015 haben wir wieder super Fußball gespielt. In der Hinrunde dieser Saison haben wir wieder gut begonnen. Wir haben einige neue Spieler dazubekommen. Deshalb hat man noch einmal einen etwas anderen FC Bayern gesehen. Wir waren sehr zufrieden mit der Vorrunde. Jetzt wollen wir schauen, dass wir diese Form mit ins Jahr 2016 hinübernehmen. (Der Hinrunden-Rückblick des FC Bayern)

bundesliga.de: Wie viel Spaß hat diese Hinrunde gemacht?

Müller: Es macht auf alle Fälle Spaß, wenn man vier Monate lang alle vier Tage durchspielt. Es war sicher auch das eine oder andere Spiel dabei, vor dem man eine Stunde vor dem Anpfiff nicht vor Freude herumspringt. Aber sobald der Schiedsrichter dann die Partie angepfiffen hatte und spätestens wenn man das erste Mal am Ball war, sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Es macht Spaß, mit guten Spielern auf dem Platz zu stehen. Das ist beim FC Bayern schon in den letzten Jahren so gewesen. Die Entwicklung des Vereins geht ja immer weiter.

bundesliga.de: Was sagen Sie zum Einstand von Kingsley Coman beim FC Bayern?

Müller: Es war ein bisschen überraschend, dass Kingsley so gut eingeschlagen hat. Er war vorher mit seinen 19 Jahren noch etwas unbekannter. Er spielt eine super Rolle, sehr seriös für sein Alter. (Kingsley Coman: Die Außenbahn als Überholspur)

bundesliga.de: Sie haben im Dezember Ihren Vertrag langfristig verlängert. Was bedeutet Ihnen der FC Bayern?

Müller: Das ist schwer zu sagen, weil ich schon so lange dabei bin. Von außen betrachtet hat mir der Club sehr viel bedeutet. Ich bin jetzt schon seit 15 Jahren dabei und ein Teil des Ganzen. Ich denke, dass der Club eine super Entwicklung genommen hat - vor allem in den letzten sechs, sieben Jahren. Sportlich sind wir in der Spitze Europas. Es ist natürlich etwas Besonderes bei dem Club zu spielen, von dem ich schon als Kind Fan war. Ich bin in der Nähe aufgewachsen, ich habe in der Jugend gespielt. Ich habe den Club auch als Jugendspieler eingeatmet und kenne die Säbener Straße mittlerweile in- und auswendig. Allerdings geht es in jedem Jahr neu los. Es kommen neue Spieler, neue Trainer, Anreize. Es verändert sich immer viel. Aber im Großen und Ganzen ist der Club ein großer Teil meines bisherigen Lebens.

bundesliga.de: Wie enttäuscht sind Sie, dass Pep Guardiola den Verein am Saisonende verlässt?

Müller: "Enttäuscht" wäre ein zu großes Wort. Wir hatten alle gehofft, dass er bleibt, aber das Geschäft ist so. Er hat einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben. Es ist nichts Verwerfliches daran, wenn man seinen Vertrag erfüllt. Er hat ja schon gesagt, dass er eine neue Herausforderung will. Er will in England trainieren. Und München ist nicht in England. Deswegen hat er seinen Vertrag nicht verlängert. Wir wollen jetzt im letzten halben Jahr gemeinsam noch einmal alles geben, damit wir viel gewinnen, die Leute begeistern und selber große Momente erleben. Dafür trainiert man, dafür sind wir im Trainingslager - für die Spiele, die einem auch selber ans Herz gehen. Wir werden alles dafür geben, um auf allen drei Hochzeiten bis zum Schluss mitzutanzen.

bundesliga.de: Wer war Ihr Spieler der Hinrunde?

Müller: Ich spreche nicht so gerne über andere und über mich selbst eigentlich auch nicht. Dafür rede ich relativ viel oder? (lacht)

bundesliga.de: Wäre Pierre-Emerick Aubameyang ein Kandidat?

Müller: Der spielt beim falschen Club.

bundesliga.de: Welche Mannschaften haben Sie in der Hinrunde überrascht?

Müller: Es gibt in jedem Jahr ein oder zwei Mannschaften, die man vorher nicht so auf dem Zettel hatte. Auch die Aufsteiger machen es bis jetzt ganz gut. Das hätte man vielleicht vorher nicht so gedacht. Zeitgleich muss auch jemand unten stehen, wenn andere überraschend weiter oben stehen. Jetzt finden sich Mannschaften weiter unten, die man höher eingeschätzt hätte. Ich denke, Hoffenheim hat in dieser Saison ein paar Probleme. Aber so genau habe ich die Tabelle jetzt auch nicht studiert. (lacht)

bundesliga.de: Wie zufrieden waren Sie mit Ihren eigenen Leistungen?

Müller: Ich bin in guter Form und habe vielleicht im Vergleich zum Vorjahr ein bisschen mehr Spielzeit bekommen. Ich habe sehr gute Mitspieler, die mich füttern und mir das Leben leichter machen. Es ist immer ein Geben und Nehmen. Jeder versucht, dem Anderen Räume zu geben. Je mehr gute Spieler auf dem Platz stehen, je mehr Raum hat jeder Einzelne. Das war das Geheimnis. Wichtig war, dass die Mannschaft gut gespielt hat. "Lewy" und ich haben aber schon sehr gut getroffen. (Thomas Müller schon zur Halbzeit mit Saisonrekord)

bundesliga.de: Wer kann den Bayern auf dem Weg zum Titel noch gefährlich werden?

Müller: Dortmund ist der Hauptkonkurrent um den Titel. Der letzte Spieltag in der Hinrunde war perfekt für uns. Wir haben unter einer schwierigen Personalsituation einen Sieg in Hannover geholt. Gleichzeitig hat Dortmund hinten raus in Köln noch verloren. Das war natürlich ein perfektes Szenario kurz vor dem Weihnachtsurlaub. So hatten wir uns das gewünscht. Deswegen sieht es jetzt ein bisschen so aus, dass der Abstand bei acht Punkten Vorsprung schon einigermaßen groß ist. Wir wissen auch, dass es im Fußball schnell gehen kann. Aber wir wollen natürlich nicht, dass noch einer rankommt. Wir wollen nichts mehr anbrennen lassen und werden in unserer Entwicklung nicht stehen bleiben. Wir müssen unsere Spiele gewinnen. Das ist schwer genug.

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